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Nach Ansicht von Professor Israel Gutman vom Jad-Waschem-Institut ist die Errichtung des Homo-Mahnmals in Berlin ein Fehler.

"Ich hatte viele Jahre den Eindruck, dass die Deutschen die unglaubliche Reichweite der im Holocaust verübten Verbrechen verstehen, die sie begangen haben", erklärte Gutman nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in der polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita". "Dieses Mal haben sie aber einen Fehler begangen".

Schwule "Opfer von internen Kämpfen innerhalb der NSDAP"

"Die Wahl des Ortes war schlecht. Die Besucher haben den Eindruck, dass es keinen großen Unterschied zwischen dem Leiden der Juden und dem der Homosexuellen gab. Es ist ein Skandal." Gutman erklärte, die Nazis hätten nur deutsche Homosexuelle verfolgt, viele von ihnen seien zudem selbst Nationalsozialisten gewesen. Sie seien "Opfer von internen Kämpfen innerhalb der NSDAP" geworden, so Gutman.

Das Homo-Mahnmal in Berlin ist am Dienstag von Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und anderen prominenten Vertretern feierlich eingeweiht worden (queer.de berichtete). Auch in Tel Aviv ist ein Mahnmal geplant (queer.de berichtete).

Das Jad-Waschem-Institut in Jersualem untersucht den von Nazi-Deutschland verübten Holocaust an den Juden. Der Historiker Gutman war von 1993 bis 1996 Chef des Institutes und forscht heute nach wie vor. Als Jugendlicher überlebte er den Nazi-Terror, davon zwei Jahre im Konzentrationslager.

Die Gedenkstätte Jad Waschem wird jährlich von über zwei Millionen Menschen besucht. (dk)



86 Kommentare

#1 roterginsengEhemaliges Profil
  • 30.05.2008, 17:35h
  • kommentar einfach weglassen, wellensittich zur seite
    und aus der w (waschem) ein vogel-f machen also:
    V ...........muss aber nicht sein ?!?!
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#2 queer_dennis (Admin)Profil
  • 30.05.2008, 17:50hKöln-Weiden
  • Antwort auf #1 von roterginseng
  • Vielen Dank für den Hinweis. Weil in letzter Zeit häufig die Schreibweisen hier auf queer.de kritisiert wurden, möchte ich kurz Stellung beziehen. Wir benutzen hier bei Worten, die nicht aus dem lateinischen Alphabet kommen, die deutsche Schreibweise und nicht die englische (Jad Waschem statt Yad Vashem). Das wird auch bei Namen so gehandhabt (z.B. Ahmadinedschad statt Ahmadinejad). Dadurch lässt sich der Text einfacher lesen, auch wenn jemandem nicht diese Worte geläufig sind. Natürlich werden Spitzfindige Ausnahmen finden. Aber generell wollen wir nicht durch mehr oder weniger exotische Schreibweisen das Lesen erschweren.
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#3 HannibalEhemaliges Profil
  • 30.05.2008, 18:01h
  • Sowas musste ja kommen!
    Dann sind wir Homos also mal wieder Opfer 2. Klasse! Und selber schuld sowieso - denn alle Schwulen waren Nazis! Ergo haben die auch verdient, vergast, zerschnitten und kastriert zu werden. Der Greis leidet wohl an Demenz!
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#4 :-|Anonym
  • 30.05.2008, 18:09h
  • "...keinen großen Unterschied zwischen dem Leiden der Juden und dem der Homosexuellen gab."

    Gab es auch nicht. Es ist ziemlich schäbig zwischen Opfern erster und zweiter Klasse zu unterscheiden. Klar sind mehr Juden ermordet worden als Schwule. Aber ist den schwulen Opfern nicht wenigstens auch ein Betonblock erlaubt neben den hunderten nebenan? Von den zig anderen Gedenkstätten weltweit mal ganz abgesehen?
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#5 roterginsengEhemaliges Profil
  • 30.05.2008, 18:10h
  • es gibt jede menge überlebende der nazi-verbrechen,
    auch in israel, die herrn gutman, unter auschluß der öffentlichkeit, den vogel zeigen würden.

    zufälligerweise waren solche letztens bei arte unter
    einem großen baum bei ihrem wöchentlichen debattiertreffen in der höhe des herzl-parks zu sehen
    und zu hören.

