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Der Fußballtrainer glaubt noch an die Legende vom schmutzigen Schwulen, der Kindern an die Wäsche will.

Von Dennis Klein

Fußball gilt nicht gerade als homofreundlichste Sportart. Spieler und Fans bezeichnen hier Gegner schon mal gerne als "schwule Sau". Zwar versuchen die Verbandsbosse wie FIFA-Chef Sepp Blatter und DFB-Chef Theo Zwanziger, das Thema Homophobie im Fußball anzugehen. Auf dem Feld scheint der Hass aber weiterhin zu dominieren, wenn auch meist hinter vorgehaltener Hand.

Deutlich wurde jetzt aber der Bundesliga-Trainer Christoph Daum: Der 54-Jährige erklärte in einer Fernsehdokumentation, dass Schwule sich vom Sport fernhalten sollen, weil sie als Gruppe es schließlich nur auf wehrlose Kinder abgesehen hätten. Er bedient damit das längst überwunden geglaubte Klischee vom bösen alten Onkel, der jede Sekunde seines Lebens daran denkt, minderjährige Jungs zu vergewaltigen.

So ist es kein Wunder, dass sich kein schwuler Profifußballer traut zu outen. Während in nahezu jedem gesellschaftlichen Bereich – vielleicht mit Ausnahme der katholischen Kirche – Schwule und Lesben den Kampf gegen Vorurteile zu gewinnen scheinen, ist Homosexualität im Profifußball nach wie vor ein großes Tabu. Und das wird so bleiben, solange dumme Menschen wie Daum derlei Kommentare abgeben dürfen, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Dabei ist Daum als Trainer des 1. FC Köln ausgerechnet in Deutschlands Schwulenhauptstadt aktiv. Die sonst so fröhlichen Rheinländer werden somit neben ihrem einfältigen Kardinal mit einem weiteren Schwulenhasser konfrontiert. Daum ist leider keine Ausnahme: Der im Stadtteil Hahnwald lebende Coach ist nach dem italienischen Manager Luciano Moggi bereits der zweite Fußballer in Folge, der eine Homo-Gurke erhält. Moggi hatte in einem Interview unter anderem erklärt, er wollte seinen Jungs nicht zumuten, mit bösen Schwulen gemeinsam zu duschen. Der 70-Jährige befindet sich nach Skandalen bereits im Ruhestand. Daums Hasstirade ist darum ungleich schlimmer, weil er noch aktiv und gerade wegen seines sportlichen Erfolges ein Vorbild für Millionen Fans ist. Er ist insbesondere für Jugendliche meinungsbildender als es Leute wie Klaus Wowereit oder Volker Beck je sein können.

Daum selbst ist als überführter Drogen-Konsument wahrlich kein Muster-Vorbild für Kinder. Als er im Jahre 2000 für das Amt des Bundestrainers im Gespräch war, wurde in seiner Haarprobe Kokain nachgewiesen. Er musste daraufhin eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro bezahlen. Die Haarprobe hatte er zuvor wirklichkeitsfremd abgegeben mit dem Hinweis: "Ich tue dies, weil ich ein absolut reines Gewissen habe".

Wöchentliche Umfrage

» Was müsste Christoph Daum tun, um die schwulen Köln-Fans zu besänftigen?
    Ergebnis der Umfrage


Schwule im Fußball: "Es widert mich an, über so etwas zu reden"

Das Deutsche Sportfernsehen strahlt am 19. Mai mit "Tabubruch" eine neue Dokumentation über Homosexualität im Fußball aus.
Jetzt hat Christoph Daum die Schwulen lieb

Bei der Auslosung für das Benefiz-Fußballturnier "Come Together Cup" hat sich der Kölner Trainer Christoph Daum für das Coming-out von Profilfußballern ausgesprochen.
Daum entschuldigt sich bei schwulen Fans

Christoph Daum, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, hat sich von seinen homophoben Äußerungen distanziert und sich bei Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs entschuldigt.

73 Kommentare

#1 atroposAnonym
  • 22.05.2008, 17:56h
  • bombardiert sie mit mails:

