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Bremen (queer.de) - Der evangelische Jugendkongress Christival droht mit rechtlichen Schritten gegen eine Vertreterin der Grünen Jugend Bremen. Grund: Sarah Dahnken hatte in einem Interview mit dem christlichen Nachrichtenportal idea auf die Frage, ob sie die Kritik der Evangelikalen an Homosexuellen mit der Kritik der Nazis gleichsetze: "Das ist die gleiche Ebene. Wer sagt, Homosexualität ist eine Krankheit oder es ist eine Sünde, ist genauso wie einer, der gegen Juden ist."

Die Christival-Führung nannte die Aussage Dahnkens "demagogisch", forderte eine Entschuldigung und drohte mit rechtlichen Schritten. Dahnken erklärte daraufhin gegenüber idea: "Meine Aussage in dem Interview wurde falsch gedeutet. Mir ging es darum auszudrücken, dass es uns egal ist, wer diskriminiert wird und von wem. Ob es dabei Evangelikale sind, die Homosexuelle diskriminieren, oder andere, wie zum Beispiel Nazis, die Juden diskriminieren, ist dabei auf der Diskriminierungsebene nicht anders zu bewerten". Natürlich stelle sie aber nicht Evangelikale mit "Judengegnern" gleich.

Volker Beck kritisiert Christival-Drohung

Scharfe Kritik an der Drohung gegen seine Parteifreundin kommt von Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion. "An einen Bundestagsabgeordneten traut man sich nicht heran, mit ihm scheut man sogar den öffentlichen Dialog. Eine jugendliche Aktivistin, die sich für Demokratie und Minderheitenschutz einsetzt und gegen Intoleranz aufsteht, will man mit Androhung rechtlicher Schritte und drohenden Prozesskosten einschüchtern", so Beck. Christival wolle damit eine Kritik ihrer Auffassung zur Homosexualität tabuisieren und Kritiker zwinge, den "evangelikalen Neusprech" zu übernehmen.

Der Jugendkongress wird von Mittwoch bis Sonntag in Bremen stattfinden. Ursprünglich war darin ein Seminar geplant, in dem Schwule und Lesben als Kranke dargestellt werden sollten, die einer Heilung bedürfen würden. Dieses wurde zwar inzwischen abgesagt, allerdings hat sich Christival nie von den Methoden der sogenannte "Ex-Gays" distanziert. (pm/dk)



HuK kritisiert Christival-Gegner

Die ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) erklärte, der Jugendkongress lasse sich nicht auf das Thema Homosexualität reduzieren.
Polizei nimmt 34 Christival-Gegner fest

Beim Jugendkongress Christival kam es am Wochenende zu kleineren Auseinandersetzungen. Die Seminarleiter bleiben trotz der Kritik hart: Homosexualität sei "heilbar".
Nach Protesten: Christival-Seminar verlegt

Ein Wüstenstrom-Seminar ist nach Protesten von Homo-Aktivisten verlegt worden und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

43 Kommentare

#1 SvenAnonym
  • 28.04.2008, 20:15h
  • Warum macht die Frau denn einen Rückzieher?
    Schwule zu vergasen ist doch genauso schlimm wir Juden zu vergasen. Und wenn Christen dafür den Weg bereiten, sollte das, vor allem auch in deren Sinne, angeprangert werden.
    Denn einen Christen, der gegen Minderheiten spricht, kann es gar nicht geben. Das sind die Demagogen, die die Bibel für ihre Machtspielchen missbrauchen.
    Jesus hat nun mal gerade auch die Ausgestoßenen in sein Herz geschlossen und zwar als das was sie sind!
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#2 stefanoAnonym
#3 Tim-ChrisAnonym
  • 28.04.2008, 20:57h
  • Zitat: "auf die Frage, ob sie die Kritik der Evangelikalen an Homosexuellen mit der Kritik der Nazis gleichsetze: "Das ist die gleiche Ebene. Wer sagt, Homosexualität ist eine Krankheit oder es ist eine Sünde, ist genauso wie einer, der gegen Juden ist."
    [...]
    Mir ging es darum auszudrücken, dass es uns egal ist, wer diskriminiert wird und von wem. Ob es dabei Evangelikale sind, die Homosexuelle diskriminieren, oder andere, wie zum Beispiel Nazis, die Juden diskriminieren, ist dabei auf der Diskriminierungsebene nicht anders zu bewerten". "

    Womit Sarah Dahnken 100% Recht hat. Die Drohung der Evangelikalen ist pure Verzweiflung und zeigt, dass sie mit ihrem kleingeistigen Verstand weder die Kritik hören und ertragen, noch die Wahrheit akzeptieren können.

