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  • 08. Juni 2008, noch kein Kommentar

Das Comeback geht weiter: Der Bossa-Altmeister hat für sein neues Album wieder etliche Stargäste wie Fergie oder Juanes versammelt. Auch Natalie Cole ist dabei!

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Hätte Sergio Mendes vor zwei Jahren nicht mit dem aufgepeppten Remake von "Mas que nada" in Kooperation mit den Black Eyed Peas einen Superhit gelandet, der Altermeister des Bossa Novas und Easy Listenings würde wahrscheinlich heute noch ganz hinten in den Veröffentlichungsregalen verstauben. Seine große Zeit waren die 60er Jahre, seinerzeit zählte er zu den Superstars in den erwähnten Genres. Mendes blieb auch danach aktiv. Er veröffentlichte erfolgreich Alben in den 70er und 80er Jahren und hatte auch ab und zu – vornehmlich in den USA – den einen oder anderen Hit. Für das Comeback-Album im Jahre 2006 lud er sich hochkarätige Stars der Neuzeit ein (Justin Timberlake, Erykah Badu, John Legend), die seinen Sound aufpeppten und Mendes vor allen Dingen kommerziell wiederbelebten. Ganz nach dem Vorbild Carlos Santana, der seine dümpelnde Karriere auch mit Megasellern wie "Supernatural" zurück auf Erfolgskurs brachte und dabei die Crème de la crème heutiger Chartanführer versammelte.

Für "Encanto", das Nachfolgewerk zu "Timeless", pfiff Mendes und eine stattliche Riege von Stars stand wieder stramm: Das Album startet mit einem ziemlich schwachen Remake von "The Look of Love", einem der wunderbarsten Burt-Bacharach-Songs, der durch Dusty Springfield quasi schon ultimativ interpretiert wurde. Eine Sängerin wie Fergie (Black Eyed Peas) hat einfach nicht die Klasse, solch eine Ballade adäquat zu interpretieren. Danach geht es stetig bergauf: Schon beim nächsten Song ist der nächste BEP-Künstler am Start, denn will.i.am hat "Funky Bahia" verantwortet und Siedah Garrett dazu gebeten, was weitaus überzeugender klingt. Danach folgen behutsam entstaubte Klassiker wie "Waters of March" oder "Aqua de beber" sowie Gäste wie Natalie Cole, Till Brönner, Juanes und Jovanotti. Der Brückenschlag zwischen der Vergangenheit und Neuzeit, älteren und neuen Stars gelingt mit Leichtigkeit: Die Melodien sind größtenteils zauberhaft, fluffig und die modischen Aspekte wurden fast beiläufig eingewoben. Ein frisches, sommerliches Album, das sich gewiss nicht hinter "Timeless" verstecken braucht.

8. Juni 2008