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Forscher der Justus-Liebig-Universität in Gießen wollen in einer Online-Umfrage feststellen, wie hoch der tatsächliche Anteil Schwuler im Vereinsfußball ist und wie viel Interesse Homosexuelle an dem Massensport haben.

Um die nur wenige Fragen umfassende Umfrage möglichst vertraulich zu halten, bedienen sich die Forscher der Randomized-Response-Technik. Teilnehmer sind aufgefordert, vor der Beantwortung der Frage "Sind Sie homosexuell/bisexuell orientiert?" zwei Mal in Folge eine Münze zu werfen. Wenn man zwei Mal "Zahl" oder zwei Mal "Kopf" als Antwort erhält, soll man die Frage ehrlich beantworten. Im anderen Fall soll man "ja" antworten, auch wenn man keine homosexuellen Neigungen hat. Die Forscher können am Ende herausrechnen, wie viele "Ja"-Antworten münzwurfbedingt sind und wie viele "echt" sind. Damit wollen sie auch Menschen erreichen, die selbst anonymen Internet-Befragungen kritisch gegenüber stehen.

Die mehrwöchige Befragung wird von Dr. Mathias Reiser und Dr. Heiko Maurer am Institut für Sportwissenschaft durchgeführt. (pm/dk)



11 Kommentare

#1 Katrin
  • 19.06.2008, 16:57h
  • Da Homos ganz normale Menschen sind, ist der Anteil bei Fussballspielern und Zuschauern genau so hoch wie in der Gesellschaft, also zwischen 5 und 10%.
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#2 Tim_ChrisProfil
  • 19.06.2008, 17:21hBremen
  • Antwort auf #1 von Katrin
  • "ganz normale Menschen"

    So was gibt es noch? Das müssen dann aber ganz besondere Sonderexemplare sein

    Aber ich schätze, mit deiner Vorhersage zum Ergebnis dürftest du recht haben ;-)
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#3 LattenknallerAnonym
  • 19.06.2008, 17:47h
  • Antwort auf #1 von Katrin
  • Also, ich denke, das solltet Ihr Euch nicht zu leicht machen. Ich selbst bin beispielsweise ein ausgewiesener Fussball-Ablehner. Aber nicht, weil ich zu irgendeinem sportmuffeligen Anteil der Bevölkerung gehöre, sondern weil ich schon sehr früh die (wenig) latente Homophobie bei den ANHÄNGERN gespürt habe. Was ich ablehne, ist also nicht der Spot an sich, sondern die Gesellschaft seiner Fans und deren Rituale. Schwierig, die Haltung den "Begleitumständen" gegenüber von der Haltung dem Fußballsport SELBST gegenüber zu trennen.

    Darum: Die Umfrage macht SEHR WOHL einen Sinn! Bin gespannt...
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#4 KonstantinEhemaliges Profil
#5 Tim_ChrisProfil
  • 19.06.2008, 19:50hBremen
  • Antwort auf #3 von Lattenknaller
  • Lustig die Sache mit der Münze. Da bräuchte ich mir die Mühe des Werfens erst gar nicht machen. Bei Zahl/Zahl bzw. Bild/Bild soll man ehrlich anworten, bei Zahl/Bild bzw. Bild/Zahl soll man mit Ja antworten. Wäre bei mir immer die gleiche Antwort.
    Aber wie antworten die, die ihre Homosexualität überhaupt ablehnen und sich und ihrer Umwelt ständig weiß machen wollen, dass sie stock hetero sind? Bei "ehrlich" würden die doch mit "nein" antworten, schon aus Prinzip und Gewohnheit. Somit wäre die Wahrscheinlichkeit eines vernünftigen Ergebnisses wohl eher gering - könnte ich mir vorstellen.
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#6 SaschaEhemaliges Profil
  • 19.06.2008, 23:48h
  • Antwort auf #1 von Katrin
  • Ach ja??? Woher willst du wissen, wie hoch dieser Anteil tatsächlich ist???

    Homosexualität und homosexuelle Menschen sind nicht etwa "von Natur aus" in der Minderheit, sondern vielmehr werden sie von unserer aggressiv heteronormativen und homophoben Gesellschaft zur Minderheit gemacht. Bedauerlicherweise nehmen selbst die meisten Betroffenen diese vermeintlich von "Gott gemachte" Rollenzuweisung widerspruchslos hin.

