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HIV-positive Schwule sind eher arbeitslos, weniger gebildet und haben mehr Risiko-Sex als negative Schwule, so das Ergebnis einer groß angelegten britischen Untersuchung.

Bei der Studie befragten zwei große Forschungseinrichtungen insgesamt 3.501 Schwule in Kneipen, Clubs und Saunas von fünf Großstädten in England und Schottland und nahmen ihnen Speichelproben ab. Insgesamt kamen im HIV-Schnelltest 318 Proben (neun Prozent) positiv zurück. Von diesen positiv getesteten Männern wussten 131 (41 Prozent) nicht, dass sie infiziert sind.

Demnach sind die negativ Getesteten in der Regel jünger, haben eher an einer Universität studiert und eher einen Arbeitsplatz als Positive, egal ob deren Status bekannt oder unbekannt war.

Männer, denen bewusst ist, dass sie HIV-positiv sind, haben weit mehr ungeschützten Sex als HIV-Negative oder Männer, die von ihrer HIV-Infektion nichts wissen. Dabei warnen Ärzte vor ungeschütztem Geschlechtsverkehr zwischen Positiven ("Serosorting"), weil es hierbei zu Mehrfachinfektionen kommen kann.

"Safer Sex durchzuführen scheint unter Menschen, die mit HIV leben, problematisch zu sein", fasst der Bericht das Ergebnis zusammen. Die Forscher gehen auch davon aus, dass die wirkliche Anzahl Positiver noch höher sein könnte: "Es ist möglich, dass Männer, die nur Safer Sex betreiben, eher bereit waren, in der Untersuchung mitzuwirken."

Die Studie wurde von der Forschungseinrichtung Medical Research Council und dem University College London durchgeführt. Sie befragten Schwule aus Glasgow, Edinburgh, London, Brighton und Manchester. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin "Aids" ("Sexual risk behaviour and knowledge of HIV status among community samples of gay men in the UK." AIDS 22(9): 1063-1070, 2008). (dk)



#1 Sven_
  • 18.06.2008, 16:27h
  • Das ist ja ziemlich heftig.
    Die erste Frage, die mir da in den Sinn kommt ist "Haben wissende Positive gar kein Verantwortungsgefühl?".
    Nun ja, sicherlich müsste noch geklärt werden, ob die wissenden positiven ihre jeweiligen Sexualpartner vorher darüber aufklären, dass sie positiv sind oder nicht.
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#2 SkunkiProfil
  • 18.06.2008, 16:41hBruchsal
  • Wissenschaftlich gesehen ist diese gesamte Untersuchung nach dem Artikel zu urteilen absoluter Schwachsinn.
    Wo sind denn die Heten, denen Speichelproblem entnommen wurden? Die, die munter rumpoppen und glauben, daß sie gegen HIV imun sind? Um das Jahr 2000 nahmen die HIV Neuinfektionen bei Heten deutlich stärker zu als unter unsereins, weil die Heten glauben, daß nur wir HIV haben und wir sehr stark ausgeklärt sind.
    Hinter dem netten Cover verbirgt sich doch nur ein weiterer Versuch, einer religiös-konservativpolitischen Propaganda einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben und Eltern in Panik um ihre Kinder zu versetzen.
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#3 KonstantinEhemaliges Profil
  • 18.06.2008, 17:27h
  • Antwort auf #1 von Sven_
  • Zitat:"...ob die wissenden positiven ihre jeweiligen Sexualpartner vorher darüber aufklären, dass sie positiv sind oder nicht."

    Wohl kaum! Es ist ganz einfach so, dass Positive voraussetzen, der andere wäre ebenfalls pos., wenn er nicht auf Safer Sex besteht. Die gleiche Annahme haben die Negativen in der umgekehrten Version! Weil: Langes Rumgelaber über HIV/AIDS vor ner geilen Nummer ist der Off-Turner schelchthin. That's all, folks!