    info@fc-koeln.de

    habe grade schon um eine Stellungnahme des FC Köln gebetn, inwiefern herr daum die meinung des gesammten vereins vertritt!
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#2 schnuckelgayAnonym
  • 22.05.2008, 19:22h
  • ach gott ja,
    hatt herr daum das gesgat nachdem er eine weise nase hatte oder davor?!
    wer im glashaus sitzt sollte nicht mit steinen werfen-einfach mal peinlich der mann
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#3 Egon ErwinAnonym
  • 22.05.2008, 19:28h
  • Manche Leute finden es wohl ganz böse, wenn jemand eine Meinung vertritt, die von der Political Correctness abweicht. Meinungsfreiheit bleibt Meinungsfreiheit, das ist Demokratie.
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#4 David (der frühere Poster)Anonym
  • 22.05.2008, 19:42h
  • Antwort auf #3 von Egon Erwin
  • Eben.
    Daum hat darf seine Meinung vertreten, und wir dürfen, zu dem was er sagt, auch unsere Meinung dazu geben.
    Nur darf man sich dann nicht wundern, wenn diese auch nicht gerade nett gegenüber jemandem ausfällt, der so einen Blödsinn verzapft.
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#5 HannibalEhemaliges Profil
#6 MarcAnonym
#7 Dreamthief
  • 22.05.2008, 21:08h
  • Antwort auf #6 von Marc
  • Ist sie das?

    Nun, ich für meinen Teil kann nicht Erkennen, dass hier "abweichende" Meinungen zensiert werden würden. Insofern findet Meinungsfreiheit hier durchaus statt.

    Wie sinnvoll es letztendlich ist, seinen Senf - sofern abweichend von der zu erwartenden vorherrschenden Meinung - stets anonym von sich zu geben, darum mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

    Ich persönlich neige dazu, unbekannte Autoren nicht sonderlich für voll zu nehmen, kommt dabei ja schließlich rüber, dass ebenjene Autoren nicht hinter ihren Äusserungen stehen.

    Apropos Autor und um den Schwung zurück zum Thema zu finden:
    Menschen, die selber genug Dreck am Stecken haben und dann meinen, sie müssten auf den vermeintlichen Schmutz von anderen hinweisen, sind nicht zwingendermaßen vertrauenswürdig.
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#8 chrisProfil
#9 David (der frühere User)Anonym
  • 22.05.2008, 21:26h
  • Antwort auf #6 von Marc
  • Ach ne... da geht die Bundesliga ja mit tollem Beispiel besser voran...
    Meinungsfreiheit für schwule Bundesligaspieler?
    Von wegen.
    Ihr merkt noch immer nicht, was Kern der Kritik ist, und wieso Daum (oder ihr) ein tolles Eigentor schiesst.
    Fakt ist, das Fussball ein sehr schwulenfeindliches Image hat, obwohl auch dort 5-10% schwul sein müssten, was für Konflikte sorgt.

    Wie wäre es denn mal, wenn ihr euch zu diesem Problem äussert, dazu, das man schwulen Bundesligaspielern ein Maulkorb auferlegt wird, ein Doppelleben für die Öffentlichkeit vorgegeaukelt, etc...
    Sich nicht zu outen weil ist privat ist, ist eine Sache - anderen dies aber vorzuschreiben, das sie gefälligst die Klappe zu halten oder gar Lügen zu haben eine andere...
    Es geht nicht darum zu sagen "seht her, wir sind ja so anders, es ist ja toll schwul zu sein", sondern es geht darum das man der sein kann der man ist, und das man nicht mehr drum rum lügen muss.

    Das Problem wird schon länger diskutiert, und die Aussage "man müsse Kinder schützen" (deshalb darf man nicht für einen offenen Umgang und dafür diese Probleme zu beseitigen, werben???) gleicht einem Elefanten im Porzellanladen.
    Damit verkennt man die Realität, in der z.B, ein homosexueller Jugendlicher (könnte ja auch ein Fussballfan sein, oder??) nach seiner Identität sucht, und sich aufgrund der Homophobie anderer (oder gar eines Vorbildes) schwer tut - wer muss denn da bitteschön vor wem geschützt werden??? Ist ja ein toller Schutz von Kindern und Jugendlichen.

    Wenn ihr Fussballfans einen grossen Wert darauf legt euch Homophobie nachsagen zu lassen - bitte sehr. Wundert euch dann nicht über die
    empörten Reaktionen betroffener Leute, die von der Homphobie - mit der sie konfroniert sind - die Schnauze voll haben.

    Bedenkt, das ihr damit den einen oder anderen Fussballstar den ihr möglicherweise verehrt auch keinen Gefallen tut, oder diese sogar in ihrer Würde verletzt. Oder habt ihr eine Ahnung, wie toll es ist, jemand sein zu müssen, der man nicht ist?

    "Wir" sind nicht diejenigen, die im Glashaus sitzen.
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#10 BenedictusAnonym
  • 22.05.2008, 23:52h
  • War dieser Fritzl aus dem österreichischen Amstetten eigentlich auch schwul??? Gibt es eigentlich Zahlen darüber, wieviele Missbrauchsfälle Jungen und wieviele Mädchen betreffen? Das würde mich mal interessieren. Wäre dann mal interessant, welche Schlussfolgerung man daraus ziehen könnte.
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