    ich unterstelle ihm jetz mal ein sicheres gesprür, was er zu erzählen hat, wenn er einer polnischen zeitung ei interview gibt.

    keine unterstellung ist der "gerechte unter den völkern"
    der in jad waschem geeehrt wird, der als oberbefehhlshaber der japanischen truppen in der mandschurei, exakt die gleichen barbarischen menschenversuche an hnderttausenden von chinesen gemacht hat, wie die nazis an judn und anderen. herr gutman ist ashkenazi
    nicht sephradim.

    die unterschiedliche art der wahrnehmung von vebrechen bei ashkenazis und sephradim geht aus ausschnitten einer dokumentation des israelischen fernsehsenders tv 10, ein bißchen hervor.

    de.youtube.com/watch?v=cpA6Zioq57w
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#6 Tim_ChrisProfil
  • 30.05.2008, 18:12hBremen
  • Zitat: "Gutman erklärte, die Nazis hätten nur deutsche Homosexuelle verfolgt, viele von ihnen seien zudem selbst Nationalsozialisten gewesen."

    Stimmt schon. Nachdem sich Hitlers Truppen halb Europa einverleibt hatten, waren österreichische, polnische u.a. Homosexuelle ja auch Deutsche. Aber genauso wurden auch NUR DEUTSCHE Juden, Sintis, Romas usw. in die KZs verschleppt und sobald einer der Nazis als Schwul geoutet oder auch nur denunziert wurde, landete er ebenfalls im KZ und wurde dort genauso gefoltert wie die anderen Homosexuellen und Juden.

    "Die Besucher haben den Eindruck, dass es keinen großen Unterschied zwischen dem Leiden der Juden und dem der Homosexuellen gab."

    Mal abgesehen von der Zahl der jeweiligen Leidenden, bitte, welchen Unterschied gab es? Sie wurden alle gleich gefoltert, zu Versuchszwecken oder als Kanonenfutter missbraucht, vergast, zu Tode gespritzt, vergewaltigt, erniedrigt und und und. Die Homosexuellen haben genauso gelitten wie die Juden. Weshalb soll es dann einen Unterschied geben?
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#7 roterginsengEhemaliges Profil
  • 30.05.2008, 18:34h
  • so. meine ertse wut ist verraucht.
    natürlich hat dieser japanische oberbefehlshaber
    die verbrechen nicht selbst begangen, sondern nur
    militärisch abgesichert und durch ressourcenerteilung ermöglicht.

    meine bemerkungen zu ashkenzazis beziehen sich
    natürlich nur auf die hardcore-zionisten unter ihnen.
    dort war herr gutman seit seiner jugend mitglied.
    diese war 'ein' teil des aktiven jüdischen widerstandes
    gegen das ns-regimes.

    das menschen-ranking dieser spielart des zionismus wirft bei mir die frage auf, wie weit jüdische offiziere als aktiver teil der armee in einer deutschen diktatur, ohne judenverfolgung, in die sowjetunion einmarschiert wären ?
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#8 antos
  • 30.05.2008, 19:38h
  • Antwort auf #2 von queer_dennis
  • Lieber queer-dennis,

    hier muss ich jetzt mal kurz klugscheißen, sorry vorab. Ihr nutzt die deutsche Schreibweise, das ist natürlich auf einer deutschen Seite ok, ähm, gut - aber:

    "Das wird auch bei Namen so gehandhabt (z.B. Ahmadinedschad statt Ahmadinejad)."

    Diese Schreibweise ist falsch. Der Name, der aus zwei Bestandteilen besteht [Ahmadi-Nejad] wird in fast allen deutschen Medien falsch transkribiert und von unseren Nachrichtenvorlesern falsch ausgesprochen. Mit der Buchstabenkombi 'dsch' [gesprochen wie geschrieben] wird der farsi-Bushstabe ﺝ [dschim] übersetzt - der kommt aber in dem Namen nicht vor. Stattdessen wird 'Nejad' [Bedeutung so was wie 'gebürtig', ''abstammend von'] mit ژ [je] geschrieben. Dieser Buchstabe wird in professionellen deutschen Transkriptionen sowie in jedem Wörterbuch wahlweise mit 'zh' oder eben mit 'j' transkribiert. Ausgesprochen wird er nicht 'dsch', sondern als weiches 'j' wie im französischen Wort 'Journal' - also ohne den D-Laut.

