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In Berlin wurden am Donnerstagabend die diesjährigen Preisträger des Tolerantia-Preises bekanntgegeben. Zusammen mit der Sportwissenschaftlerin Tanja Walther werden der Fußballnationalspieler Philipp Lahm und der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB) Theo Zwanziger geehrt.

Die gemeinsame Auszeichnung wurde mit ihrem "besonderen und herausragenden Einsatz gegen Intoleranz und Homophobie im Breitensport, hier insbesondere im Fußballsport" begründet.

Der Tolerantia-Preis wird seit 2006 von der Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck an herausragende Persönlichkeiten aus Deutschland, Frankreich und Polen verliehen, die sich um Toleranz verdient gemacht haben. Zur Gruppe gehören neben dem Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO auch SOS-Homophobie aus Frankreich) sowie Lambda und KPH aus Polen.

Die Preisverleihung findet jährlich und abwechselnd in einer der drei Hauptstädte statt. Nach Berlin 2006 und Paris 2007 wird nun Warschau seine Türen für eine Gala am 20. September öffnen.

Aus Frankreich wird der (heterosexuelle) Journalist und Moderator Bruno Solo geehrt, der sich mehrfach für schwul-lesbische Rechte eingesetzt hat. Polnische Preisträgerin ist die Lehrerin Marzanna Pogorzelska, die öffentlich erklärte, dass sie ihre Schüler weiterhin über die Existenz von sexuellen Minderheiten aufklären, sich für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben einsetzen und sich der Regierungspolitik widersetzen wird.

Philipp Lahm ist der erste deutsche Nationalspieler, der sich öffentlich und unmissverständlich für Toleranz gegenüber homosexuellen Fußballspielern geäußert hat. "Wenn ein Spieler schwul ist, ist er trotzdem mein Mannschaftskollege, und für mich würde sich im Umgang mit ihm nichts ändern", sagte er im Dezember 2007 in einem Interview.

DFB-Präsident Theo Zwanziger erklärte öffentlich, dass der Fußballbund alle Spieler bei einem Outing unterstützen würde. Er bezeichnete es als Aufgabe des DFB, "auf breiter Basis Rahmenbedingungen zu schaffen, damit homosexuellen Menschen der Zugang zum und die Bewegung im Sport ohne das Gefühl der Diskriminierung möglich ist".

Die dritte deutsche Preisträgerin Tanja Walther wird aufgrund ihres "langjährigen, vorbildlichen Engagements gegen Homophobie im Sport" gewürdigt. Sie ist u.a. Initiatorin der Aktionsabende gegen Homophobie im Fußball.



88 Kommentare

#1 Sunbear
  • 20.06.2008, 12:13h
  • Also Philipp wird mir immer sympatischer. Seine Leistung gestern auf dem Spielfeld war wieder mal echt Klasse.
    Das ich jetzt lesen muß, dass er sich für Toleranz einsetz macht ihn noch sympatischer.
    Er ist ein Klasse Mensch.
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#2 Fred_IsraelEhemaliges Profil
#3 Tim_ChrisProfil
  • 20.06.2008, 13:03hBremen
  • Tanja Walther, Philipp Lahm, Theo Zwanziger und auch Bruno Solo haben ihren Preis berechtigt verdient. Meine absolute Anerkennung gebührt Frau Marzanna Pogorzelska. Es erfordert nicht nur Mut, sondern auch verdammt viel Zivilcourage sich in einem Land in dem die größte Homophobie von der Regierung ausgeht, ja regelrecht vorgeschrieben wird, sich derart unerschütterlich und ungeachtet aller möglicher drohender Repressalien für Gleichberechtigung einzusetzen. Hut ab.

    Ich hoffe, dass diese Menschen als Vorbilder dienen und andere dazu anspornen, sich ebenfalls gegen Homophobie und für Gleichberechtigung einzusetzen, damit zukünftig höchstens noch einen Preis vergeben werden muss, und das wäre der Negativpreis für den größten Homophiker und Dummschwätzer seiner Zeit.

    Ist ja schon irgendwo traurig, dass man für seinen Kampf um Menschenrechte und Gleichberechtigung noch besonders gewürdigt werden muss, sollte es doch im 21. Jahrhundert bereits eine Selbstverständlichkeit geworden sein. Aber aus der Vergangenheit lernen vermutlich am ehesten die was, die dort bereits die Opferrolle intus hatten und sich auch heute noch immer für jedes noch so kleine Zugeständnis krumm machen müssen. Wann werden diese heteronormen Moralwichser endlich mal aufwachen und sehen, wie lächerlich zurückgeblieben und erbärmlich sie mit ihrer selbstgerechten primitiven Überheblichkeit sind? Wann werden sie endlich kapieren, dass die Welt nicht untergeht, wenn sie uns endlich als das anerkennen was wir sind? Nämlich Menschen, genauso wie sie.
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#4 Tim_ChrisProfil
  • 20.06.2008, 13:46hBremen
  • Antwort auf #2 von Fred_Israel
  • "und heute sind wir alle für koratien"

