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Das norwegische Parlament hat mit deutlicher Mehrheit für eine Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben votiert.

84 Abgeordnete stimmten am Mittwochabend in Oslo für die Gleichstellung, 41 dagegen. Nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses brach Jubel auf den Besucherrängen aus. Aus dem Ehegesetz werden nun alle Bezüge zum Geschlecht der Partner entfernt. Gegen die Ehe-Öffnung machten bis zuletzt die konservative Fortschrittspartei und die Christdemokraten Stimmung. Sie fürchten eine Schwächung der Institution Ehe.

"Das ist ein historischer Tag", erklärte dagegen Gunn Karin Gjul, Abgeordnete der regierenden sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Sie verglich die Abstimmung mit der Einführung des Frauenwahlrechts vor rund 100 Jahren.

Das Gesetz stellt schwul-lesbische Paare in allen Bereichen mit heterosexuellen gleich. So haben lesbische Paare zukünftig ein Recht auf künstliche Befruchtung. Alle Homo-Paare erhalten zudem das Adoptionsrecht.

Ehe-Schließungen sollen ab Anfang 2009 möglich sein. Allerdings können Pfarrer nicht gezwungen werden, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. In Norwegen haben Pfarrer auch die Funktion von Standesbeamten.

Die zweite Kammer des Parlamentes muss der Ehe-Öffnung noch zustimmen. Die Mehrheit gilt hier als sicher.

In Norwegen gibt es bereits seit 1993 Eingetragene Partnerschaften. In den letzten Jahren haben sich bei Umfragen stets zwei Drittel der Norweger für die Öffnung der Ehe ausgesprochen.

Nach den Niederlanden, Belgien, Spanien, Kanada und Südafrika ist Norwegen damit das sechste Land, das Schwulen und Lesben die Eheschließung ermöglicht. (dk)



20 Kommentare

#1 Tim_ChrisProfil
#2 gerdAnonym
  • 12.06.2008, 12:40h
  • Herzlichen Glückwunsch nach Norwegen. So sollte es in allen Staaten Europas sein.
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#3 alexander
  • 12.06.2008, 12:56h
  • supertoll, herzlichen glückwunsch den norwegern !!!
    immerhin jetzt das vierte land in europa, dass den konservativen, kirchlichen und politischen schwachsinn nicht unterstützt !
    besonders erfreulich, die hohe zustimmung in der bevölkerung und dem parlament.
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#4 Tim_ChrisProfil
#5 seb1983
  • 12.06.2008, 13:34h
  • Rund 200 Länder auf der Erde, davon 6 in denen Schwule heiraten dürfen, davon 4 in Europa, ansonsten in ganz Westeuropa eingetragene Partnerschaften, bald selbst bei den Ösis.

    Dafür dass am Anfang nur ne Frau nackt auf nem Stier geritten ist nicht schlecht, oder ;-))
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#6 SaschaEhemaliges Profil
  • 12.06.2008, 14:07h
  • Selbstverständlich ist diese Entscheidung erfreulich, denn die gesetzliche Gleichstellung ALLER Menschen ist die Grundvoraussetzung für eine freiheitlich-demokratische, egalitäre Gesellschaft.

    Andererseits sollte sich niemand hier einbilden, dass das Recht auf Eheschließung (oder deren wiederum diskriminierende "Subformen") irgendeinen nennenswerten, positiven Einfluss auf die konkrete Lebenswirklichkeit gerade junger Menschen hat, wenn es um die Frage nach sexueller Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung geht.

    Nach wie vor leben wir in einer aggressiv heteronormativen Gesellschaft, die junge Menschen und vor allem Männer vom ersten Atemzug an einer massiven Hetero-Gehirnwäsche unterzieht und sexuelle Vielfalt aus Erziehung und Bildung sowie aus den (überwiegend kommerziellen) Massenmedien weitgehend ausgrenzt.

