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Die Sozialdemokraten nehmen "mit ausgesprochenem Befremden" die Kritik von Martina Köppen, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, an Gleichstellungsrichtlinien der EU zur Kenntnis.

Köppen hatte Pläne der EU, Diskriminierungsrichtlinien auf Merkmale wie sexuelle Ausrichtung auszuweiten, als "Schlag für die Wirtschaft" kritisiert (queer.de berichtete). "Der Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist es, ihre Aufgaben in unabhängiger Weise wahrzunehmen", erklärten die SPD-Politikerinnen Christel Humme und Caren Marks. "Dazu gehören unter anderem Maßnahmen zur Verhinderung von Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu ergreifen. Sie ist also Lobby der Betroffenen. Köppens Versuch, etwa Schwulen und Lesben aus dem Diskriminierungsschutz am Arbeitsplatz auszuschließen, werde "dem gesetzlichen Auftrag der Antidiskriminierungsstelle" nicht gerecht.

Zuvor hatten bereits der Lesben- und Schwulenverband sowie die Grünen Köppen kritisiert.

Die Juristin Köppen war Europabeauftragte im Büro des Bevollmächtigten der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, bevor sie zur Antidiskriminierungsstelle wechselte (queer.de berichtete). Das führte bereits zu Kritik, weil die katholische Kirche dank einer Ausnahmeregelung im Gleichbehandlungsgesetz weiterhin gegen Schwule und Lesben im Arbeitsrecht diskriminieren darf. Im Frühjahr lud Koppen dann Kardinal Karl Lehmann, der offenbar nichts gegen Diskriminierung in der Kirche unternimmt, zu einer Konferenz der Antidiskriminierungsstelle ein, um den einleitenden Vortrag zu halten (queer.de berichtete).

Die Antidiskriminierungsstelle untersteht dem CDU-geführten Familienministerium. (dk)



#1 remixbebAnonym
  • 05.06.2008, 17:23h
  • Sehr interessant. Hat vielleicht jemand die E-Mail Adresse der guten Dame? Da würde ich mich doch mal gerne hin wenden. Auch ich habe bereits vor ein paar Monaten an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes geschrieben, eben wegen der "legitimen" Diskriminierung der Kirche. Ich selbst bin Sozialarbeiter. Da ein Großteil der Stellen in Trägerschaft der Kirche ist, ist es für mich nicht ratsam, aus der Kirche auszutreten, weil diese mich dann nicht nehmen würden. Dies steht meiner Meinung nach aber dem Grundgesetz entgegen, wonach ich freie Religionszugehörigkeit habe (oder eben nicht). Dass ich in diesem Laden, wenn es nicht aus obigem Grund wäre, schon sehr lange nicht mehr angehören würde, interessiert mich das Thema sehr.
    Von der Antisdiskriminierungsstelle wurde ich mit einer unklaren Antwort "abgespeist". Wenn ich nun jedoch sehe, was deren Leiterin vor diesem Job gemacht hat, wundert mich dies nicht..
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#2 schwarzwaldbub
  • 06.06.2008, 17:20h
  • Soso, wenn man Lesben und Schwule diskriminieren darf, nützt das also der Wirtschaft! Für was möchte die Deutsche Gesellschaft uns noch verantwortlich machen? Nachdem die Katholische Kirche uns für den Niedergang der heterosexuellen Familie beschuldigt, sind wir demnächst wohl auch am Abschmelzen der Polkappen Schuld!

    Martina Köppen erzählt Blödsinn – bei einer ehemaligen Angestellten der Bischofskonferenz der deutschen römischen Katholiken sind wir aber natürlich nachsichtig. Auf ihrem Posten ist sie aber fehl am Platze! Wer hat da nur den Bock zur Gärtnerin gemacht?
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#3 blogchefAnonym