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Mehr als zwei Drittel der Jamaikaner sprechen sich dagegen aus, dass Schwule und Lesben jegliche Bürgerrechte zugesprochen werden.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Zeitung "Jamaican Gleaner". Demnach sprachen nur 26 Prozent Homosexuellen Rechte zu. Dabei waren Männer intoleranter als Frauen (20 Prozent gegenüber 34 Prozent). Derzeit stehen auf der Karibikinsel auf Homosexualität bis zu zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit.

Erst vor einem Monat hatte der jamaikanische Premierminister Bruce Golding bei einem Staatsbesuch in England Homosexualität als "ausländischen Wert" bezeichnet, der seinem Land nicht aufgezwungen werden dürfe (queer.de berichtete).

Bei der jetzigen Umfrage haben 47 Prozent erklärt, sie würden Golding wegen dieser Aussage "mit größerer Wahrscheinlichkeit" wählen. Nur zwei Prozent sagten, sie würden "mit geringerer Wahrscheinlichkeit" für den Labour-Party-Chef votieren. Für die Hälfte spielt diese Äußerung in ihrer Wahlentscheidung keine Rolle.

Die Umfrage wurde am 31. Mai und 1. Juni durchgeführt. Der "Jamaican Gleaner" gab nicht an, wie viele Menschen befragt wurden. Die Fehlertoleranz liege bei drei Prozent, so die Zeitung.

In Europa sorgen immer wieder Reggae-Sänger von der rund drei Millionen Einwohner zählenden Insel für Aufsehen, die in Liedern zur Ermordung von Schwulen und Lesben auffordern. Zuletzt verweigerte Spanien dem bekannten Künstler Sizzla ("Verbrennt die Männer, die Sex mit Männern haben") die Einreise (queer.de berichtete). (dk)



14 Kommentare

#1 Super MarioAnonym
  • 23.06.2008, 16:45h
  • Nur 70%? Hätte eher gedacht, der Prozentsatz wäre viel näher am dreistelligen Bereich. Sollte ich gegenüber Jamaika doch ein klein wenig voreingenommen sein?
    (Ist keine rhetorische Frage, bin für alle Ja's und Nein's dankbar)
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#2 Tim_ChrisProfil
  • 23.06.2008, 17:39hBremen
  • Antwort auf #1 von Super Mario
  • Das zeigt doch, dass es für Jamaika noch Hoffnung gibt. Immerhin bereits 26%, die uns Homos dort überhaupt Rechte zugestehen. Ich bin sicher, dass sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus. Da dürfte der Prozentsatz noch näher an der 0 gelegen haben.
    Andererseits aber auch noch erschreckend wenig und mit einem solchen Staatschef wohl so schnell auch nicht zu ändern. Leider.
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#3 MarekAnonym
  • 23.06.2008, 17:40h
  • Tja, 70% wollen keine Brügerrechte für Homos. Ganz einfach: wenn sie uns nicht wollen und uns so abartig finden, wollen sie ja sicher auch nicht unser Geld: also Boykott von jamaikanischen Produkten und Dienstleistungen, also auch kein Urlaub dort, keine Musik von da kaufen, etc.

    Die verstehen nur die Sprache des Geldes... Nur so kann man da Dinge ändern...
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#4 gerdAnonym
  • 23.06.2008, 17:49h
  • Während das benachbarte katholische Kuba schon lange keine Strafbarkeit mehr kennt und derzeit sogar parlamentarisch diskutiert wird, ob Eingetragene Lebenspartnerschaften zugelassen werden, sieht es auf der benachbarten protestantisch geprägten Insel Jamaica in der Karibik derzeit nicht gut aus.

    Leider bestehen in mehreren Karibikinselstaaten, die einstmals britisch waren, Strafbarkeitsbestimmungen immer noch. Demgegenüber kennen die durch spanisch/portugiesisch Kolonialzeiten geprägten Staaten in Lateinamerika keine Strafbarkeit mehr.