    Zu der hier zitierten Studie kann man nur sagen, dass sie im Kern ebenfalls zutiefst diskriminierend ist und eben den gesellschaftlichen Realitäten nicht gerecht wird. Wenn angeblich seriöse Forscher mit einer derart absurden Methodik Homosexualität selbst als etwas darstellen, wofür man sich schämen muss, und dann den unsinnigen Anspruch erheben, daraus irgendeine Art von aussagekräftiger Quantifizierung ableiten zu können, dann ist das nichts anderes als die Perpetuierung des diskriminierenden und stigmatisierenden Status quo.

    Wir sollten uns endlich aktiv gegen diese Art der "Forschung" wehren, die uns aus heteronormativer Perspektive weiterhin auf die Position der "natürlichen Minderheit" festnageln will und von völlig falschen Grundannahmen ausgeht.

    Wenn sich Wissenschaftler schon mit Homosexuellen im Fußball beschäftigen wollen - was ich ebenfalls für sehr dringend geboten halte - dann doch bitte in allererster Linie mit der Frage, weshalb im Volkssport Nummer Eins auch im 21. Jahrhundert eine derart Menschen verachtende, aggressive Homophobie und Heteronormativität zelebriert wird. Und vor allem, welche politischen Handlungserfordernisse und dringend notwendigen Strategien für gesellschaftliche Veränderung sich daraus ergeben.
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#7 blogchefAnonym
  • 20.06.2008, 07:21h
  • Hm, passt natürlich gerade gut, zumal gestern Abend eine Talkshow sich mit der Thematik befasste.

    markuslanz.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,7243009,00.html?dr=1

    Andererseits muss ich auch Sascha zustimmen, denn auch die Gesellschaft verlangt von vielen Schwulen immer noch ein Doppelleben.

    Leider.

    Beispiele gibt es genug, den Gruppen wie VelsPol oder Schwule Lehrer gibt es noch nicht überall.

    Allerdings ist es auch nicht immer so, das ein Outing "auf dem Land" einem Gesellschaftlichem Suizid gleich kommt, denn bei uns funzt es ja auch;-)
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#8 blogchefAnonym
#9 Katrin
  • 20.06.2008, 10:48h
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • Unsere Forscher an den Universitäten bekommen einen Teil ihrer Finanzierung durch das Abarbeiten von Projekten. Also müssen Projekte ersonnen und ein Förderantrag fürs eigene Überleben gestellt werden. Ich hab auch noch ein paar Ideen:

    Wie hoch ist der Schwulenanteil im Judo?
    Wie hoch ist der Schwulenanteil im Kaninchenzüchterverein?
    Wie hoch im Taubenzüchterverein?
    Wie hoch unter den Verkäufern orientalischer Teppiche?
    Wie hoch unter Segelfliegern?
    Wie hoch unter den Aquariumsfreunden?.................

    Nachdem man jetzt das Geld für solche Fragen verbraten hat, ist nichts mehr da für Selbsthilfegruppen oder Aufklärungs- PR und man muss in diesen Bereichen kräftig kürzen.
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#10 hwAnonym
  • 20.06.2008, 16:11h
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • "...weshalb im Volkssport Nummer Eins auch im 21. Jahrhundert eine derart Menschen verachtende, aggressive Homophobie und Heteronormativität zelebriert wird. Und vor allem, welche politischen Handlungserfordernisse und dringend notwendigen Strategien für gesellschaftliche Veränderung sich daraus ergeben...."

    da kann ich mir natürlich eine bemerkung zum kommenden nicht verkneifen:

    brot und spiele / public viewing

    in neoliberalen zeiten.
    es wird zwangsläufig gesellschaftliche veränderungen
    mit prognosen für sozialstaat & toleranz geben:

    "Wir bewegen uns auf einen der schlimmsten Bärenmärkte seit einhundert Jahren zu", glaubt beispielsweise Bob Janjuah, Chef-Kreditstratege der Royal Bank of Scotland (RBS).."

    www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,560936,00.html

    "..Vor wenigen Monaten hatte es noch etwas von einer kleinen aber feinen Verschwörung. Von Peak Oil, dem Erreichen der Fördermenge war nur in exclusiven Zirkeln die Rede, und natürlich im Internet, der Mutter aller nonkonformistischen Debatten. Der mediale Mainstream mied das Thema wie der Teufel das Weihwasser.

    www.heise.de/tp/blogs/2/109667

    man muss schon verschärft am ball bleiben.
    welche funktion fussball in der veränderten
    gesellschaft haben wird ?

    es müssen ja nicht immer die hässlichen marx'schen zyklen sein. um das gesagte, in etwa, zu beschreiben:

    img148.imageshack.us/img148/7706/kondratieffseasonsfullgr6.p
    ng
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