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  • 22. Mai 2008, noch kein Kommentar

Waschen mit purem Wasser reicht in der Regel nicht aus, um die empfindlichen Riechorgane unserer Mitmenschen zufriedenzustellen.

Von Carsten Weidemann

Die Zeiten sind inzwischen buchstäblich dufte geworden. Das beweist das Meer an Badezusätzen, Waschlotionen, Mundspülungen und sonstigen Hygieneprodukten, die uns heutzutage beim Kampf gegen Schweiß, Schmutz und üble Gerüche zur Seite stehen.

Zum Glück. Denn pures Wasser reicht in der Regel nicht ganz aus, um die empfindlichen Riechorgane unserer Mitmenschen zufriedenzustellen. Doch auch bei der Hygiene kann man übertreiben und Fehler machen.

Schwitzen ist ein natürlicher und notwendiger Vorgang, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Dafür sind drei Millionen Schweißdrüsen über den gesamten Körper verteilt – besonders viele sitzen in den Achselhöhlen, an Hand- und Fußflächen und am Kopf. Ihr tägliches Produkt ist ein Teil des Säureschutzmantels der Haut. Schweiß ist klar, wässrig, leicht sauer und zunächst geruchlos, was sich aber ziemlich schnell ändern kann. Hautbakterien zersetzen ihn nämlich nach zwei bis drei Stunden zu einer chemischen Verbindung, die mehr oder weniger zum Himmel stinkt – je nachdem, wie stark man schwitzt und welche Geruchsnote der Schweiß besitzt.

Um sich vor rümpfenden Nasen seiner Umgebung verlässlich zu schützen, sind aber keine täglichen Vollbäder oder übertriebenes, heißes Duschen mit Schrubberbürste und Kernseife nötig. Besser kurz, nicht länger als fünf Minuten, mit milden Waschsubstanzen und höchstens hautwarm duschen. Wer aber nun mal gerne in die Wanne steigt, braucht nicht auf die wohlige Wärme zu verzichten. Einmal in der Woche ein wohl temperiertes Bad mit ätherischen Ölen und rückfettenden Zusätzen: Das tut gerade in der nasskalten Zeit gut.

Vorsicht beim Deo-Gebrauch!

Nur wer sehr wenig schwitzt, braucht sie nicht: Deos garantieren bis zu 24 Stunden Frische in den besonders geruchsintensiven Achselhöhlen. Ihre Inhaltsstoffe hemmen vor allem das Wachstum und den Stoffwechsel der Bakterien – Deo-Duftstoffe wirken zusätzlich als Geruchsbremse, auch wenn sie die Achselwäsche nicht ersetzen. Doch Vorsicht: Deos sollten nur auf gereinigte und trockene Haut aufgetragen werden, sonst protestiert diese. Wessen Haut ohnehin zu Rötungen, trockenen oder juckenden Stellen neigt, der sollte besser alkoholfreie Produkte verwenden in Form von Sticks, Cremes oder wässrigen Lösungen. Anders als Deos wirken Antitranspirantien: Die darin enthaltenen Aluminiumsalze verengen die Ausgänge der Schweißdrüsen, können aber manchmal zu Hautreizungen führen. Hautempfindliche sollten sie deshalb nicht täglich benutzen. Bei Schweißdrüsenabszessen sind sie sogar tabu.

Um ein gesundes Maß an Hygiene einzuhalten, bedarf es weder großer Schaumwolken noch antimikrobieller Mittel. Die gängigen Waschmittel, ob nun als Seifenstück oder in flüssiger Form, genügen in der Regel. Wer zu trockener Haut neigt, sollte eher zur Cremeseife greifen, da die rückfettenden Zusätze die Reinigung weniger aggressiv machen. Der Säureschutzmantel kann sich schneller wieder aufbauen. Noch hautverträglicher, weil alkalifrei und deshalb hautneutral, sind Seifen ohne Seife. Diese sogenannten Syndets haben inzwischen die herkömmliche klassische Seife verdrängt. Duschgels, Waschlotionen oder Flüssig"seife" – sie alle lösen hautschonend den Schmutz. Am besten sind mild parfümierte Syndets mit einem pH-Wert von etwa 5. Wenn die Haut dennoch nach dem Waschen spannt, ist ein Produkt mit rückfettenden Substanzen gefragt, etwa ein Duschöl.