    Frage: "Was wirkt sich wohl schädlicher auf den Fortbestand der Menschheit aus? Homosexualität oder der Fanatismus der jeder Religion in unterschiedlichem Maße eigen ist."
    Wie würde da wohl statistisch und auch mit menschlichem Verstand betrachtet die Antwort aussehen?
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#4 antosAnonym
  • 28.04.2008, 21:37h
  • Ich finde es wenig zielführend, Nazi-Vergleiche in diese Diskussion einzubringen; es geht nicht um Nazis und Juden, es geht um eine bestimmte christlich-evangelikale Ideologie und es geht um Schwule [und Lesben?]. Außerdem spielt die Nazi-Anspielung diesen Leuten in die Hände - sie können sich so leichter im geeigneten Moment als unschuldiges Opfer böswilliger Unterstellungen, als selbst verfolgte Minderheit inszenieren.

    Eine Strategie, die auch von einer 'christlichen' Autorin auf zwischenraum.net festgestellt wird:

    "Problem ist vor allem, dass homosexuelle Partnerschaft in Veröffentlichungen der OJC nie eine adäquate und gleichwertige Lebensform sein darf. Homosexuelles Empfinden wird dort stets als psychologische Fehlanpassung und unreife Lebensbewältigung dargestellt. Die einzige als vollwertig vermittelte Alternative heißt Zölibat oder Heterosexualität entwickeln. Auf dieser Grundlage aber wird in christlichen Gemeinden auf die Mehrheit der Christen, die homosexuell empfinden, teils sehr subtil, teils kategorisch das Joch gelegt, sich verändern lassen zu müssen oder in ihrer Beziehung zu Gott Schaden zu erleiden. Auf die Vertretung einer Minderheit zieht sich OJC immer nur dann zurück, wenn sie unter Kritik gerät. Eine Aussage wie: "Die Mehrheit der Homosexuellen sind vom Grundsatz her normale und glücksfähige Menschen, die in ihren Beziehungen ermutigt und bestätigt werden sollten, und wir kümmern uns lediglich um die leidende Minderheit, die hierin eine fehlgeleitete und vergebliche Konfliktbewältigung anstrebt" – diese Aussage wird man dagegen dort vergeblich suchen. Solange dies aber so bleibt, ist die Reklamation des Minderheitenschutzes nicht wahrhaftig."

    Lies hier mehr:
    www.zwischenraum.net/christival2008.htm
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#5 SaschaAnonym
  • 28.04.2008, 23:44h
  • @antos:

    Selbstverständlich ist diese Feststellung "zielführend", denn sie ist schlichtweg voll zutreffend und bringt die gefährliche Demagogie derjenigen, die anderen aufgrund eines wesentlichen Persönlichkeitsmerkmals ihr gleichwertiges Existenzrecht und uneingeschränkt gleiche Rechte in dieser Gesellschft absprechen und damit ganz wesentlich Diskriminierung und Gewalt befördern, in der notwendigen Weise auf den Punkt.

    Oder hast du etwa auch schon vergessen, dass Homosexuelle ebenso Opfer des Nationalsozialismus waren wie Juden? Und dass Homophobie, Antisemtismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus exakt die gleichen, Menschen verachtenden Wurzeln haben???

    Gerade hierzulande sollte man diese Lektion der Geschichte gelernt haben und kann gar nicht oft genug darauf hinweisen.

    Denn ganz offensichtlich zeichnet es sich ja ab, dass Deutschland innerhalb der EU wieder zunehmend zum Saboteur fundamentaler Menschen- und Bürgerrechte und eines dringend notwendigen Schutzes diskriminierter Gruppen wird.
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#6 tobiasAnonym
  • 29.04.2008, 00:27h
  • @all
    mann, mann, mann, das ist hier ja wohl die unterste ebene der diskussion! willkommen am stammtisch! ob der stammtisch nun schwul ist oder rechtskonservativ - das schenkt sich nix.

    tut doch mal für einen augenblich so, als wärt ihr erwachsene leute. geht das?
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#7 hurra deutschlandAnonym
  • 29.04.2008, 08:36h
  • Christlich-Fundamentalistische Extremisten auf dem vormarsch - auch in deutschland!

