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Er brachte Pop-Art und Androgynität in die Modewelt. Der legendäre schwule Designer wurde 71 Jahre alt.

Der Modemacher verstarb in der Nacht zum 2. Juni nach langer Krankheit in Paris im Alter von 71 Jahren an einem Gehirntumor. Saint Laurents Weg in die Welt der Mode war schon früh vorgezeichnet. Bereits als Schüler gewann er mit einer Cocktailkleid-Skizze einen Wettbewerb des internationalen Wollsekretariats. Als 18-Jähriger besuchte er die Schule des Chambre Syndicale de la Haute Couture, ein Jahr später lernte er Christian Dior kennen. Dior stellte das junge Talent ein. Damit begann der kometenhafte Aufstieg Saint Laurents an die Spitze der Modewelt. Innerhalb kurzer Zeit arbeitete er sich nach oben und übernahm die Leitung im Hause Dior. Auch privat fand er sein Glück mit Pierre Bergé, den er bei der Präsentation seiner ersten eigenen Kollektion als Chef kennen lernte und der später sein Lebens- und Geschäftspartner wurde. Zu seiner Homosexualität äußerte sich Saint Laurent allerdings erst 1991 öffentlich.

Einen herben Schlag versetzte dem Modemacher 1960 die Einberufung zum Militärdienst. Der Künstler wurde depressiv und verbrachte einige Monate in einem Militärkrankenhaus. Auch in seinem späteren Leben holten ihn die Depressionen immer wieder ein und belasteten ihn schwer. Als er sich erholt hatte, sollte Saint Laurent von der Dior-Zentrale in Paris nach London versetzt werden. Da er das nicht wollte, entschloss er sich, mit Hilfe seines Partners Bergé und der finanziellen Unterstützung eines Investors ein eigenes Couture-Haus zu eröffnen.

Er folgt dem Trend der Prêt-à-Porter-Mode und eröffnet eine Boutique in Paris. Immer wieder bestimmte Saint-Laurant in den folgenden Jahrzehnten den Stil der Damenmode. Er ließ sich von Malern inspirieren, führte Pop Art in die Mode ein, sorgte für den Transparent-Look und den Damensmoking. Außerdem erkannte das Paar Saint Laurent/Bergé bald die weit reichenden Möglichkeiten der Namensvermarktung. Unter dem Dach der Marke Yves Saint Laurent wurden bald auch Parfüm, Make-Up und Accessoires auf den Markt gebracht, die bald einen größeren Geschäftsanteil ausmachten, als die Mode.

Saint Laurents war einer der ersten, der den nackten Mann in die Werbung brachte. Zunächst mit einem Eigenporträt im Jahre 1971, das für viel Aufsehen sorgte. Später waren sogar männliche Geschlechtsteile auf Anzeigen für Parfüms von YSL zu sehen. Diesen Tabubruch griffen viele auf, unter anderen auch der schwule Designer Tom Ford, der für Saint Laurent eine Weile gearbeitet hatte.

Saint Laurents Schaffen wurde in zahlreichen Retrospektiven gewürdigt. 1985 überreichte François Mitterand dem Designer die Insignien eines Ritters der Ehrenlegion, im selben Jahr erhielt er auch den Mode-Oscar für sein Gesamtwerk. 2002 beendete er seine Karriere mit einer Retrospektive im Centre Pompidou. (ar)



#1 Ulli_2mecsProfil
  • 02.06.2008, 14:27hHamburg
  • nicht unerwähnt bleiben sollte vielleicht, dass ysl und sein langjähriger partner berger schon seit vielen jahren (seit den 80ern) auch schwule und aids-projekte unterstützt haben - vom radiosender frequence gaie (heute future generation) bis zu ACT UP und diversen aids-organisationen & kampagnen)
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#2 HannibalEhemaliges Profil