Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?8643

New York (queer.de) - Die Lebensziele von jungen Schwulen und Lesben entsprechen dem traditionellen Familienbild. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 133 jungen Menschen zwischen 16 und 22 Jahren in der Region New York City, die sich als "überwiegend" oder "ausschließlich" schwul oder lesbisch bezeichnen.

Kind und Kegel hoch im Kurs

Demnach erwarten über 90 Prozent der jungen Lesben und über 80 Prozent der jungen Schwulen, dass sie im Alter von 30 Jahren in einer monogamen Beziehung leben werden. Zwei Drittel der Jungen und mehr als die Hälfte der Mädchen glauben, dass sie in ihrem Leben Kinder großziehen werden. Von ihnen wollen rund sechs von zehn eigene Kinder, vier von zehn wollen adoptieren. Für "sehr wahrscheinlich" hält aber nur einer von fünf Jungen, dass er einmal selbst ein Kind großziehen wird.

Die Ehe wird von den befragten Jungs aber noch mit Skepsis angesehen: Von ihnen wollen nur 37 Prozent mit großer Wahrscheinlichkeit heiraten, wenn es das Gesetz erlaubt. Unter den Mädchen sind es 64 Prozent.

Ein Drittel der Jungs und die Hälfte der Mädchen sind derzeit in einer festen Beziehung. Vier von fünf erwarten, dass diese Beziehung noch viele Jahre anhalten wird. Sieben von zehn äußerten sich zufrieden mit deren Beziehung.

"Mainstreaming" von jungen Schwulen und Lesben

"Diese Ergebnisse, die man wohl als repräsentativ für junge Schwule und Lesben aus Großstädten bezeichnen kann, sind ein Blick in die Zukunft der Homo-Szene", erklärte Robert-Jay Green, Chef des Rockway Instituts der Alliant International University, die die Umfrage durchgeführt hat. "Wenn die jungen Menschen ihre Erwartungen wahr machen, wird sich die Szene in den nächsten 20 Jahren radikal verändern. Es wird mehr Familien und Kinder geben. Schwule und Lesben im 21. Jahrhundert werden ganz anders sein als in der Vergangenheit, in der sie hauptsächlich ein Geheimbund aus Singles waren." Green bezeichnete diese Entwicklung als "Mainstreaming" von jungen Lesben und Schwulen - also als Anpassung an die Normen ihrer Eltern.

Er schränkte aber ein, dass diese Ergebnisse nicht auf ländliche Gebiete übertragen werden könnten. Dort sei die Entwicklung noch nicht so weit.

Die Studie wird im "Journal of LGBT Issues in Counseling" veröffentlicht. (dk)



26 Kommentare

#1 BjörnAnonym
  • 25.04.2008, 15:05h
  • Ja, eine weiße Hochzeitkutsche kommt am Morgen vorgefahren... oh, wie wunderbar weit weg sind doch die schlimmen Zeiten von '68ff.! Heute wetteifern die Homos mit den Heten darum, wer braver und biederer ist. Und vermutlich strenger zu seinen Kindern (Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, wirst du in unser sauberes Heim keine Cola bringen. Oder nicht-biologisch-dynamische, nicht-antifaschistischem Anbau entspringende, nicht-linksdrehende Kartoffelchips.)

    Doch wenn die Nacht am tiefsten... und was man damals noch so alles sagte, als man dem Establishment entfliehen wollte statt es zu stärken: Erstens sind es ja amerikanische Homos, die befragt wurden. Zweitens stellt man sich so allerlei vor, wenn man siebzehn ist und noch Träume hat (aber nur saubere!). Und drittens brütet die Spießerwelt, in die wir immer noch tiefer hineinrutschen, womöglich eines Tages wieder eine Jugend aus, die mutig ist und rebellisch und auch ihren adretten Homoeltern auf den sehr nett und ganz reizend gedeckten Tisch k....
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SaschaAnonym
  • 25.04.2008, 15:35h
  • @Björn:

    Das zeigt eben, wie massiv auch junge Homosexuelle von heteronormativen "Leitbildern" manipuliert und bestimmt werden. Dabei hätten doch gerade "wir" allen Grund, diese vermeintlichen, spießbürgerlichen Normvorstellungen grundsätzlich in Frage zu stellen. Es muss uns darum gehen, deutlich zu machen, dass menschliches Leben und Zusammenleben in ganz unterschiedlichen, aber gleichberechtigten Formen möglich und erfüllend sein kann und dass Menschsein nicht etwa erst durch direkte Teilnahme am Fortpflanzungs- und Reproduktionszyklus sinnvoll und sinnerfüllt wird. So ist auch "Monogamie" in allererster Linie eine Erfindung der Kirchen und eben einer verlogenen Scheinmoral, die in keiner Weise für jeden gelten muss oder gelten kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ein HeteronormativerAnonym
  • 25.04.2008, 15:49h
  • @Meine Vorredner