    "...Robert Leicht, ehem. Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präsident der evang. Akademie Berlin und ehem. Chefredakteur der ZEIT hat christliche Fundamentalisten mit islamistischen Terroristen verglichen. Die Zahl der Toten bei den Attentaten des 11. Septembers 2001 sei ebenso hoch, wie die Zahl der Menschen, die Gewaltakten von fundamentalistischen Christen zum Opfer gefallen seien...."

    www.zeit.de/2004/42/Amerika_2fNeiman
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#8 handwerkerszAnonym
#9 TufirAnonym
  • 29.04.2008, 10:45h
  • @Sascha:
    "Oder hast du etwa auch schon vergessen, dass Homosexuelle ebenso Opfer des Nationalsozialismus waren wie Juden?"

    Nur halt ein paar Millionen weniger.
    Der Nazivergleich von Sarah Dahnken ist genauso dämlich und kurzsichtig wie das achsensymmetrische Equivalent dazu, dass Eva Hermann letztes Jahr gebracht hat. Man bedient sich nicht für drei-Wort-Sätze in den dunkelsten Kapiteln der Geschichte. Mehr, als dass man so ein aktuelles Vorkommnis in den Kontext der Geschichte bringt, relativert man dabei das herangezogene Beispiel.
    Und es dient keineswegs der Sache, wenn man sich in solche maßlosen Vergleiche versteigt. Viel mehr wird man - zu Recht - von der Allgemeinheit als Provokateur enttarnt und einem die Fähigkeit zur sachlichen Diskussion abgesprochen. Für solchen Dumpfsinn sollte in diesem Fall die evangelikanische Seite zuständig sein - bei denen passt das wenigstens in den geistigen Kontext und schiebt sie für alle sichtbar in die Ecke, in die sie gehören.

    "Gerade hierzulande sollte man diese Lektion der Geschichte gelernt haben und kann gar nicht oft genug darauf hinweisen."
    Eine gewagte These für jemanden, der Schwulen das Recht abspricht, ein Privatleben zu führen, und ein Zwangsouting ohne Rücksicht auf das Individuum fordert.

    "Denn ganz offensichtlich zeichnet es sich ja ab, dass Deutschland innerhalb der EU wieder zunehmend zum Saboteur fundamentaler Menschen- und Bürgerrechte und eines dringend notwendigen Schutzes diskriminierter Gruppen wird."
    Stimmt vollkommen - Polen, Litauen und Lettland hängen uns gerade in puncto Toleranz und Gleichberechtigung ab. Du hast es wirklich nicht so mit den angemessenen Relationen, oder?
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#10 stromboliProfil
  • 29.04.2008, 12:57hberlin
  • lieber antos, beim lesen des beitrages „zwischenraum“ fallen mir die üblichen widersprüche auf in den sich „gläubige“ beider seiten verheddern:
    „Und eine nicht ganz unberechtigte Mahnung an die Christen gerichtet, sich auf zentrale Inhalte des Christentums zu fokussieren statt auf Themen wie Homosexualität14. (Tatsächlich: würde man eine Stichwortauszählung betreiben, müsste man zu dem Schluss kommen, Homosexualität stelle einen der zentralsten Glaubensinhalte überhaupt dar, so oft wird dieser Themenkomplex zur Sprache gebracht – dies ist zumindest idea-Leseerfahrung.). „
    Schon hier die frage nach dem „zentralen anliegen des christentumes“ und seine berechtigung der umsetzung „seines rechtes“! In welchem raum sozialer zuständigkeit darf sich religion bewegen und ist der anspruch der missionierung ein grundsätzliches recht?!
    Ich bestreite diesen anspruch und auch die davon ableitende schutzfunktion der beanspruchten meinungsfreiheit ! Zum schutze einer missionsidee, die meinungsfreiheit als ,quasi, schutzfolie gegenüber andersdenkendem anzuwenden, ist purer mißbrauch der selben! Nicht umsonst wird in der “breiten christenbewegung „ ( also konfessionsübergreifend) die frage und forderung einer einführung eines blasphemiegesetzes disskutiert; seitens der hardliner bereits vehement gefordert ( siehe auch googlelinks hier auf queer.de !
    www.aktion-kig.de/kampagne/blasphemie_landing_b.html?gclid=C
    Nqx2o6n0JICFSaIaAodIBa8GA

    ; mal nebenbei gesagt eine zumutung hier!)