    Warum? Einer der Spieler schaut zwar ganz geil aus, aber die Begegnung Deutschland/Türkei fände ich persönlich wesentlich spannender - selbst wenn ich mir a: überhaupt nix aus Fußball mache. b: diesen ganzen Hype um dieses bescheuerte Spiel absolut nicht nachvollziehen kann und mir c: jetzt schon vor dem Hupkonzert, dass dann hier rundum und in jedem Fall einsetzen wird, graust.

    Aber wie gesagt, dennoch drücke ich den Türken die Daumen, auch wenn es nur wegen der Spannung ist
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#5 KonstantinEhemaliges Profil
#6 FloAnonym
  • 20.06.2008, 14:45h
  • Jetzt kann man nur hoffen, dass sich möglichst bald in einer konzertierten Aktion die schwulen Bundesliga- und Nationalmannschaftsspieler möglichst zahlreich outen!

    Das würde so viel gesellschaftlich (und darüber auch politisch) zum Guten verändern und sie wären für viele wichtige Vorbilder... Außerdem wäre es auch für sie selbst gut, denn erst wenn man aufhört zu lügen, zu schauspielern und sich zu verstecken, merkt man erst, wie belastend das war und wie viel freier und glücklicher man plötzlich ist...
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#7 Super MarioAnonym
  • 20.06.2008, 16:19h
  • Antwort auf #4 von Tim_Chris
  • Zitat Tim_Chris: „a: überhaupt nix aus Fußball mache. b: diesen ganzen Hype um dieses bescheuerte Spiel absolut nicht nachvollziehen kann und mir c: jetzt schon vor dem Hupkonzert, dass dann hier rundum und in jedem Fall einsetzen wird, graust.“

    Zu a: Geht mir genauso.
    Zu b: Geht mir genauso.
    Zu c: Wem sagste dit. Jestern war in Berlin schon wegen dem jewonnenen Viertelfinale die Hölle los. Würde man auch so ausflippen, würde Deutschland die Europameisterschaften im Ficken gewinnen? (Wäre wünschenswert) Mich persönlich würde der Titel “Fickeuropameister“ viel stolzer auf mein Land machen als “Fußballeuropameister“.

    Ähm, eigentlich war das Thema ein anderes.
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#8 Tim_ChrisProfil
  • 20.06.2008, 17:29hBremen
  • Antwort auf #5 von Konstantin
  • "Mladen Petric! *sabber*"

    Allerdings

    @Flo: Da stimme ich dir absolut zu.

    Zitat Super Mario: "Ähm, eigentlich war das Thema ein anderes."

    Auch hier Zustimmung ;-) Also kehren wir mal wieder zum Thema zurück und den verdienten Preisträgern des Tolerantia-Preises
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#9 LukeAnonym
  • 20.06.2008, 18:04h
  • Ich gratuliere den Preisträgern von ganzem Herzen, wobei mir bei Lahm und Zwanzigern ein bißchen zu viel 'würde, hätte, könnte' im Untertitel mitschwingt. Der echte Ernstfall hat die beiden schließlich noch nicht geprüft, oder sollte mir da etwas entgangen sein. Hatte vielleicht ein FC Bayern-Star kürzlich sein Outing, hat sich ein Bundesligaspieler kürzlich mit seinem Lebenspartner auf einer Party gezeigt oder gibt es einen Nationalspieler, der seinen Lebenspartner gleich neben Theo Zwanziger auf der Tribüne platzierte? Vielleicht versteht ihr mein Dilemma, denn alle anderen Preisträger haben etwas gemacht, was nachvollziehbar und überprüfbar ist. Bei Zwanziger und Lahm reden wir von unbewiesenen Lippenbekenntnissen. Was solche Statements letztlich wert sind zeigt sich doch erst, wenn der Ernstfall eingetreten ist. Bleibt zu hoffen, dass die Herrschaften sich dann an ihre Aussagen erinnern und sich dieses Preises würdig erweisen!!!
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#10 antos
  • 20.06.2008, 18:21h
  • "Philipp Lahm ist der erste deutsche Nationalspieler, der sich öffentlich und unmissverständlich für Toleranz gegenüber homosexuellen Fußballspielern geäußert hat. "Wenn ein Spieler schwul ist, ist er trotzdem mein Mannschaftskollege, und für mich würde sich im Umgang mit ihm nichts ändern", sagte er im Dezember 2007 in einem Interview."

    Wie? Und für diese Leistung bekommt er einen Preis verliehen?
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