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Gospelchöre gehören nicht gerade zu den Hochburgen der schwul-lesbischen Community – Transsexuelle stoßen bei den Fans der religiösen Musik auf noch weniger Verständnis. In der Homo-Hochburg San Francisco jedoch sorgt seit knapp drei Jahren der "Transcendence Gospel Choir" für volle Kirchen – alle 18 Sänger sind transsexuell.

Die heute 37-jährige Ashley Moore gründete den Chor als Antwort auf ihre eigenen Selbstzweifel. Sie schämte sich ihrer Transsexualität und war deshalb viele Jahre wegen Depressionen in Behandlung. 2001 veranstaltete sie ein erstes Vorsingen, zu der gerade einmal sechs Personen erschienen: "Die konnten alle nicht singen", erinnert sich die Musikproduzentin, die bereits an Studioaufnahmen für die Sängerin Rhiannon und die Rockband Third Eye Blind mitgearbeitet hatte. Schließlich gelang es ihr doch, einen schlagkräftigen Chor aufzustellen, mit dem sie bereits in vielen Kirchen vorgesungen hat. In ihrem eigenen Studio produzierte sie zudem die erste CD "Whosoever Believes", die bisher bereits 1.000 mal verkauft wurde.

Trotz der Stimmgewalt ist der Chor auch unter Schwulen und Lesben nicht unumstritten: "Die Gay-Community ist nun mal vorbelastet", so Moore, "die meisten wollen nichts von Gott wissen. Die Bibel schwingenden Schwulenhasser haben ihnen einfach zu sehr zugesetzt." Zudem stehen viele Christen dem Chor distanziert gegenüber: "Mich haben schon oft Leute gefragt: 'Was soll das? Freaks singen Gospel?'". Ihr christlicher Glaube geht den Chor-Sängern jedoch trotz der religiös motivierten Vorurteile der Glaubensbrüder und -schwestern über alles: "Ich bin einfach ein Mensch und will dem Namen von Jesus laut herausschreien", erzählt Bobbi Jean Baker, die als Mann geboren wurde, doch in den letzten drei Jahren als Frau gelebt hat. "Ich wusste immer, dass Gott mich liebt, aber ich hatte immer Zweifel an meiner Art zu leben: Wie kann ich ihn anbeten und so leben? Doch dann fand ich nach Jahren im Gebet heraus, dass sich beides vereinbaren lässt."

Während der transsexuelle Chor noch um Anerkennung kämpfen muss, ergeben sich auch einfache praktische Probleme. So verändern sich beim Geschlechtswechsel die Stimmen, so dass immer wieder die Tonlagen angepasst werden müssen. Für Moore ist das jedoch nicht so wichtig: "Die sollen einfach aus voller Brust und mit Gefühl singen, alles andere ist zweitrangig." (pm/dk)

20. April 2004, 17:04 Uhr



#1 wolfAnonym
  • 21.04.2004, 07:34h
  • Hallo,
    eine phantastische Form von Zivilcourage,
    auch um den Fundamentalisten zu zeigen,
    dass kein Blitz vom Himmel zuckt !
    Würde uns hier in Deutschland in ähnlicher
    Machart auch gut tun, anstatt nach mehr Sex
    auf dem CSD zu schreien.

    gruß!
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