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  • 25. April 2008, noch kein Kommentar

Das neue Album von Gonzales klingt wie frisch aus den 70ern: Elegante Balladen, schmissige Disco-Nostalgie und klassischer Soft-Rock.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Solche Musik haben wir lange nicht mehr so authentisch gehört: Soft-Rock, Pop-Balladen und streicherlastige Disco-Musik – alles im eleganten Stil der 70er! Elton John, Leo Sayer und die Bee Gees gehörten einst zu den Königen dieser Musikrichtungen. Gonzales haucht dem glanzvollen, verspielten Pop jener Tage neues Leben ein. Auf die Frage "wer genau ist dieser Gonzales" kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Antworten gegeben werden: Der gebürtige Kanadier, der eigentlich Jason Beck heißt, hat sich in den vier Jahren, in denen er Berlin als seine Wahlheimat auserkoren hat, gleich eine ganze Reihe von Künstler- und zweifelhaften Spitznamen (etwa "The One-Eyed Jew", "Fuckeye", "The Worst MC" oder "Mr. Wolf") erworben bzw. selber gegeben. Seine Produzenten- und Songwriter-Arbeit für Künstlerinnen wie Peaches, Jane Birkin und zuletzt vor allen Dingen Leslie Feist (Grammy-Nominierung!) bewiesen allerdings schnell, dass Gonzales mehr drauf hat, als die Sparte des genreüberschreitenden Paradiesvogels inne zu haben. Immerhin hatten seine vorherigen Alben zwischen Rap, Electro und Indie-Pop gependelt.

Sein neues, fünftes Studio-Album "Soft Power" enthält zehn Songs: Sanfter und zugleich druckvoller, nach vorne gerichteter Softrock mit deutlichem 70s-Einschlag, gemischt mit eindringlichen Balladen. Bereits beim zweiten Track findet sich eine wunderschöne Pop-Perle namens "Slow Down", die mit ihrem verführerisch süßen Refrain als Anspieltipp nicht unerwähnt bleiben sollte. Bei "Unrequited Love" haut Gonzales dann dermaßen auf den Putz, dass man sich in glorreiche Electric-Light-Orchestra-Zeiten zurückversetzt fühlt. Es folgen unter anderem Ausflüge ins Studio 54 beim Bee-Gees-inspirierten "Let’s Ride", oder die unvergleichlich kitschige Quasi-Ode an Schnulzenkönig Barry Manilow mit "C Major". Wahrscheinlich hat ihm Feist den Tipp gegeben, es mit dieser Musik zu versuchen, denn die zauberte ja auch schon ein klasse Remake von "Love You Inside Out" der Bee Gees auf einem ihrer letzten Alben hin.

25. April 2008