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Der Sänger der amerikanischen Rockband Queens of the Stone Age ist in der Kritik, nachdem er auf einem Konzert in Norwegen einen Zuschauer als "Scheiß-Schwuchtel" beschimpft hatte.

Der Zwischenfall ereignete sich vor einer Woche beim Osloer Festival "Norwegian Wood". Nachdem der 35-jährige Josh Homme von einem Schuh getroffen worden war, beschwerte er sich sichtlich erregt beim mutmaßlichen Werfer mit deutlichen Worten: "Ich habe vielleicht 39 Grad Fieber und seit drei Tagen gekotzt, aber ich fick dich immer noch in den Arsch vor all deinen Freunden", sagte er in Richtung des mutmaßlichen Werfers. "Dreh dich um, du verdammter Schlappschwanz", war noch eine der harmloseren Aussprüche. Zwei Mal beschimpfte er den jungen Mann als "Scheiß-Schwuchtel" ("fucking faggot"), bevor der Schuh von Homme mit Wucht zurückgeworfen wurde. Die Ordner führten den Zuschauer dann ab.

Nachdem das Video im Internet aufgetaucht war, veröffentlichte Homme auf seiner Homepage einen Text, in der er Kritik an seinen Äußerungen zurückwies: "Meine schwule Familie und meine schwulen Freunde wissen genau so wie ich, dass ich nicht homophob bin. Ich weiß, dass man es sich nicht aussuchen kann, ob man schwul ist. Aber wisst ihr, man sollte Worte nach ihrer Absicht beurteilen. Ich habe nie gesagt, und nie angedeutet, dass es falsch ist, schwul zu sein."

Er wies ferner darauf hin, dass er den Fan auch als "Pussy" ("Muschi") bezeichnet hatte: "Heißt das, dass ich die kollektive Vagina in dieser Welt hasse? Ich hab nie probiert, politisch korrekt zu sein. Damit müsst ihr zurechtkommen. Meiner Meinung nach saugt die politisch korrekte Welt mehr Scheiße an als das Dixie-Klo von Glastonbury".

Homme gründete Queens of the Stone Age im Jahre 1997 in Kalifornien. Die Band gilt als eine der erfolgreichsten Vertreter der Stilrichtung Stoner Rock. (dk)

Youtube | Viele Kraftausdrücke treffen auf norwegische Ohren...


40 Kommentare

#1 alexander
  • 23.06.2008, 17:10h
  • mag es sein wie es will, zeigen doch diese äusserungen mehr als deutlich die "heterokackarscheinstellung " zu homosexuellen !!!

    und hinterher immer die hetentoleranz:" eigentlich habe ich ja nichts gegen schwule!"

    genau das belegt die arroganz sogenannter heterosexueller mehrheiten schwulen gegenüber.

    und immer besteht dann der freundeskreis aus irrsinnig vielen tollen schwulen !
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#2 MarekAnonym
  • 23.06.2008, 17:46h
  • Nach seiner Logik, wonach der Gebrauch des Begriffs "Scheißschwuchtel" (fucking faggot) nur eine Einzelaussage ist, aber nichts über Schwule aussagt, könnte er auch "Nigger" sagen und nachher behaupten, das wäre keine Aussage, wie er über Farbige denkt.

    Es gibt einfach Begriffe, die einem niemals rausrutschen würden, wenn man sie nicht eh schon "auf der Festplatte" hätte.
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#3 Tim_ChrisProfil
  • 23.06.2008, 17:56hBremen
  • Antwort auf #1 von alexander
  • Bei ihm scheint das komplette Umfeld einschließlich kompletter Familie schwul zu sein - zumindest nachdem, wie er sich ausdrückt.
    Wieso hat sich das eigentlich derart als Lieblingsschimpfwort eingebürgert? Was ist mit dem Flachwichser, dem Motherfucker, der Arschfresse, dem Affenarsch, dem Bastard usw.? Sind die uncool als Schimpfworte geworden, weil Schwul in aller Munde ist, dank Menschenrechtskonventionen und Eheangleichungsgesprächen?
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#4 Tufir
  • 23.06.2008, 18:29h
  • Antwort auf #3 von Tim_Chris
  • "Was ist mit dem Flachwichser, dem Motherfucker, der Arschfresse, dem Affenarsch, dem Bastard usw.?"
    Sieh dir den Ausschnitt doch einfach mal an - die geht er nämlich auch alle durch - tatsächlich hätte ich mich auch über "Nigger" nicht gewundert. Ich denke, dass tatsächlich schon ziemlich klar ist, was er meint. Insofern kann man ihm wirklich nicht vorwerfen, homophob zu sein.
    Unverantwortlichkeit hingegen sehr wohl - denn dummerweise ist es, gerade wenn man auf so einer großen Bühne steht, recht egal, was man meint, weil man die Zuschauer zu leicht mit dem beeinflusst, was man sagt. Ob man nun will oder nicht. Anstatt nur der von ihm selbst kritisierten politschen Korrektheit bei seiner Antwort genüge zu tun, hätte er doch ruhig mal eine Entschuldigung vorausschicken dürfen, für den Fall, dass er damit tatsächlich jemanden verletzt hat - nicht nur Schwule, sondern vielleicht auch die eine oder andere Vaginaträgerin.
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#5 Tim_ChrisProfil
  • 23.06.2008, 19:39hBremen
  • Antwort auf #4 von Tufir
  • Da stimme ich dir sogar mal wieder zu. Wobei der Ausdruck "Vaginaträgerin" wirklich widerlich ist. Aber politisch wohl korrekter als F**** - *räusper* Sorry Mädels. Ist nicht negativ gemeint... 0:-)

