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Ibiza ist die perfekte Mischung aus Luxus, Hippietum und schwulem Party-Fun.

Von Dennis Klein

"Ich bin gut drauf und ich schlaf gern lang / Frühstück fängt bei mir erst mittags an / Die Sonne streichelt mich das ganze Jahr / Wer braucht dich, ich hab Ibiza". So frohlockte 1985 Schlagerstar Ibo. Das Jürgen-Drews-artige Lied lässt vermuten, dass es sich bei der Balearen-Insel um einen Ballermann-Klon handelt. Dem ist aber nicht so: Ibiza hat eine weit hochkarätigere Szene als die Proletarier-Insel Mallorca. Und den fortwährenden Krieg zwischen Deutschen und Engländern muss man hier auch nicht fürchten. Eines ist Ibiza dafür nicht: Billig. Wer hier einen Urlaub mit geringem Budget machen will, hat keinen Spaß. Clubs können schnell mal 15 Euro und mehr Eintritt verlangen und auch Cocktails schlagen nicht selten mit zehn Euro zu Buche. Für sein Geld bekommt man aber auch etwas geboten: Denn die lockere Atmosphäre unter heißer Sonne lässt jeden Tag anders ausgehen, als man es sich zuvor vorgestellt hat.

Ibiza ist die drittgrößte balearische Insel im warmen Mittelmeer. Hier leben zirka 110.000 Einwohner, die meisten davon im beschaulichen Ibiza-Stadt. Mit rund 600 Quadratkilometern ist die Insel ein wenig kleiner als der Kanton Glarus – aber um einiges sonniger! Haupturlaubszeit mit garantiert wohligen Temperaturen und Sonne pur ist Mai bis September. Die schwule Szene ist sehr gut in das Leben integriert.

Besonders beliebt ist die Insel für ihre langen, wunderschönen Sandstrände. Dabei sorgen die einheimischen Gastronomen dafür, dass das auch so bleibt. Oftmals wird der Sand direkt aus Nordafrika hierhergeschippert, da das Meer Jahr für Jahr einen Großteil des Sandes einkassiert. Es gibt einen Schwulenstrand, der alle anzieht: Er befindet sich am südlichen Ende des Platja d’Es Cavallet. Hier sonnen sich nicht nur Muskelprotze, sondern scheinbar die gesamte Bandbreite schwulen Lebens. Egal ob jung, alt, dick, dünn, groß, klein, behaart, rasiert oder was auch immer – es gibt alles. Anders als auf Mallorca treffen sich hier aber – wie die meisten Besucher behaupten – so gut wie ausschliesslich schicke Männer. Ein britisches Magazin hat den Strand sogar zum "Sexiest Beach of the World" erklärt. Die großen Sanddünen sind dabei nicht nur ein Augeschmaus, sondern werden auch als Sichtschutz für Aktivitäten mit neuen Freunden verwendet.

Aber selbst, wenn man nur zum Sonnen und Baden da ist, hat man hier seinen Spaß. Für Beach-Volleyball-Freunde gibt es keinen besseren Strand. Teile des Platja d’Es Cavallet sind zudem reserviert für Fans der Freikörperkultur. Und wer mal in Ruhe einen Cocktail schlürfen will, wird bei der Strandbar Chiringay fündig. Hier trifft sich eine bunte Mischung meist schwuler Männer zu einem lockeren Austausch. Auch gutes Essen bietet das Chiringay an, allerdings sollte man auf jeden Fall eine Kreditkarte mit ausreichend Verfügungsrahmen dabei haben.

Am späten Abend bietet sich für den schwulen Touristen die Region um die Calle de la Virgen im Stadtteil Sa Penya an. Hier grenzt eine Homo-Bar an die nächste. Als guter Einstieg eignet sich das Teatro, eine kleine, feine Cocktail-Bar mit sehr freundlicher Bedienung. Hier kann man edle Drinks schlürfen und dabei zusehen, wie die Jungs an einem vorbeiziehen. Es ist immer gut, mit den Kellnern ins Gespräch zu kommen, da sie über die Highlights in der Gegend am besten Bescheid wissen. Außerdem verteilen sie an freundliche Gästen hin und wieder Gutscheine. Eine gemischte schwul-lesbische Kundschaft findet sich im Sunrise. Hier findet sich wahrscheinlich das kommunikativste Publikum auf der ganzen Insel. Wer hier keine Freunde findet, macht etwas falsch.

Nach Mitternacht strömt das gesamte schwule Volk in die Anfora Discoteca, Ibizas einzigen rein schwulen Tanzschuppen. Auf zwei Ebenen wird hier bis in das Morgengrauen abgetanzt. Am Wochenende gibt es zudem noch Strip- und Travestieshows. Wenn Besucher hier einmal hineingeschnuppert haben, kommen sie in den meisten Fällen mehrmals zurück. Die lockere und unprätentiöse Atmosphäre hat schon so manche Romanze gestartet, die es bis zum Standesamt gebracht hat. Die größte und eine der ältesten Discos der Insel ist eine wahre Institution, die es Einheimischen zufolge noch in 100 Jahren geben wird. Gerade an den Wochenenden kann sie extrem voll werden. Wer die Disco erst einmal ohne große Massen erleben will, sollte vor 2 Uhr vorbeikommen. Dann wird manchmal sogar der Eintritt erlassen.

Auch andere Discos haben übrigens den Homo-Trend erkannt und veranstalten Gay-Partys. Hier sollte man einfach in einer Kneipe seiner Wahl fragen, was im schnelllebigen Ibiza gerade los ist. Und wer Lust auf einen Darkroom mit vielen Spielsachen hat, ist am Wochenende im La Muralla gut aufgehoben. Vorsicht: Der Laden ist nichts für Zartbesaitete!

Die Mischung macht’s in Ibiza. In Europa gehört die Insel wohl zu denen, die das beste Angebot für Schwule haben und zudem die lockersten Männer im Angebot. Und das, obwohl Ibo vor gut 20 Jahren einen Schlager über Ibiza verfasst hatte.



#1 KonstantinEhemaliges Profil
#2 CarstenFfm
  • 09.05.2008, 10:51h
  • Naja, etwas Schicki-Micki, die schwule Szene ganz schön huschig.

    Die Nachbarinsel Mallorca als Proletarier-Insel zu bezeichnen und auf den Ballermann zu reduzieren, damit tut man Malle unrecht.

    Mallorca ist sehr abwechslunsreich und schön, bietet mehr Auslauf als Ibiza. Und in Palma gibt es eine kleine aber ganz nette schwule Szene... nicht so verhuscht wie auf Ibiza, sondern etwas härter.

    Also meine Lieblings Balearen-Insel ist Mallorca.... und ich war noch nie am Ballermann!
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#3 KonstantinEhemaliges Profil
#4 CarstenFfm