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Der jamaikanische Premierminister Bruce Golding hat westliche Länder davor gewarnt, "ausländische Werte" wie Homosexualität seinem Land aufzudrängen – er selbst werde "niemals" einen schwulen Minister ernennen.

Golding, der auch Chef der Jamaica Labour Party ist, erklärte bei einem Staatsbesuch in London gegenüber der BBC: "Jamaika wird keine Werte anerkennen, die dem Land von außen aufgezwungen werden." Er wirft insbesondere Großbritannien Kolonialgebahren vor.

Der 60-Jährige ist ein strikter Anhänger der Bestrafung von Schwulen. Derzeit stehen auf der Karibikinsel bis zu zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit auf männliche Homosexualität.

Die einheimische Homo-Gruppe J-Flag kritisierte die Äußerungen des Regierungschefs. Diese würden gewalttätige Übergriffe auf Schwule geradezu herausfordern, erklärte Jason McFarlane, Sprecher des Jamaica Forum für Lesbians, All Sexuals and Gay (J-FLAG). In den letzten Jahren wurden dutzende Schwule von wütenden Mobs ermordet.

Immer wieder in der Kritik stehen derzeit auch jamaikanische Reggae-Sänger, die in ihren Liedern zur Ermordung von Schwulen und Lesben aufrufen. So hatte der Künstler Sizzla zuletzt für Aufregung gesorgt, weil er in der EU und zuletzt in Deutschland Konzerte geben konnte, obwohl er nach Angaben der Bundesregierung mit einem Einreiseverbot belegt worden war (queer.de berichtete). (dk)



14 Kommentare

#1 Simon
  • 23.05.2008, 12:36h
  • Wie schön, dass manche vergessen, dass auch sie einer Gruppe angehören, die immernoch nicht weltweit auf Akzeptanz stößt. Dunkelhäutige wurden und werden auch verfolgt, versklavt und mit Verachtung angesehen. Die ganze Geschichte mit der Sklaverei, der Apartheit und dem latenten Rassismus müsste doch zu denken geben. Wie lange kämpfen die Schwarzen schon für Gleichberechtigung? Sie ist leider noch nicht überall erreicht. Somit haben wir einen gemeinsamen Feind, die Intoleranz. Aber wer akzeptiert und respektiert werden will, muss das Gleiche auch den anderen zukommen lassen.
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#2 :-(Anonym
  • 23.05.2008, 13:56h
  • Nur sonderbar, dass diese kleinen Futzelstaaten einen westlichen Wert, nämlich unser Geld, nicht so vehement ablehnen...

    Warum kommt man diesen Staaten in ihrem Bestreben nach völliger Eigenständigkeit nicht entgegen und bricht alle wirtschaftlichen, diplomatischen, touristischen und sonstigen Verbindungen ab?
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#3 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 23.05.2008, 14:28h
  • Antwort auf #1 von Simon
  • Nee, Simon, das muss er nicht; vorsichtig, Simon: Wo kämen wir hin, wenn es in punkto Toleranz nach dem Motto ginge: "So du mir, so ich dir"? Und dieses Saubermanns Hautfarbe sollten wir schon gar nicht in die Debatte werfen, sonst ist es nämlich mit unserer Toleranz auch nicht weit her. Denn in dem Moment, in dem wir die Hautfarbe eines Menschen der Erwähnung wert finden, ist sie für uns noch nicht so selbstverständlich, wie sie für einen tatsächlich Toleranten selbstverständlich zu sein hat: nämlich absolut nicht der Erwähnung wert. - Menschen die sich bemüßigt fühlen, so im Gespräch über jemanden so ganz angeblich ohne Arg einzufließen zu lassen, der oder der, das wäre übrigens 'n Schwuler gewesen oder 'n Jude oder 'n Dunkelhäutiger oder 'n Behinderter... Ein Mensch, der mir solches nebenher mitliefert, mit dessen Toleranz ist es meiner Ansicht nach nicht gut bestellt. Da hapert was. - Meinst' nicht auch, Simon? Und gegen die hirnrissigen Ansichten dieses Herrn, der uns Schwule da zur "westlichen Unkultur" zählt, zu einer Facette der "Neokolonialismus", gibt es doch wohl einen Sack voll lupenreiner Argumente; da müssen wir uns nicht der zweifelhaften bedienen.
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#4 Sven_
  • 23.05.2008, 17:27h
  • @1 & @3:
    Ich sehe bei Simon keine rassistischen Tendenzen.
    Den Hinweis von ihm finde ich sehr verständlich und auch nachvollziehbar.
    Allerdings reagieren Menschen, die Ablehnung erhalten eben meist mit sehr großer Ablehnung gegenüber Menschen, die scheinbar noch weniger Wert sind als sie selbst.
    Simon tut dies nicht, sondern stellt sich gar mit diesem Premierminister auf eine Stufe, die Opferstufe, ohne sich dabei über ihn erhöhen zu müssen.

