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Jungs in der Midlfe-Crisis: Das Möbelhaus am Samstag

Der Einkauf mit dem Lebensgefährten an einem Samstag bei einem Möbelhaus mit Filiale im Autobahnrandbebauungsgebiet gehört zu den Schwellenproblemen des Beziehungsalltages. Es heißt, dass der erste gemeinsame Einkauf ähnliche Aussagekraft über die Partnerschaft besitzt wie der erste gemeinsame Urlaub. Beides haben wir lange hinter uns. Der Einkauf selbst, genau wie der Urlaub, ist nicht das Problem.

Die Planungsphase ist unsere Prüfung, denn diese verlief im freien Rollenspiel zwischen Mr. "Was du nächste Woche kannst besorgen das verschieb doch wenigstens auf übermorgen (mein Lieblingspart) und Mr. "Lass es uns endlich tun" (seine preisverdächtige Darstellung) bereits seit April. Jeden Samstagmorgen, genauer gesagt.

Ich: "Wollen wir nicht lieber heute Nachmittag fahren? So früh ist da sicher die Hölle los!"
Er: "Du willst dich nur wieder drücken. Auch dieses Möbelhaus hat bis zum Abend geöffnet. Lass es uns jetzt tun, dann können wir die Bausätze auch gleich noch zusammen schrauben und aufstellen."
Ich: "Ich denke ja eher, dass alle so denken und es vormittags brechend voll sein wird!"

Zugegeben, es ist kein Wunder, dass wir unsere Balkonmöbel-Shoppingtour seit zwei Monaten fleißig Woche um Woche verschieben.

Er: "Du musst immer das letzte Wort haben?"
Ich: "Ich will nur nicht Stunden meines jungen Lebens in der Schlange vor der Kasse verbringen."

Grummeln. Wir beide wissen, dass ich vor allem meinen Hintern nicht aus dem Sessel erheben möchte. Das kann ich nur jetzt nicht mehr zugeben.

Nach einer halben Stunde aus dem Weg gehen ist mir klar: Der Nachmittag gestaltet sich bei dieser Stimmung erheblich anstrengender als ein überfülltes Kinderparadies im Möbelhaus. Also wage ich den ersten Annäherungsversuch.

Er: "Ach, die Kratzbürste will jetzt kuscheln?"
Ich: "Bist du sauer?"

Grummeln. Wie komme ich nur auf diese Idee? In seinen Augen lese ich die Antwort: Ja. Mit drei Ausrufezeichen.

Ich: "Bist du jetzt beleidigt?" Grummeln. Es ist Zeit, nachzugeben. "Also gut. Lass uns fahren."
Er: "Warum denn nicht gleich so?"

Als wir dann ohne jeden Stau und ohne eine Schlange irgendwo in dem beinahe menschenleeren Möbelhaus ankommen, sind leider keine Gartenmöbel mehr da.

Ich nehme mir vor: Im nächsten Frühjahr höre ich gleich auf ihn.

Aber vorher planen wir erstmal den Sommerurlaub 2008. Irgendwann nächste oder übernächste Woche. Ist ja noch lange hin....