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Die Bundesregierung zahlt einer wegen Transsexualität entlassenen Frau 5.000 Euro Entschädigung. Das teilte das Bundespresseamt (BPA) auf eine Anfrage des Abgeordneten Volker Beck (Grüne) mit. Mandy G. hatte fünf Jahre lang Besuchergruppen im Auftrag des Bundes durch Berlin geführt, wurde aber gefeuert, als sie eine Geschlechtsanpassung vornehmen lassen wollte (queer.de berichtete). Daraufhin verklagte G. den Bund. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm (CSU) kündigte bereits vor einer Woche an, dass man der Frau ein Angebot auf Wiederanstellung machen werde (queer.de berichtete).

Das BPA habe "in der Güterverhandlung vor dem Arbeitsgericht Berlin am 5. Mai 2008 mit dem Kläger einen Vergleich geschlossen. Demzufolge werden an den Kläger 5.000 Euro gezahlt", so Michael Sternecker, stellvertretender Chef des Bundespresseamtes. "Ferner verpflichtet sich das BPA, dem Kläger durch die zuständige Fachabteilung das Bedauern über den Vorfall auszudrücken und ihm eine Bestätigung über Art und Qualität der erbrachten Auftragsleistungen zukommen zu lassen." Natürlich achte das BPA das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und lehne jegliche Diskriminierung von Transsexuellen ab, so Sternecker weiter.

Benachteiligung aufgrund von Transsexualität gilt nach dem AGG als Diskriminierung wegen des Geschlechts. (dk)



17 Kommentare

#1 KatrinAnonym
  • 07.05.2008, 22:13h
  • Da ist die Bundesregierung aber billig weggekommen. Ist doch schön, wenn man Menschen in einer Notlage mit Almosen abspeisen kann.
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#2 KonstantinEhemaliges Profil
  • 07.05.2008, 22:20h
  • Antwort auf #1 von Katrin
  • Allerdings! 5000 Euro sind wirklich ein Schiss für so eine ungeheuerliche Diskriminierung! Aber eine Krähe hackt der anderen halt kein Auge aus.
    Wenn ich könnte, würde ich diesem bgigotten Land (D) wirklich den Rücken kehren und in die Niederlande/Belgien auswandern. Da ist zwar auch nicht alles Gold was glänzt, aber die sind da doch wesentlich stringenter in der Gleichstellung!
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#3 Tufir
  • 07.05.2008, 23:26h
  • Antwort auf #2 von Konstantin
  • Belgien war das Land, in dem der Kidnapper und Kinderschänder Dutroux von hohen politischen Stellen gedeckt wurde, die Niederlande haben keine Handhabe gegenüber rechtsradikalen und nationalsozialistischen Demagogen. Nicht, dass ich dich zurückhalten wollte, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man in irgendeinem Staat auf diesem Planeten auf nicht bigotte Politiker trifft.
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#4 SchorschAnonym
  • 08.05.2008, 00:12h
  • Antwort auf #1 von Katrin
  • ... und zu Kommentar #2:
    Sagt mal, geht's denn noch? Was sollten sie denn wohl Eurer Ansicht nach noch alles machen? Kollektiver Ritualselbstmord nach japanischem Vorbild? Für 5.000 € (in Worten: fünftausend Euro) würde ich mich auch gern mal ein bisschen diskrimineren lassen. Er/Sie war ja schließlich nur entlassen worden. Nicht inhaftiert oder gefoltert. Also bitte mal die Kirche im Dorf lassen!
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#5 SchorschAnonym
  • 08.05.2008, 00:14h
  • PS:
    ... ich ergänze: Sie ist nur gefeuert worden UND wird zusätzlich zu der Geldsumme, der Entschuldigung und dem geschenkten Goodwill-Superzeugnis auch noch wieder eingestellt!
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#6 KonstantinEhemaliges Profil
#7 AntichristProfil
  • 08.05.2008, 09:08hHH
  • Antwort auf #5 von Schorsch
  • @Schorsch: Das rechtfertigt nicht die öffentliche Bloßstellung, die erlittene Schmach und die psychischen Schäden, die eine solche Diskriminierung mitunter auslösen kann.

    - "Nur entlassen worden" ist in der heutigen Zeit mit Blick auf die Arbeitslosenquote in Deutschland und dem damit verbundenen sozialen Gefälle nichts, eine extreme Verharmlosung der ganzen Angelegenheit, die man nicht mal eben so als nebensächlich hinnehmen kann.