    Sicherlich hast Du, Prignizer, recht, dass es viele wichtige Argumente gibt. Aber darauf hinzuweisen, dass wir uns quasi weltweit in der gleichen Situation befinden, halte ich für sehr wichtig.

    Außerdem zeugt es nicht unbedingt von Intoleranz, wenn man Unterschiede bemerkt und benennt. Wichtig ist wie man sie benutzt und ob man mit Ihnen anderes erklären will.
    In der Schwulenszene werden Langhaarige oft mit den verschiedensten Vorurteilen belegt: von weibisch bis ungepflegt.
    Auch wenn ein Langhaariger weder Transgender noch eine "Drecksau" ist, so bleibt er doch langhaarig.
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#5 hwAnonym
  • 23.05.2008, 17:37h
  • ich kenne als buddhist einen, der behauptet
    homosexualität sei nicht tibetanisch.
    meine traurigkeit über soviel dummheit
    hält sich aber in grenzen.
    der lamaismus ist eben auch nicht buddhistisch,
    gemessen an buddhas klassischen schriften,
    lehren und handlungen.
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#6 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 23.05.2008, 21:51h
  • Antwort auf #4 von Sven_
  • Sven, ich habe dem Simon absolut keine "rassistischen Tendenzen" bescheinigen wollen... um Himmelswillen, das liegt mir fern. Ich wollte doch nur um Vorsicht bitten, und es ist auch nicht unbedingr Intoleranz, wenn man Unterschiede bemerkt und benennt, aber die H a u t f a r b e ist nun wirklich kein zu bemerkender oder zu benennender Unterschied.

    Apropos: Rassismus. Lies mal den Kommentar Nr.2 ! Wer von einem "kleinen Futzelstaat" spricht... na ja, dem würde ich nun Rassismus in seiner schlimmsten Ausprägung bescheinigen. Aber da sind wir uns beide ja vermutlich sehr einig, oder?
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#7 antifredAnonym
  • 24.05.2008, 07:14h
  • Antwort auf #5 von hw
  • "....Knapp zwei Drittel der Einwohner gehören einer protestantischen Kirche an, ein Ergebnis der britischen Herrschaft über die Insel. Die wichtigsten sind die Church of God (etwa 21,2 %), die Baptisten (etwa 8,8 %), die Anglikaner (etwa 5,5 %), die Siebenten-Tags-Adventisten (etwa 9 %), die Pfingstler (etwa 7,6 %), die Methodisten (etwa 2,7 %), die United Church of Christ (etwa 2,7 %), die Brethren (etwa 1,1 %), die Zeugen Jehovas (etwa 1,6 %) und die Herrnhuter (etwa 1,1 %). Die ursprünglich von den Spaniern verbreitete Römisch-katholische Kirche hat heute einen Anteil von lediglich 4 %. Dennoch besteht eine Erzdiözese in Kingston und Diözesen in Mandeville und Montego Bay. Die anglikanische Kirche auf Jamaika gehört zur Church of the Province of the West Indies, vertreten durch Bischof Alfred Charles Reid in Kingston...." Na da ist doch alles klar! Oder noch Fragen?
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#8 AntichristProfil
  • 24.05.2008, 08:47hHH
  • Wie gut das Golding nicht das ewige Leben für sich erfunden hat und mit seinen immerhin schon 60 Jahren der dortigen Bevölkerung wohl auch nicht mehr all zu lange schaden kann.
    Aber ob nun mit oder ohne Golding, irgendwann wird selbst Jamaika einsehen müssen, dass dank Globalisierung keine Insel eine Insel ist.
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#9 AntichristProfil
  • 24.05.2008, 11:51hHH
  • Antwort auf #7 von antifred
  • @antifred: "Na da ist doch alles klar! Oder noch Fragen?"
    Aber eigentlich auch nichts neues. Läuft es doch im Endeffekt wieder auf das gleiche heraus. Die Beeinflussung der sozial gebeutelten Gesellschaft durch die diversen religionsbestimmten Glaubensrichtungen gegenüber der Menschenrechte, die dabei schamlos unterliegen.
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#10 antifredAnonym