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Kaum eine Stadt der Welt ist so vielseitig und so homofreundlich wie die katalanische Metropole.

Von Dennis Klein

Diesen Juli werden sich die besten schwulen Sportler in Barcelona bei den Eurogames messen. Das Schöne an der Stadt: Selbst wenn kein Großevent wie dieses stattfindet, ist die katalanische Metropole voll von knackigen Männern. Die 1,6 Millionen Einwohner zählende Stadt gehört zu den beliebtesten Reisezielen für schwule Urlauber. Eine atemberaubende Architektur, Strände bis zum Abwinken und eine der lebhaftesten Szenen der Welt bieten für jeden etwas. Die offene Art der Spanier hebt sich angenehm von der eher kritischen Art hierzulande ab. Und dabei gibt es keine Low Season: Im Winter ist es in Barcelona nicht so grau wie in nördlichen Gefilden, und auch die Temperaturen spielen mit. Im Sommer übersteigt das Quecksilber bei schönstem Sonnenschein regelmäßig die 30-Grad-Marke.

Das schwule Leben findet hauptsächlich im Stadtteil Eixample statt (gesprochen: Eschample, von Schwulen oft als Gayschample bezeichnet). Allerdings mischt sich in der ganzen Stadt schwules und "Mainstream"-Leben wie an kaum einem anderen Ort. Viele Homo-Restaurants und –Bars werden ganz selbstverständlich von Heterosexuellen besucht – und umgekehrt.

Am besten lernt man die Lebensart in Barcelona kennen, indem man wie die Einheimischen ausgeht. Und das heißt: je später der Abend, desto schöner die Party. Wer am Nachmittag durch die Straßen Eixamples oder andere Gassen streunt, wird sich wie an einem verwaisten Filmset vorkommen: Die Spanier sind spurlos verschwunden. Die machen Siesta und kriechen erst am frühen Abend aus ihren Löchern. Dann wollen sich die meisten erstmal den Bauch voll schlagen. Und hier ist mehrheitlich nicht Fastfood angesagt sondern ein üppiges, mehrgängiges Menü. Die Restaurants der Stadt machen auch erst zu später Stunde lange nach der Tagesschau auf – gegen 21 Uhr.

Besonders empfehlenswert ist dabei das Restaurant Castro. Es ist im Fetisch-Stil gehalten, an der Wand hängen Handschellen und die Kellner laufen in schickem Leder-Look umher. Auch wenn es die Aufmachung vermuten lässt: Hier begegnet man auf dem Weg zur Toilette keinem Darkroom – und auch Hetero-Paare verbringen im Castro gerne mal einen Abend. Denn das Essen ist exquisit – eine bunte Mischung hauptsächlich aus der europäischen Küche erfreut die Gaumen des Publikums. Und auch exotische Spezialitäten – wie Kängurufleisch – sorgen für kulinarische Entzückung. Wer es eher "traditionell schwul" haben will, sollte im stylischen Restaurant Sûculus verkehren. Hier trifft sich die Mode-Fraktion vor dem Ausgehen. Außerdem überzeugt das Sûculus durch gute Spar-Menüs, die auch einem Budget-Touristen ein Hauch Luxus gewähren.

Die Kellner in diesen Restaurants sind äußerst kontaktfreudig – und verraten gerne, wo es am Abend zur Sache geht. Manchmal verteilen sie – nach freundlicher Nachfrage – auch Coupons, mit denen man umsonst in Clubs kommt, die sonst Eintrittspreise von über zehn Euro verlangen. Immer ein guter Anlaufpunkt für einen Cocktail nach der Zelebrierung des Essens ist die Bar Dacksy. Hier mischt der smarte Juan gerne Margaritas oder auch profane Cavas con Red Bull. So vorgeglüht, kann man sich gegen ein Uhr zum Tanzen aufmachen. In etlichen schwulen Discos gehen die Stadtschwuppen ab. Ein guter Einstieg in Eixample ist Metro. Hier tanzt ein guter Querschnitt der schwulen Bevölkerung – auch manches hippe Mädel bringt ihren Freund mit, der dann nicht selten so abgeht, dass seine sexuelle Orientierung für manchen fraglich erscheint. Die Metro bietet zwei Tanzflächen (meist Techno und Mainstream). Außerdem gibt es – wie in vielen anderen ähnlichen Etablissements – auch anregende Strip- bzw. Transen-Shows. Hier ist es leicht, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Wer aber die schnelle Nummer liebt, kann sich in der 24-Stunden-Sauna Casanova vergnügen. In den zahlreichen Sexshops gibt es zudem Darkrooms.

Natürlich ist Barcelona mehr als Party: Die Architektur der Stadt ist beeindruckend und auch das künstlerische Leben kann es mit sämtlichen Metropolen der Welt aufnehmen. Ein Beispiel dafür ist das Picasso-Museum. Mit der U-Bahn ("Metro") lässt es sich zudem leicht durch die Stadt navigieren. Damit erreicht man stressfrei alle Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Auch das Meer ist in Reichweite: So gibt es direkt am Hafen lange Strände, auf denen sich gut gebaute Menschen aalen. Der schwulste Strand befindet sich allerdings in Sitges, 35 Kilometer südwestlich von der Innenstadt Barcelonas. Dieser Zufluchtsort entwickelte sich aus einer Künstlerkolonie. Hier wurde Miró geboren und Dalí urlaubte am feinen, weißen Sandstrand. Es wird geschätzt, dass heutzutage rund ein Drittel der Besucher homosexuell sind. Und man muss nicht lange laufen, bis man die schwulen Nacktbadestrände erreicht.