    - "Nicht inhaftiert oder gefoltert", vom Wortwert her stimmt es schon, aber in Anbetracht dessen, dass nun wirklich ganz Deutschland ihr Gesicht und ihre Geschichte kennt, eine doch reichlich unangemessene Verharmlosung der Dinge.

    - 5000 Euro decken vermutlich den Verdienstausfall, die Rennerei, die Anwaltskosten und die Aufregung, aber auch noch als Schmerzensgeld für den erlittenen psychischen Schaden und dem öffentlichen Gespött der Leute, die ansonsten nie etwas von ihrer Transidentität mitbekommen, geschweige denn, es sie interessiert hätte, deckt es bei weitem nicht. Da ist es allenfalls ein winziger Tropfen auf den heißen Stein der Wiedergutmachung.

    - das "geschenkte Goodwill-Superzeugni s" welches sie sich ja wohl nach 5 Jahren Arbeit eben auch verdient hat und das nun mal jedem Arbeitnehmer, der seinen Job zur vollen Zufriedenheit seines Arbeitgebers ausführt, jederzeit zusteht.

    - die "Entschuldigung", die ihr ja wohl auch angebracht und keineswegs als Geschenk, sondern als normaler Akt höflichen und menschlichen Miteinanders anzusehen ist.

    In diesem Sinne hast du deinen kirchlichen Dom der Selbstgerechtigkeit etwas zu hoch gebaut. Denn sie hat nicht nur den Schaden, sondern auch den Spott, der ihr ohne diese Diskriminierung erspart geblieben wäre. Und dagegen sind die 5000 Euro eine wirklich lächerliche Entschädigung.
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#8 Katrin
  • 08.05.2008, 10:16h
  • Von den 5000€ kann sie Ihre Rechtskosten abziehen und den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherung für die Zeit der Arbeitslosigkeit zahlen. Was übrig bleibt wird versteuert. Was dann übrig bleibt ist so gut wie nichts.
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#9 Tufir
  • 08.05.2008, 12:40h
  • Sie hat sich auf einen Vergleich geeinigt. Vielleicht wäre bei einem Prozess ja mehr drin gewesen - wenn sie gewollt oder es für notwendig gehalten hätte. Vielleicht ging es aber letztenendes auch um den guten Willen auf beiden Seiten und den Versuch, nicht noch mehr Prozellan zu zerschlagen. Schließlich weiß man ja auch nicht, wer an welcher Stelle mit welchem Sachverhalt vertraut war und welche Entschuldigungen ehrlich gemeint sind. Insofern würde ich es dem Fräulein M. nicht vorwerfen, nicht weiter auf den Putz gehauen zu haben. Was mich wurmt ist, dass man sich letztenendes mit dem Geld der Stuerzahler freigekauft hat. Daran würde auch keine weitere Null an dem Betrag etwas ändern. Hoffentlich beschränkt man sich bei den Konsequenzen in diesem Fall nicht auf das Opfer, sondern findet auch einen Täter.

    "In diesem Sinne hast du deinen kirchlichen Dom der Selbstgerechtigkeit etwas zu hoch gebaut."
    Hui. Da ist aber jemand ganz groß in antichristlichen Wortschöpfungen. Keine Ahnung, wie du auf das "kirchlich" kommst oder bei Schorsch "Selbstgerechtigkeit" findest, aber kreativ ist das allemale.
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#10 AntichristProfil
  • 08.05.2008, 13:12hHH
  • Antwort auf #9 von Tufir
  • @Tufir: "Keine Ahnung, wie du auf das "kirchlich" kommst" Zitat @Schorsch : "Also bitte mal die Kirche im Dorf lassen!"
    Sachlage damit geklärt?

    "oder bei Schorsch "Selbstgerechtigkeit " findest, aber kreativ ist das allemale."
    Da hätte ich wohl sofort eine Korrektur nachschieben müssen, in der ich ihm statt Selbst- nur den Dom der Gerechtigkeit als Bauwerk unterstelle. Sehr freundlich, dass du mich auf diesen Unterlassungsfehler hiermit hinweist und Danke für das Lob meiner Kreativität. Ich gebe mir redlich Mühe damit.
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