    Wenn im Jahr 2006 weniger männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren die Freiheit fühlten, sich sexuell mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren als 15, 20 oder 30 Jahre zuvor, dann sollten bei uns eher die Alarmglocken läuten, als dass wir die Gnadenhäppchen formaljuristischer "Gleichberechtigung" (und in den meisten EU-Ländern sind wir sogar davon sehr weit entfernt) als vermeintliche Indikatoren gesellschaftlichen Fortschritts bejubeln. Eher sollen damit in den meisten Fällen der Status quo einer durch und durch heteronormativen Gesellschaft verteidigt, die "Community" weitgehend ruhig gestellt und grundsätzliche Veränderungen, die letztlich nur über Bildung, Erziehung, Aufklärung und breite Gleichbehandlungspolitiken zu erreichen sind, blockiert werden.

    Homo-Feindlichkeit und -Hass sind nicht nur dort, wo offen Gewalt gegen Homosexuelle gepredigt wird, sondern auch und mindestens ebenso wirkungsvoll da, wo eine bestimmte sexuelle Identität, nämlich die heterosexuelle, a priori zur "Norm" und Heterosexuelle zur "natürlichen" Mehrheit erklärt, andere Identitäten und die betreffenden Menschen hingegen zur "Abweichung" bzw. "Minderheit" gemacht werden.

    Es sind diese Denkmuster, die viele von uns in ihrem Selbstverständnis leider völlig unreflektiert übernommen haben, die es zu überwinden und insbesondere im Erziehungs- und Bildungswesen sowie in den Medien aktiv zu bekämpfen gilt.

    Denn es ist die Freiheit junger Menschen, sich so weit wie möglich ohne Ängste und Zwänge oder normative Indoktrination von außen sexuell entdecken und ausleben zu können, die über die Frage der Gleichberechtigung unterschiedlicher sexueller Identitäten in dieser Gesellschaft in allererster Linie entscheiden wird.
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#7 AntichristProfil
  • 13.06.2008, 07:33hHH
  • @Sascha: "Selbstverständlich ist diese Entscheidung erfreulich, denn die gesetzliche Gleichstellung ALLER Menschen ist die Grundvoraussetzung für eine freiheitlich-demokratische, egalitäre Gesellschaft."

    Hätte zur Freude über die Eheöffnung in Norwegen durchaus gereicht. Ich denke, keiner hier ist so blöde und glaubt, dass damit über Nacht sämtliche Homoprobleme in Norwegen gelöst wären. Es ist als Anfang zu verstehen, der langsam eine Änderung herbeiführen sollte. Ein Anfang, über den man sich für die Norweger uneingeschränkt freuen und darauf hoffen kann, dass es bei Norwegen, als sechstem ehegeöffnetem Land nicht bleibt.
    Ich jedenfalls freue mich uneingeschränkt für sie.
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#8 widder74cgnProfil
#9 Tufir
  • 13.06.2008, 12:21h
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • "Andererseits sollte sich niemand hier einbilden, dass das Recht auf Eheschließung (oder deren wiederum diskriminierende "Subformen") irgendeinen nennenswerten, positiven Einfluss auf die konkrete Lebenswirklichkeit gerade junger Menschen hat, wenn es um die Frage nach sexueller Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung geht."
    Ich bilde mir durchaus ein, dass zumindest für einen Teil einer Minderheit Vorbilder jenseits von abgedrehten Künstlern oder durchgeknallten Showhallodris à la Mark Medlock wichtig sind und der Selbsfindung dienen können. Nicht jeder hat den Drang anders zu sein - manche wollen halt auch nur ganz normal schwul sein.
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#10 Stefan-acAnonym
  • 13.06.2008, 14:06h
  • Bravo! Erstmal herzlichen Glückwunsch an das (leider erst) 6. Land, das sich endgültig vom Mittelalter verabschiedet.

    Aber:
    "Allerdings können Pfarrer nicht gezwungen werden, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. In Norwegen haben Pfarrer auch die Funktion von Standesbeamten."

    Das verstehe ich nicht. Wenn Sie auch Standesbeamte sind, sollten sie das nicht verweigern dürfen. Das ist ja Arbeitsverweigerung und Missachtung von Recht und Gesetz! Mit anderen Worten: wenn alle Standesbeamten (=Pfarrer) das Gesetz gemeinsam boykottieren, können Schwule und Lesben weiterhin die Gleichstellung verwehrt werden.
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