    „Darf man sich als Politiker in religiöse Veranstaltungen und ihre Themen einmischen? Gibt es andererseits eine Art "religiöse Narrenfreiheit", die durch das Grundgesetz garantiert wird? „ Die einfache antwort könnte / müßte sein: Ja! Es bedarf einer kontrolle durch die gesellschaft und ihre instutionen , religion zu beobachten und sie wird allerortens auch ausgeübt gegen „kleinere, konkurierende“ sekten ! Im gegenteil; die „staatstragenden „ religionen beanspruchen zum eigenen schutz die überwachung durch die politik , sprich o sensibles, intimes seelsorgerliches Thema überhaupt auf einer Großveranstaltung glücklich platziert ist, deren Schwerpunkt eigentlich das missionarische Anliegen sein sollte“.

    Indem der schwerpunkt unspezifisch „erlösung und wohlbehagen“ definiert; den spagat der religionsbedingten verschuldung homosexuellen selbstzweifels ( hier müßen wir zugeben: der 2000jährige einfluß hat seine wirkung auch in kreisen unreligiöser wertvorstellungen sich festgesetzt) und damit verbundenen leidensdruck durch eben diese religion und ihrer vorstellung von gottes- wohlgefallen , zu einzelnen „pathologischen verwerfungen „ bei den betroffenen schwulen führt, die (zitat): „es gäbe keine Ausgrenzung und Pathologisierung von Homosexuellen, sondern es gehe einzig um den Schutz einer speziellen Minderheit.“ stellt in diesem zusammenhang eine verhöhnung und verdrehung der sachlage dar ; der leidensdruck , von schwulen verspürt, ist resultat der religion und nicht umgekehrt!
    „Ebenfalls nicht ganz zu Unrecht wiesen die Verteidiger des Christival darauf hin, dass das Thema Homosexualität nur in einem einzigen von über 200 Kleinveranstaltungen mit klassischen christlichen Schwerpunkten behandelt werden sollte. Natürlich könnte man sich fragen, ob ein so sensibles, intimes seelsorgerliches Thema überhaupt auf einer Großveranstaltung glücklich platziert ist, deren Schwerpunkt eigentlich das missionarische Anliegen sein sollte.“ Mal locker vom hocker gesagt: die 200 einzelaspekte verkümmern am ende in den wohlbekannten grundthemen der christen ; in der mission!
    Wie diese „200 teilaspekte „ aussehen können und müssen (in der natur dieser religion liegend^^) zeigt die vergewaltigungs/abtreibungs debatte:
    „Zur Debatte geriet allerdings die Aussage, eine Frau, die nach einer Vergewaltigung eine Abtreibung vornehmen lasse, leide unter dieser "Hilfsmaßnahme" womöglich später mehr als unter der Vergewaltigung selbst. „ ; “jene Frauen, die Beistand erhalten und ihr Kind austragen (also die konstruktive Krisenbewältigung wählten),leiden nachweislich deutlich weniger unter der Vergewaltigung - und sie sind weit davon entfernt, ihr Kind (etwa) zu hassen."
    Die befindlichkeit eines vergewaltigungsopfers zu messen an seiner religiösen gebundenheit des abtreibungsverbotes, ist ein hohn für die, die nicht täglich in das gesicht des produktes ihrer tiefsten erniedrigung blicken können und wollen. So erklärt sich auch die tatsache, dass die meisten vergewaltigungskinder zur adoption ausgesetzt werden ( statisiken dies zulassen bezogen auf die nachkriegskinder der besatzungszone ost) , soweit die möglich ist/war! Und wer den blick auf die ethnisch bedingten vergewaltigungen heute richtet, deren inhalt die „zwangsbesamung ethnischer feinde“ ist, fragt sich, was da für ein konzept eigentlich verteidigt wird, funktioniert dieses „system der überfremdung“ doch nur auf der wahrscheinlichkeit des zwanges zur austragung! Siehe im orthodoxen ex-juguslawien!

    Da erscheint er wieder , der scheinheilige: Das jammertal produzierend oder bedingend, fordert er das durchwaten des selbigen als heilsame gotteserfahrung mit stabilisierendem selbstwertfaktor... WIDERWÄRTIG!
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