Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?8835
  • 31. Mai 2008, noch kein Kommentar

Drei neue Veröffentlichungen, die überzeugen: Fredrika Stahl, Inga Lühning und Cristin Claas verzaubern zwischen Jazz und Pop.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Drei Ladys, die darauf warten entdeckt zu werden: Cristin Claas und Inga Lühning aus Deutschland sowie Fredrika Stahl aus Schweden haben zwar schon die ein oder andere CD aufgenommen, gelten aber noch als Geheimtipps im Musikgeschäft. Wir stellen euch die talentierten Mädels vor, die im weiten Land zwischen Jazz und Pop ihre Zelte aufgeschlagen haben.

Fredrika Stahl gab 2006 ihr Debüt. "A Fraction Of You" schaffte im für feinsinnige Musik zugetanen Frankreich den Sprung in die Charts. Kein Wunder, denn die 23-jährige Schwedin hat sich Paris als zweite Heimat ausgesucht. Die Deutschen kennen sie vielleicht noch aus dem Vorprogramm einer Tour mit Lionel Richie. Unlängst hat sie mit "Tributaries" ihr zweites Album veröffentlicht. Bis auf das Mike-Stoller-Stück "Monumental Mismatch" stammen alle Songs aus eigener Feder. Und Stahl zeigt sich sowohl sprachlich und musikalisch international und vielseitig. Das auf Französisch gesungene "Pourquoi pas Moi" ist eine Pop-Hommage an die Musette-Tradition, in das hinreißende schwedische "Dina Ögon Blå" schmuggeln sich sogar Reggae-Rhythmen hinein. "Oh Sunny Sunny Day" gibt sich als kecker Ragtime-Swing, dessen nostalgischer Charme noch durch die, wie von einem alten Röhrenradio übertragene Stimme erhöht wird. Und zeigt sich Stahls Gesang in der Jazz-Ballade "I’ll Win Your Heart" von entspannter Schönheit, ist "Irreplaceable" eine funkige und mit strahlenden Bläsern durchsetzte Hommage an all die Menschen, die für Stahl so unersetzlich sind.

Filigran und leichtfüßig gibt sich auch Cristin Claas (28), die im letzten Jahr mit dem Album "In the Shadow of Your Words" für Aufsehen sorgte. Kaum eine Zeitung, die nicht voller Euphorie über die Schönheit berichtete: Ob "Süddeutsche", "Welt", "Bild" oder "Playboy" – alle schwärmten von den "berührenden Songs zwischen Pop, Folk und Jazz" ("Sächsische Zeitung" im Juni 2007). Genau genommen ist Cristin Claas ein Trio – der Gitarrist Stephan Bormann sowie der Pianist, Keyboarder und Percussionist Christoph Reuter unterstützen die Sängerin sowohl auf der Bühne als auch im Studio. Die zwölf neuen Songs auf "Paperskin" laden zum Relaxen und Träumen ein. Claas’ samtweiche Stimme verzaubert mal auf Englisch, Deutsch oder in einer selbst erfundenen Sprache mit französischen Elementen ("Le Du Song"). Bei den drei Songs "Paperskin", "Rain Pours Down" und "Lass mich sinken" wird Claas von einem 60-köpfigen Orchester begleitet.

Auch das Quartett Lühning trägt den Namen seiner talentierten Frontfrau. Dass man damit Erfolg haben kann, wussten ja auch schon Sade oder Nena. Inga Lühning startet mit ihren Kollegen von Köln aus in die Musikwelt. Auch hierbei handelt es sich keineswegs um Newcomer, denn bereits 2002 erschien mit dem schlicht betitelten "Lühning" das Debüt der vier Musiker. Neben Inga gehören Bassist Helmuth Fass, Gitarrist Mario Mammone und Schlagzeuger Christian Thomé) zur Band. Auf dem neuen Silberling "Entfernung" gibt es ausschließlich Songs in deutscher Sprache. Die Kompositionen zwischen Jazz und Pop wurden mit einem ordentlichen Schuss Electro versehen. Bei "Gefangen" geht es sogar streckenweise in rockige Gefilde. Die Melodien vertrackt, die Texte anspruchsvoll, braucht man bei Lühning etwas mehr Zeit, um die Qualitäten zu entdecken. Dafür gibt es dann auch die ein oder andere Überraschung!

31. Mai 2008