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Von Norbert Blech

Ein DVD-Player, der automatisch "jugendgefährdende" Szenen und Wörter aus aktuellen DVDs schneidet, ist in die Kritk von Homoorganisationen geraten.

Der DVD-Player der Firma Thompson, der gerade von der Supermarktkette Wal-Mart in den USA für 79 US-Dollar vertrieben wird, setzt als erster Player ein System der Firma ClearPlay ein. Die Mitarbeiter des Unternehmens, die bereits Filtersoftware für PC-DVD-Player entwickelten, sehen sich Filme an und geben den Szenen in Kategorien wie "Sex" oder "Gewalt" bestimmte Noten.

Die Nutzer des DVD-Players können im Set-Up Schwellenwerte einrichten. Sind diese in einem Bereich überschritten, überspringt der Player automatisch die Szenen oder stellt die Audiospur kurzzeitig auf Stumm. Der Player soll Eltern beim Jugendschutz helfen, da die Klassifizierung von Filmen durch die US-Behörden nicht ausreichend seien. Zudem könne der Player als Zweitgerät im Kinderzimmer genutzt werden, so eine Sprecherin von Thompson. Kunden können für fünf US-Dollar monatlich ein Update beziehen.

Männerumarmung zensiert

Wenn Mitarbeiter über Zensurbedürftigkeit enscheiden, kann jedoch einiges daneben gehen. So fand ein Reszensent des "San Francisco Chronicle" heraus, dass der DVD-Player eine Szene im Film "Big Daddy" überspringt, in der sich ein Männerpaar umarmt. Der Filter für "anstößigen Inhalt" ist der Auslöser, der "hoch zweideutige und provokante" Situationen und Dialoge eleminieren soll.

Ein Sprecher der Firma räumte ein, es habe sich bei dem Film um einen der ersten gehandelt, der beurteilt worde. Mittlerweile gebe es in einheitliches Verfahren, und solche Dinge würden in den Beurteilungen nicht mehr berücksichtigt. Auch solle "Big Daddy" neu bewertet werden. Eine ähnliche Szene in "Besser gehts nicht" spiele der Player ohne Beanstandungen ab. Insgesamt ist der Player jedoch wenig zimperlich: so fielen der strengen Zensur-Auslegung unter anderem Arnold Schwarzeneggers nackter Hintern aus "Terminator 3" und eine Schlüsselszene aus "Harry und Sally" zum Opfer, in der Meg Ryan in einem Restaurant einen Orgasmus vortäuscht.

Kritik kommt auch von der Filmindustrie. Die hält die Software von ClearPlay schlicht für Zensur. Zwar würden auch für das Fernsehen Szenen geschnitten und Wörter ersetzt - dies geschehe aber immer noch durch einen erfahrenen Regisseur. ClearPlay hält engegen, mit dieser Logik müsse man Eltern auch die Fernbedienung entwenden, mit der sie selbst und ohne Regisseur Szenen überspringen könnten.

Filtersoftware hatte in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. So gab es mehrfach Proteste, weil Filter für das Internet Infoseiten für schwule Jugendliche oder Aids-Infos sperrten.



#1 JensAnonym
#2 Peter ThommenAnonym
  • 13.04.2004, 23:39h
  • Sind wir für so etwas auf die Strasse gegangen...?
    Wann gehen wir gegen solchen Blödsinn wieder auf die Strasse????
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#3 AdiAnonym
  • 14.04.2004, 12:06h
  • ich frage mich wie einem der Inhalt der Meldung entkommt zugunsten einer Orthographie-Frage ! Ist es nun wirklich wichtig, hier in diesem Zusammenhang, wie man Thom[p]son schreibt ?
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#4 PatrickAnonym
  • 14.04.2004, 12:41h
  • Ähm, wo is das Problem! Filter ausschalten und fertig is! *g*

    Also ich kann mich nicht darüber aufregen.
    Zeilt ja nicht nur auf Homoszenen ab sondern generell! Bei Heteropärchen die sich umarmen kommt bestimmt gleiches bei rum.
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#5 NormanAnonym
  • 14.04.2004, 13:13h
  • Es ist tatsächlich nicht wichtig, wie man den Namen schreibt, nur kennen muß ihn jeder. Das ist wichtig, denn das muß die Firma sein, deren Produkte ihr nicht mehr kauft. Wenn ihr sie boykottiert und sie nichts mehr verkaufen habt ihr sie an der Stelle getroffen, wo es ihnen am meisten wehtut. Ihr würdet euch wundern, wie schnell solcher Blödsinn dann wieder vom Markt ist. Sowas nennt man freie Marktwirtschaft.
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#6 PatrickAnonym
  • 14.04.2004, 17:24h
  • Da hast Du recht Norman, aber man kann es doch einfach auch abschalten! Soweit ich weiß hat mein No Name DVD Player auch so eine Funktion und benutz ich es? Nein! Bin ich ein Kind? Nein! Hab ich welche? Nein! Muss ich den Schutz dann einschalten? NEIN! *g*
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#7 AndreasAnonym
  • 20.04.2004, 20:19h
  • Es heißt Thomson, das könnte man von einer Redaktion schon erwarten, dass sie den Namen richtig hinkriegt. (Oder ist das noch das alte Team von der Print -Queer ?) - Gibt es an diesem Artikel nix Wichtigeres als die Schreibweise des Firmennamens? Nein, eigentlich nicht.
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