    Wenn jetzt irgendwer anfängt, von wegen Hyper-Infektionen zu argumentieren, kann ich leider nur ganz hohl lachen! Ich kenne KEINEN Positiven (und ich kenne viele), die sich auch nur einen Dreck darum scheren. (Diese Anmerkung ist wertneutral)
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#4 Tim_ChrisProfil
  • 18.06.2008, 17:31hBremen
  • Antwort auf #1 von Sven_
  • Ich schätze mal, da ging es nicht darum, ob + mit doofen - ungeschützten Sex hat, sondern + mit + oder eben + mit sich des Risikos durchaus bewusst Barebackern, was die Frage nach dem Verantwortungsgefühl erübrigt. Wird kaum einer von den Befragten zugeben, dass er es seinen Sexpartnern nicht sagt, wenn er selbst von seiner Infektion weiß.
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#5 Tufir
  • 18.06.2008, 17:57h
  • Antwort auf #2 von Skunki
  • "Wo sind denn die Heten, denen Speichelproblem entnommen wurden?"
    Muss man heterosexuelle Menschen untersuchen, um eine Statistik über Schwule zu erstellen? So viel Political Correctness erwarte ich dann doch nicht. Bei 3501 Proben bekommt das Ergebnis auch eine Aussagekraft.

    Die Überschrift hingegen ist ein wenig irrführend (gerade im Zusammenhang mit dem danebenstehenden provokanten Plakat). Schließlich handelt es sich bei der Zielgruppe keineswegs um alle HIV-Positiven, sondern vorwiegend um die, die sich ohnehin auf der Pirsch befinden. Daraus ergibt sich logischerweise eine statistische Verzerrung zugunsten riskantem Verhaltens, da der geneigte Cruiser nicht zu Hause auf dem Sofa sitzt und darauf wartet, dass ihm ein Sexkontakt ins Haus fliegt, bzw. der HIV-Positive, der von seiner Infektion weiß und verantwortungsbewusst handelt, sich seltener in Bars und Saunen tummeln wird. Hätte man die Proben ausschließlich in reinen Cruising-Areas vorgenommen, hätte man vermutlich ein noch eindeutigeres Ergebnis erzielt.
    Wäre man stattdessen von Tür zu Tür gelaufen und hätte die Untersuchung nur an schwulen Fernsehzuschauern durchgeführt, wäre man zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen, könnte allerdings trotzdem nicht behaupten, dass der ermittelte Prozentsatz aller HIV-Positiven von seiner Infektion wüsste.
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#6 seb1983
  • 18.06.2008, 20:37h
  • 9 % kamen positiv zurück
    Wo haben die nochmal geteste, in einem Dritte Welt Land?? Ach ne vor Schwulenbars in GB.

    Das aba aba aba die Heten kann man sich da getrost sparen, erstmal vor der eigenen Haustür kehren!

    Tatsächlich könnte das Testen vor Szenebars aber den Wert nach oben treiben, ich gehe mal davon aus wer sich öfter in der Szene rumtreibt eher positiv ist, einer hat es und gibt es da fröhlich weiter. Vorteil dabei ist dass die Infektion wie bisher auch in den Industrieländern hauptsächlich kleinere Randgruppen betrifft.
    Der langweilige Durchschnittsschwule alla Guido oder van Beust der den Wert eventuell nach unten drücken würde wird so nicht erreicht, wie mein Vorredner sagte: Hätte man von Tür zu Tür getestet wäre der Wert (hoffentlich) etwas niedriger.
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#7 blogchefAnonym
  • 18.06.2008, 21:46h
  • ".....HIV-positive Schwule sind eher arbeitslos, weniger gebildet und haben mehr Risiko-Sex als negative Schwule, so das Ergebnis....."

    Durchaus auf Deutsche Verhältnisse übertragbar, da bei uns auch Langzeitarbeitslose eher dazu neigen, aus dem Bauch heraus Risikobereiter zu sein, als solche, die auch noch in ihrer Zukunft das Licht am Ende des Tunnels sehen.

    s220165578.online.de/2008/06/18/endstation-hartz-iv/

    Weniger Bildung ist auch durchaus auf deutsche Verhältnisse übertragbar.

    s220165578.online.de/__oneclick_uploads/2008/06/agentur-fuer
    -armut.jpg


    Das sind eben auch die Folgen einer Neoliberalen Politik, in der Menschen nicht mehr als Menschen zählen, sondern nur als Beitrag, den Profit großer Konzerne zu vergrößern. Da zählen natürlich alte, Kranke und kinder schon garnicht, am besten man züchtet sich nen haufen Dummdösel, die zu allem Ja und Amen sagen und die man rumschubsen kann wie man will, frei nach dem Motto "jeder hat sein päckchen zu tragen".

    Daher ist diese Studie durchaus 1:1 nach Deutschland übertragbar, auch dann, wenn es ein Armutszeugnis für solch reiche Industrienationen wie Deutschland oder UK ist.
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