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  • Kolumne: Mark Simpson
    Der „Skinhead Oscar Wilde“, wie er in Großbritannien genannt wird, ist der Erfinder des Begriffs metrosexuell und ein ausgewiesener Kritiker der klassischen Schwulenbewegung. In den Neunzigern stieß er mit der Anthologie „Anti-Gay“ eine breite Diskussion über die Fehler der Schwulenbewegung an. Seine klugen und witzigen Essays erscheinen in Zeitungen und Magazinen wie „The Independent“ oder „Details", Lob erhielt er auch für eine Biographie des Sängers Morrissey. Im Magazin Front schreibt er erstmalig auf Deutsch, queer.de darf diese Texte freundlicherweise übernehmen. Mehr Infos über den Autor unter www.marksimpson.com.

    16. Juni 2008, 9 Kommentare

Der kurzgeschorene Oscar Wilde teilt aus: Männerliebe für die Damen

Als die beiden Schauspieler Noel Fielding und Julian Barratt unlängst im britischen Comedy-Renner "The Mighty Boosh" heftig knutschten, sah das so aus, als buhlten die Macher um schwule Fans. Die Kommentare, die unter dem YouTube-Clip der Umarmung zu lesen waren, schienen es zu bestätigen: "Das Schärfste, was ich je gesehen habe!"

Dann aber las man: "Da sind mir glatt die Eierstöcke geplatzt!", und einem wurde klar, dass die meisten, wenn nicht alle, die hier schamlos zum Thema Männer-Action posteten, in Wahrheit Frauen waren.

Willkommen in der wundersamen, manchmal verblüffenden Welt der Damen, die Männer lieben, die Männer lieben. Einstmals war diese Szene auf obskure Online-Gruppen von Frauen beschränkt, die man in Amerika "Slasher" nannte – Frauen, die sich gegenseitig den homoerotischen Subtext bekannter Männerfreundschaften in Literatur und Film näherbrachten. Eine Welt, in der Sam an Meister Frodos Ring spielt, Asterix an Obelix‘ Hinkelstein saugt und Starsky Hutch in dunkle Ecken zieht.

Mag sein, dass der "Mighty Boosh"-Knutscher von den Fantasien weiblicher Fans inspiriert war, die schon lange online über die enge Freundschaft der beiden Comedians spekulierten. Langsam dämmert es, warum so viele TV-Shows, von "Desperate Housewives" bis "Lindenstraße" mit Männerromanzen aufwarten: Nicht politische Korrektheit steckt dahinter, sondern ein wachsendes Bewusstsein, dass ein Großteil der (meist weiblichen) Zuschauer es ziemlich gerne sieht, wenn zwei Männer miteinander loslegen. Genau das war auch schon immer die heimliche erotische Dynamik hinter all den von Schwulen produzierten Boybands, von den Beatles über Wham bis Take That.

In diesem Sinne war "Queer As Folk", das in Deutschland gerade erst zu Ende ging, nichts weiter als eine Art "Take That kommen endlich zur Sache". Der verantwortliche Drehbuchautor Russell T. Davies hat uns auch in seinem auf BBC gesendeten "Dr. Who"-Spin-off "Torchwood" eine Menge Männerküsse spendiert, und weil Davies mindestens so klug wie schwul ist, nehme ich stark an, dass er sie für die Ladys eingebaut hat, denn die sehen nun mal mehr fern als die Männer. Als der frühere "Buffy"-Star James Masters kürzlich im Fernsehen John Barrowman aus "Torchwood" küsste, behauptete er, damit eine Fantasie seiner Freundin umzusetzen, die immer schon mal sehen wollte, wie er mit einem Mann rumknutscht. Schade, dass er keinen gefunden hat, der ein bisschen besser aussieht.

Manchmal jedoch kann die offensichtliche Begeisterung der Ladys für Männerliebe die Opfer der Begierde auch ziemlich scheu machen. Letztes Jahr musste eine Schwulenbar in Melbourne sogar vor Gericht ziehen, um ein Frauenverbot durchzusetzen. Offensichtlich waren schaulustige Damen in Scharen in den Club geströmt, um die dort schmusenden Schwulen zu begaffen.



#1 BuchdivaAnonym
  • 16.06.2008, 14:50h
  • Hm, hat sich noch niemand geäußert? Dann werde ich jetzt diesen jungfräulichen Boden betreten. Also, ich oute mich mal gleich als Frau, die schwule Erotik sehr anregend findet. Und? Bin ich jetzt ein Ferkel oder eine Art Spanner?
    Hetero-Männer stehen doch auch total auf Lesben. Ich habe überhaupt keine Probleme damit - und zwar, weil ich Männer mag. Ich mag sogar besonders schwule Männer, weil sie meist sehr nette Menschen sind.
    Angesichts der Horrormeldungen, die ich hier ständig lese, dürfte das die Herren doch eigentlich nicht stören, oder? Ganz offiziell erkläre ich mich hier solidarisch und trete den Schwulenhassern imaginär vors Knie!!! Ich hasse Intoleranz!

    Herzliche Grüße,
    eure Buchdiva
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#3 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 16.06.2008, 15:01h
  • Antwort auf #2 von buchwurm
  • acuh wieder sehr verwunderlich,dass genau das gleiche bild schon jemand anders gepostet hat,in einem anderen faden.
    was für eine peinliche person.
    ja, che war klasse, der hat schwule wenigstens ins umerziehungslager gesteckt.
    dumm, dümmer, linke
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#4 Tim_ChrisProfil
  • 16.06.2008, 16:51hBremen
  • Antwort auf #3 von Fred_Israel
  • Hat aber mit dem Beitrag auch nichts zu tun, mein Guter, genauso wenig wie #2. Kommt einfach zum Thema.

    Zur Kolumne: herrlich geschrieben, musste immer wieder schmunzeln und bestätigend nicken. Vor allem ist seine Beobachtung auch nachvollziehbar. Wie @Buchdiva bereits geschrieben hat: Hetenmänner geilen sich an Lesbensex auf, wieso dann Hetenfrauen nicht an schwuler Homoerotik? Kann ich absolut nachvollziehen.
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#6 Emma PeelAnonym
  • 17.06.2008, 00:41h
  • Naja - der Lesbensex, für den sich Heteromänner interessieren, ist nicht der Sex, den Lesben wirklich haben. Bei Lesbenpornos, die für Lesben produziert werden, laufen Heteromänner scharenweise raus...
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#7 Tim_ChrisProfil
#8 AntichristProfil
  • 17.06.2008, 07:24hHH
  • Das beweist, dass ich kein Hetenmann bin. Ich fand selbst "The L Word" schon abstoßend, dagegen "Queer as folk" relativ aufgeilend.
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#9 die doofe dorisAnonym