    Nach Jamaica werde ich so schnell nicht fliegen, da gibt es bessere Reiseziele.
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#5 gatopardo
  • 23.06.2008, 19:01h
  • Antwort auf #4 von gerd
  • Ja so ist das auf anglokaribischen Inseln, die in ihrer gesellschaftlichen Rückständigkeit an alte britische Traditonen anknüpfen. Es gibt zu denken, dass sogar Labour-Politiker sich gegen Bürgerrechte aussprechen, die im ehemaligen Mutterland längst selbstverständlich sind.
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#6 hwAnonym
#7 SaschaEhemaliges Profil
  • 23.06.2008, 21:44h
  • Und wieviel Prozent der DEUTSCHEN Parlamentarier verteidigen seit Jahren mit ganzer Kraft die staatliche und gesellschaftliche Diskriminierung von Homosexuellen? Wieviel Prozent der DEUTSCHEN Abgeordneten in Bundestag und Landtagen sorgen dafür, dass das Thema der sexuellen Vielfalt aus Erziehung und Bildung weiterhin konsequent ausgegrenzt, dass es keine effektiven Diversity- und Antidiskriminierungspolitiken in den Schulen gibt?

    Und wieviel Prozent der DEUTSCHEN Bevölkerung sehen dieser Perpetuierung der Homo-Diskriminierung mindestens stillschweigend mit durchaus nicht geringer Genugtuung zu?

    Für wieviel Prozent der DEUTSCHEN Jugendlichen ist "schwul" ein Schimpfwort, mit dem man alles bezeichnet, wovon man sich in aller Deutlichkeit abzugrenzen hat?

    Wieviel Prozent der DEUTSCHEN Jugendlichen haben (in Folge heteronormativer Dauer-Gehirnwäsche und mindestens unterschwelliger Homophobie) ein Problem damit, zwei sich küssende Jungs oder Männer zu sehen (von denen die meisten dieses auf Grund ihres Minderwertigkeitskomplexes ja ohnehin nicht in der Öffentlichkeit tun)?

    Wenn es auch in letzter Zeit zunehmend opportun zu werden scheint, in Sachen Menschen- und Bürgerrechten immer nur mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen, sollten wir uns doch in allererster Linie mit den skandalösen Zuständen in diesem Lande beschäftigen.

    Doch dazu hört man sowohl von den selbsternannten Homo-Repräsentanten im Verbandswesen und in der Politik als auch in den (Homo-) Medien herzlich wenig.
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#8 Tim_ChrisProfil
  • 24.06.2008, 00:34hBremen
  • Antwort auf #7 von Sascha
  • Im Vergleich zu den jamaikanischen, irakischen, saudi arabischen Schwulen, Lesben und Transsexuellen leben wir hier im freiheitlichen Paradies. Sicher sind wir noch lange nicht am Ziel, aber denen dort geht es nun mal tausendmal schlechter, denn die kämpfen und fürchten tatsächlich tagtäglich um ihr Leben, das nicht nur von Rechten, radikal Christen/Moslems oder Neonazis bedroht wird, sondern oft auch von der eigenen Familie, den Nachbarn, den Justizbehörden und sie können sich nicht um Hilfe an eben diese Behörden wenden. Sondern sind ganz alleine auf sich gestellt oder mit Glück, wenn gerade erreichbar, auf die Hilfe einer Schwulen und Lesbengruppe.
    Wie gesagt, wir sind noch lange nicht am Ziel, aber in deren Augen leben wir bereits im Homoparadies.
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#9 KlausMausAnonym
  • 24.06.2008, 02:07h
  • Ach. Dich und Deinen in Postings gepressten Müll gibts ja auch noch. Danke. Es gibt doch noch Beständigkeiten!
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#10 Harry S.Anonym
  • 24.06.2008, 04:48h
  • Es gibt auch in Deutschland Idioten. Der grosse Unterschied ist dass wenn ein Homosexueller in Jamaica umgebracht wird, das die Polizei verwigert den Mord zu untersuchen.
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