Natürlich gibt es in Barcelona auch ein Hotel extra für schwule Kundschaft (aber "heterofriendly", wie die Manager betonen): Das Luxushotel Axel befindet sich direkt in der Innenstadt und verspricht, auch Barcelona-"Jungfrauen" den Aufenthalt angenehm zu gestalten – dazu gehört, dass Informationen über die schwule Szene gegeben werden, eine spacige Sky-Bar sowie ein Fitness-Studio, in dem sich Gäste vor dem Ausgehen noch trimmen können.

Um das schwule Touristenglück abzurunden: Natürlich lieben es die Spanier zu shoppen. Das legere Outfit, wie es hierzulande populär ist, gehört dort zu den großen Sünden. Gucci und Co. sind deshalb auch sehr gut im Stadtbild vertreten. Auch die lokalen Märkte sind eine Reise wert.

Wem das Angebot von Barcelona nicht ausreicht, kann wohl nie zufrieden gestellt werden. Denn kaum eine Stadt wird so beeinflusst von der Homo-Szene – und das nicht nur bei den Eurogames.



16 Kommentare

#1 alexMucAnonym
  • 08.05.2008, 20:15h
  • Stimmt, supergeile Stadt.
    Kleiner Tipp: Sauna "Casanova" eher nicht. 80 % Stricher, von denen man belästigt wird. OK wer drauf steht....

    Beste Party: "Souvenir" Afterhour in BCN-Viladecan. Vom "Salvation" fährt ein Bus, oder mit der S-Bahn Richtung Sitges. Viladecan aussteigen. In einem Industriegebiet gleich an der Bahn.
    Größte Afterhour Europas jeden Sonntagmorgen.
    Wer gleich ein paar hundert knackige Oberkörper sehen will, ist dort genau richtig.
    Gehört zur Matinee Group, genau wie das "Space" Ibiza. Nur viel toller.

    de.youtube.com/watch?v=RuQ1EaJun1Q

    de.youtube.com/watch?v=kMH4F4-QfVo

    de.youtube.com/watch?v=yfTGfsGPT_Q
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#2 CarstenFfm
  • 09.05.2008, 10:11h
  • Stimmt... die Corintho Sauna direkt an der Plaça Catalunya gefällt mir besser.

    Und der beste Crusing Club ist das "Open Mind"... ganz neu, hat erst letztes Jahr aufgemacht.
    ... Aber aufpassen, da dort viele BBer sind... wie überall in Spanien.
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#3 orlandoAnonym
  • 09.05.2008, 10:18h
  • Wow, kenne ich.
    Nicht ganz so unverschämte Preise wie auf IBIZA.
    "Space" Eintritt 45 Euro, Wasser 0,2 /7 Euro. Wasser auf Klo blau eingefärbt !!!! Zu viele Heten die blöd schauen, als wären Schwule Ausserirdische.
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#4 KonstantinEhemaliges Profil
#5 OrlandoAnonym
  • 09.05.2008, 11:49h
  • @Konstantin: Stimmt, aber wer geht schon 2 Wochen ins "Anfora" und die "Gasse" hat man in 20min durch. Für einmal Touri-Urlaub ist Ibiza wirklich gut, aber BCN hat viel mehr zu bieten. So jedenfalls meine Erfahrung. Bin auch deshalb mehrmals im Jahr dort. Ausserdem mag ich es nicht, mehrmals am Tag Bekannte zu treffen. Aber für 1-2 mal ist IBZ ganz OK. Sehr schön der Norden der Insel, wo man auch mal ein ruhiges Fleckchen finden kann.
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#6 KonstantinEhemaliges Profil
  • 09.05.2008, 11:54h
  • Antwort auf #5 von Orlando
  • @ Orlando: Ich wollte damit auch nichts gegen Barcelona sagen! Finde die Stadt absolut genial und besuchenswert. Allerdings ist ein direkter Vergleich mit Ibiza müßig, da man eine Großstadt nicht mit einer Touri-Hochburg vergleichen kann!
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#7 CarstenFfm
  • 09.05.2008, 15:56h
  • Da steht in Bezug auf Sitges:
    "Und man muss nicht lange laufen, bis man die schwulen Nacktbadestrände erreicht."

    Blödsinn, vom Ortszentrum läuft man ca 50 min bis zur "Playa del Muerto" (komischer Name).

    Trotzdem lohnt Sitges einen Ausflug; zum abendlichen Ausgehen ist Barcelona selber aber wesentlich lohnender.

    Naja, man sollte eine Touri-Ort nicht nicht mit einer Großstadt vergleichen.
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#8 KonstantinEhemaliges Profil
#9 CarstenFfm
  • 09.05.2008, 17:32h
  • Antwort auf #8 von Konstantin
  • Es gibt einen schwulen Textilstrand am Ortszentrum und einen gemischen Nackstrand in der Nähe.

    Aber der schwule Nackstrand "Playa del Muerto" westlich des Ortes, mit Cruising Wäldchen hinter Bahnschienen, ist trotz der großen Entfernung sicherlich der lohnendste Strand von Sitges.
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#10 KonstantinEhemaliges Profil
  • 09.05.2008, 19:24h
  • Antwort auf #9 von CarstenFfm
  • Zitat: "trotz der großen Entfernung sicherlich der lohnendste Strand von Sitges."

    Wenn man zum Ficken an den Strand geht ist das wohl richtig! Aber da ich lieber MIT Textilien am Stand rumliege finde und mir auch Männer in Badehose lieber anschaue, finde ich den Textilstrand weseltlich netter! Ist doch langweilig, wenn man später nix mehr zum Auspacken hat und womöglich die böse Überraschung erlebt:
    "Ach wie schön! DAS hab ich mir ja schon immer gewünscht!"
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