    Danke & Grüße, ich fühle mich jetzt deutlich besser :-)
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#9 antos
  • 30.05.2008, 20:01h
  • Auf die Gefahr hin virtuell gevierteilt zu werden: Aus der Sicht eines jüdischen Betroffenen verstehe ich diesen Kommentar sehr gut. Das Nazi-Reich hat anti-semitische Grundpfeiler - es war von Beginn an, das sollten wir nicht vergessen, auch von der Spitze herab auf Judenhaß aufgebaut. Keineswegs auf Homophobie oder sonstwas. Hat man dies im Blick, ist es völlig nachvollziehbar, dass ein jüdischer KZ-Überlebender die schwulen Opfer zwar als entsetzlich, aber im übergreifenden Zusammenhang als - ich finde jetzt kein anderes Wort - Marginalie betrachtet. Genauso wird er die wackeren Linken [so viele Beispiele!] und andere als Marginalien des großen deutschen anti-semitischen 'Aufräumens' betrachten. Und wie gesagt: ich kann das gut nachvollziehen.

    Ob diese Betrachtungsweise für den heutigen [2008] Umgang mit der Nazi-Vergangenheit nützt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
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#10 schwarzwaldbub
  • 30.05.2008, 21:33h
  • Aus Schilderungen schwuler Holocaust-Überlebender schließe ich, dass in der Tat wohl kein Unterschied zwischen dem Leiden eines jüdischen und dem eines anderen KZ-Häftlings bestanden haben dürfte - auch wenn Jüdinnen und Juden die ungleich größte Opfergruppe waren - das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin ist nun auch - mit gutem Grund - sehr viel größer gebaut worden als das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

    Möchte Professor Gutman wirklich das Rechnen anfangen?

    Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass die Schwulen (und lesbischen) Opfer der Nazis selbst Nazis gewesen sind - kann Professor Gutman das belegen?

    Was meint Professor Gutman, wenn er argumentiert, die Nazis hätten "nur" deutsche Homosexuelle verfolgt? Das stimmt so - nachweislich - übrigens nicht. Selbst wenn, so wäre das schlimm genug!

    Bekanntlich wurden KZ-Häftlinge mit den berüchtigten Winkeln gebrandmarkt und Homosexuelle standen in der Lagerhierarchie ganz unten. Nach dem Krieg wurden Schwule in Deutschland zwar nicht mehr staatlich sanktioniert ermorden, die "rosa Listen" wurden jedoch fort geführt, der Schandparagraf 175 bestand bis 1994 (in der DDR §151 bis 1988).

    In vielen Ländern droht Schwule bis auf den heutigen Tag die Todesstrafe, die Verfolgung von Schwulen steht auf der Tagesordnung und selbst in Deutschland müssen wir gegen homophobe Diskriminierung kämpfen, überall auf der Welt kommt es zu homophoben Hass-Verbrechen bis hin zu bestialischem Mord.

    In Deutschland unterliegen Lesben und Schwule bis heute dem Eheverbot. Eine ähnliche Diskriminierung gegen Jüdinnen und Juden wäre (zu Recht) undenkbar.

    Da möchte ich ausdrücklich begrüßen, dass trotz der sehr unterschiedlichen Opferzahlen das Schwule Mahnmal in der Nähe des jüdischen positioniert ist. Antisemitismus und Homophobie halte ich für gleich schlimm: Oder macht es einen Unterschied, ob ein (deutscher) Schwuler oder ein Jude ermordet wird?

    Man müsste mit Professor Gutman einmal diskutieren, welche Gedanken ihn bei solchen Äußerungen umtreiben.

    Ich bin froh, dass es die Gedenkstätten gibt. Für den eigentlichen Skandal halte ich aber, dass keine große Gedenkstätte für alle Opfer gebaut wurde. Selbst wenn dann mancher Rabbiner kein Kaddisch mehr sprechen mag. Als schwuler Mann beschleicht mich das Gefühl, als wollte man mir mitteilen, dass die Nazis das mit den Schwulen schon richtig gemacht hätten.

    Als Deutscher habe ich mich mit Antisemitismus auseinander gesetzt - Professor Gutman sollte seine homophobe Einstellung reflektieren - gerade als ehemaliger Leiter von Jad Waschem.

    Professor Gutman! Haben Sie Respekt vor "unseren" Opfern und gönnen Sie uns unser kleines Mahnmal!
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