    @Redaktion: hier fehlt ein Smile mit Heiligenschein Antworten » | Direktlink »
#6 SaschaEhemaliges Profil
  • 24.06.2008, 01:21h
  • Solche Ausfälle verdeutlich die dringende Notwendigkeit umfassender gesetzlicher Regelungen, die jede Art der verbalen Verunglimpfung diskriminierter Gruppen mit besonderer Härte bestrafen.

    Dies hätte auch und vor allem eine sehr bedeutende (und dringend notwendige) pädagogische Wirkung auf junge Menschen.

    Es geht hier ganz bestimmt nicht um falsch verstandene "Political Correctness", sondern um ein angemessenes historisch-politisches und soziales Bewusstsein, die aktive Bekämpfung jeder Form der Diskriminierung in dieser Gesellschaft, den Schutz der Menschenwürde und um eine neue Kultur des respektvollen Miteinander.
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#7 xyAnonym
  • 24.06.2008, 05:14h
  • Vielen herzlichen Dank für diesen Artikel. Ich hatte (obgleich nur wenig älter als l'homme Homme) bisher weder von diesem Herrn noch seiner Kapelle noch der Musikrichtung "Stoned Rock" (oder so), welcher sie zugeschrieben werden soll, gehört. Und eigentlich hätte ich mir auch gewünscht, daß dies so geblieben wäre.
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#8 alexander
  • 24.06.2008, 07:57h
  • jetzt interessiert mich allerdings doch, was bitte ist eine kollektive vagina ? hab ich was verpasst ? bin ich vielleicht zu unrecht schwul ?
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#9 atroposAnonym
  • 24.06.2008, 10:23h
  • meine güte jetzt regt euch alle mal wieder ab! josh homme is garantiert alles andere als homophob und queens of the stoneage fans schon gar nicht.

    wenn jemand konkret gegen rechte von schwulen und lesben kämpft und wettert (politiker, papst, etc pp), ok, aber faggot is nunmal in den allgemeinen sprachgebrauch übergegangen! genau so wie nunmal auch schwuchtel! sind halt beides, rein phonetisch gesehen, super schimpfwörter!
    wenn ihr euch da angesprochen fühlt selbst schuld....
    ich hab mich nie angesprochen gefühlt wenn jemand schwuchtel gesagt hat. also locker bleiben und nicht gleich wieder messerwetzend nach strengeren gesetzen brüllen! lagsam wirds peinlich!
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#10 Tufir
  • 24.06.2008, 10:45h
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • "Solche Ausfälle verdeutlich die dringende Notwendigkeit umfassender gesetzlicher Regelungen, die jede Art der verbalen Verunglimpfung diskriminierter Gruppen mit besonderer Härte bestrafen."
    Aber du hast dir den Ausschnitt schon angesehen, oder?

    Tatsächlich gibt es ja auch Gesetze gegen Volksverhetzung. Aber können die in so einem Fall greifen? Und vor allem: Würde es tatsächlich helfen, wenn man für solche Lapalien einen Märtyrer schafft, bei dessen Fans die Idee hinter dem Gesetz, ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen, durch dessen Ausführung einfach nur einen dicken Minuspunkt erhält?
    Nein - wenn so jemand sich gezwungen fühlt, auf seiner Website Stellung zu nehmen, funktioniert die Selbstregulierung des Systems bereits einigermaßen. Noch nicht perfekt - eine Entschuldigung wäre wie gesagt besser gewesen - aber gut genug, um die Meinungsfreiheit nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
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