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Der erste schwule Maibaum in München ist durch einen Farbanschlag verunstaltet worden. Unbekannte haben am Wochenende sämtliche Tafeln des Baums mit grauer Farbe beschmiert. Das Münchener Schwulenzentrum "Sub" hat bereits Strafanzeige gestellt. Der Maibaum war erst am 1. Mai feierlich im Glockenbachviertel aufgestellt worden, nachdem ihn ein Burschenverein kurz zuvor einer alten Tradition folgend "geklaut" hatte (queer.de berichtete).

"Wir ärgern uns maßlos über diesen Akt des Vandalismus", sagte Sub-Vorstand Lars Fröhlich. "Erst vor fünf Tagen hat das ganze Viertel gemeinsam diesen Maibaum aufgestellt und ein großes Fest veranstaltet, zu dem nicht nur Lesben und Schwule gekommen sind. Dann zerstören einige wenige, was viele mit Freude geschaffen haben. Das ist absolut inakzeptabel und macht uns traurig." Künstler Michael Borio, der den Baum mit Robert C. Rore gestaltet hat, äußerte Befürchtungen, dass der Anschlag dem Image Münchens als weltoffene Stadt schaden könnte.

Der "Deutsche Eiche"-Wirt Dietmar Apfel hat eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Das Sub will in Kürze entscheiden, was aus nun mit dem Werk geschehen soll.

Auf den Quersprossen des Baumes waren schwul-lesbische Themen traditionsgemäß inszeniert worden. Im nächsten Jahr sollen Tafeln von Künstlern hinzukommen, die das Eine-Welt-Haus und das Kinder- und Jugendzentrum Kunterbunt verpflichten. 2010 ist das Gärtnerplatztheater an der Reihe. (dk/pm)



#1 Tim_ChrisProfil
  • 06.05.2008, 15:50hBremen
  • Stand er nur zur falschen Zeit am falschen Fleck? Hätten die Vandalen das Gleiche auch mit einem traditionellen Heten-Maibaum gemacht? Oder war er tatsächlich das ausgewählte Ziel eines homophoben Angriffs?
    Eigentlich egal. Sachbeschädigung bleibt Sachbeschädigung und die Wiederherstellung des alten Zustandes ist vermutlich, falls überhaupt möglich, mit enormen Kosten verbunden.
    Dennoch. Sollte der Anschlag einen homophoben Hintergrund haben, zeigt das wieder einmal sehr deutlich, dass wir mit Durchsetzung der Homoehe, rechtlicher Angleichung an Hetenverhältnisse und der Ausweitung des AGG noch lange nicht die Hände in den Schoss legen können.
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#2 hwAnonym
  • 06.05.2008, 16:35h
  • irgendwie auch.

    gestern lief im zdf, zeitgleich mit aldomovar im hr,
    dieser film:

    www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/produkte-zweifeln-nicht/
    ?src=SZ&cHash=e76778dde5


    aldomovar kannte ich, also schaute ich diesen, er gefiel mir.

    nun schreibt judith luig ( golf, X, praktikum ?) in der taz:
    "..Am spannendsten ist dieser sehenswerte Film, wenn er Paul in seiner alten Welt zeigt: einer Hausgemeinschaft in Eisenach, in der jede Menge linker Selbstverwirklicher ihre Visionen von alternativem Leben leben. Vor dieser Kulisse künstlerisch kreativer Menschen, ist es einem noch unklarer, was den Reiz des Modelseins ausmachen könnte. "Ich will etwas machen, das groß ist", sagt Paul zu einem der Hausbewohner. "Willst du das, Paul?", fragt der zurück. Die Antwort bleibt aus..."

    ich fand diesen (tria)log spannend, sinngemäß:

    filmmacherin zu pauls bestem freund: "findest du paul schön ?"
    freund unsicher grinsend: "diese frage kann ich nicht beantworten"

    "wieso?"

    freund: "na wegen dem respect. ja wegen dem respect
    in der öffentlichkeit. wenn ich ihn als schön bezeichne, gelte ich ein leben lang als schwul, das kannst du hier nicht bringen."
    paul stimmt zu, sagt aber:"ich finde dich schön."

    der freund erzählt dann noch von der straße, wo leute mit einer 9mm-er rumliefen, und was los wäre, wenn
    sie als schwule gelten würden.

    in der taz findet sich nicht mal eine halbzeile dazu.
    das ist zu normal für das zeilengeld.

    das gespräch fand in thüringen statt.
    jede menge selbstverwirklicher, waren nicht mal ein dutzend erwachsene, die eigentlich nur zivilisiert lebten, aber wohl nicht zu den designten und geclonten
    innenwelten der autorin paßten.
    kann aber auch sein, dass sie nur das futter für die
    hauptstadtleser anrichten wollte.
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#3 Tim_ChrisProfil
#4 hwAnonym
#5 KatrinAnonym
  • 06.05.2008, 17:18h
  • Na, ist doch klar dass der Maibaum von verschiedenen Gruppierungen als Provokation angesehen wird und es nur eine Frage der Zeit war, wann der Anschlag passieren mußte. Wiederherrichten lohnt sich nicht, ich würde alle Täfelchen in Regenbogenfarben streichen.
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#6 xyAnonym
  • 06.05.2008, 23:20h
  • Wenn man sich darüber "maßlos ärgert", dürfte das die Urheber der Farbattacke (so sie denn wirklich politische Ziele damit verfolgen) ebenso maßlos freuen.
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#7 Tim_ChrisProfil
#8 MalteAnonym
  • 07.05.2008, 10:31h
  • Gegen solchen Vandalismus gibt es nur ein Mittel:

    immer wieder neu machen. Man darf sich solchen Leuten, denen schwul-lesbische Themen ein Greuel sind, nicht geschlagen geben.

    Notfalls muss dort halt auch eine Videoüberwachung hin. Aber sich gegenüber Schwulenhassern geschlagen zeigen, darf man auf keinen Fall!!!
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