    Ihr seid wohl nur zufrieden, wenn Schwule selbstbestimmt fremdficken, bis sie in der Gosse landen. Ist es nicht schön, daß es die Kinder heute leichter haben als wir damals und nicht nur den einzigen Wunsch haben ihren Eltern auf den Tisch zu kotzen?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Tim-ChrisAnonym
  • 25.04.2008, 15:56h
  • Wie oft wurde denn in der Vergangenheit eine solche Studie durchgeführt, um tatsächlich "repräsentativ" sagen zu können, dass sich in Zukunft etwas ändern und ein "Mainstreaming" der Schwulen und Lesben stattfinden wird?
    Wenn mich nicht alles täuscht wollten auch früher schon etwa 90% der Schwulen und Lesben, die sich heute im ungezwungenen "Geheimbund aus Singles" erfreuen, ihren Eltern nacheifern und mit spätestens 30 Jahren in einer monogamen Partnerschaft mit eigenen Kindern leben.
    Ich schätze, ein solches heteronomes Familienidyll wünschten sich bereits die frühesten homosexuellen Generationen in jungen Jahren. Doch später tatsächlich auch gelebt wurde und wird es wohl zum Großteil, wenn überhaupt, von den Lesben. Während die Schwulen eher dazu neigen, ihr polygames Singleleben zu genießen, selbst wenn in der hintersten Ecke immer ein kleiner Funken Sehnsucht nach der Sicherheit und Vertrautheit einer monogamen Partnerschaft, wie man sie sich als Kind erträumt hat, bleibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 DragonWarriorAnonym
  • 25.04.2008, 16:12h
  • ich finds ja etwas kurzgeschossen, Kinderwunsch bei Schwulen und Lesben immer gleich mit Spießigkeit gleichsetzen zu wollen...

    Aber vermutlich muss mann's so sehen, wenn mann die homonormative Definitionsmacht in den Händen zu halten glaubt...

    *schallendlach*

    Mann kann über die Studie denken, was mann mag, ich kenn mittlerweile genug Lesben und Schwule, die Familienplanung betreiben und alles sind, nur nicht spießig.

    Aber dat is wohl der Unterschied zwischen theoretischphilosophischen Herumschwadronierern und den Menschen, die sich einfach nicht drum kümmer, was andere von ihnen erwarten... auch nicht Schwule und Lesben.

    Und DAS ist für mich Emanzipation. Die hört nicht vor der eigenen Haustür auf.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 king kongAnonym
#7 Fleur-de-lysAnonym
#8 atlanaAnonym
  • 25.04.2008, 18:20h
  • Aha, 133 Homosexuelle denken so, folglich schließen wir elegant auf die ganze Welt zurück und behaupten, die meisten Homos wollten Kinder...
    außerdem, Leute zwischen 16 und 22 fallen im Normalfall weder durch Wirklichkeitssinn noch durch besondere Lebenserfahrung auf. Teenieträume als Maßstab für weltweites Verhalten heranzuziehen ist methodisch idiotisch.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 jochenAnonym
  • 25.04.2008, 18:41h
  • der bericht bestätigt meinen eindruck, dass die jüngeren eher konservativ eingestellt sind.

    das muss ja auch nicht immer schlecht sein und kann auch eine bereicherung sein,für die noch immer bestehende "sex-party-mentalität" in der schwulenszene.

    ob man allerdings mit konservatismus einem evtl. bevorstehenden "rollback" erfolgreich bekämpfen kann, ist für mich sehr fraglich

    (mit "rollback" ist die gegen-bewegung gemeint-meist aus konservativen oder f undamental-religiösen oder ultra-rechte vereinigungen- , die die homosexuellenemanzipation der letzten 20 jahre bekämpfen und zurückdrehen wollen)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 der tippfehlermartinAnonym
  • 25.04.2008, 19:05h
  • @fleur de lys
    dem ein oder anderen hier haben schon studien mit viel weniger leuten genügt um zu beweisen, dass bisexualität nicht existiert.

    ein nicht ganz einfaches thema. wsa ich bemerkenswert finde ist, dass sich in der angst vor der mainstreamisierung der lesbischwultranspudelzüchter szene homo-hasser und auch hardcore-homos aus unterschiedlichen gründen ähnlicher sind, als man denken mag.
    der "sonderstatus" den man aufgedrückt bekommen hat und sich auch selber aufdrückt hat seine vor- und nachteile. aber früher oder später wird der mainstream uns überrollen und der großteil wird einfach "stinknormal", weil es keinen großen antrieb mehr gibt, sich als anderer mit eigenen regeln und leitbildern (oder eben nicht) zu definieren. das ist, befürchte ich, der preis gesellschaftlich als völlig gleich angesehen zu werden. dann ist man nicht mehr anders, weil man auf personen eines bestimmten geschlechts steht, ....., sondern muss um anders zu sein weitere merkmale/eigenschften/ansichten/gepflogenheiten haben.
    ich seh dem mit gemischten gefühlen entgegen. da wird noch einiges verloren gehn. zum guten und zum schlechten. mal schaun was man/wir/die über bord werfen und/oder rüberretten.
  • Antworten » | Direktlink »