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Der Lebensmittelkonzern Heinz hat in England einen schwulen Werbespot nach Protesten aus dem Programm genommen.

Grund seien negative "Konsumenten-Rückmeldungen" gewesen. Die britische Werbeaufsicht hat über 200 Beschwerden über den Spot erhalten. Darin beanstanden Eltern den 30-Sekunden-Spot als "anstößig" und "ungeeignet". Eine Mutter schrieb in einem Brief, sie hätte ihren Kindern nun erklären müssen, was ein schwules Paar ist. Die Werbung durfte nicht im Rahmen von Kinderprogrammen ausgestrahlt werden, weil britischem Recht zufolge in diesem Umfeld nicht für sehr fetthaltige Produkte geworben werden darf.

Heinz stellte in dem Spot vor gut einer Woche eine neue Delikatess-Majonäse vor (queer.de berichtete). Darin schmiert ein Italo-New-Yorker seinen Kindern, die ihn als "Mum" bezeichnen, Brote. Am Ende des Filmchens küsst er seinen Freund.

"Wir hören Konsumenten zu", erklärte Nigel Dickie von Heinz UK. "Wenn die Konsumenten Bedenken gegen eine Werbekampagne haben, erkennen wir das an". Er entschuldigte sich bei allen, die den Spot als Ärgernis empfanden.

Homo-Gruppe ruft zum Boykott auf

Die Homo-Gruppe Stonewall zeigte sich entsetzt, dass der "harmlose" Spot abgesetzt wurde. Sie forderte schwule und lesbische Konsumenten zum Boykott von Heinz-Produkten auf.

Auch in den USA sorgte der Spot für Aufregung, obwohl Heinz ihn dort nicht ausstrahlte. Der Kommentator Bill O’Reilly vom konservativen Meinungskanal Fox News Channel nannte die Werbung "verwirrend": "Ich will Majonäse und keine küssenden Typen", so seine Zusammenfassung. (dk)

Youtube | US-Kommentator Bill O'Reilly regt sich über den Werbespot auf.


24 Kommentare

#1 redforceAnonym
  • 25.06.2008, 10:50h
  • Mich verwirrt die tägliche Werbesch*** auch: Ich will ein Joghurt und keine heile Hetero-Almfamilie! Diese ganzen Spots müssen sofort abgesetzt werden.

    Wenn ich Engländer wäre, würde ich mich mal eine Zeit lang über jeden Hetero-Spot beim Werberat beschweren.
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#2 Lars3110
  • 25.06.2008, 11:28h
  • Das war doch ein guter Test von Heinz, wieweit sich die Toleranz schon durchgesetzt hat.
    Es gab einen herben Rückschlag, denn kann man von einer Mutter wirklich verlangen, ihren Kindern zu erklären, was Homosexualität ist?
    Die Publicity ist umsonst und ich denke nicht, dann man Heinz deswegen boykottieren muss, weil sie sich dem Druck gebeugt haben, im Gegenteil: Respekt vor dem Mut.
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#3 wasauchimmerAnonym
  • 25.06.2008, 11:35h
  • ich fand den Spot ganz gut, entgegen einiger anderer Meinungen hier. Schade. Dann strahlt ihn in D aus! ;)
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#4 Franky_EyesProfil
  • 25.06.2008, 11:36hBerlin
  • Die Frage ist doch die: Hätten dir sich auch so aufgeregt wäre es eine Heterofamilie gewesen?
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#5 TimmAnonym
  • 25.06.2008, 11:44h
  • Wenn es erst einen Werbespot braucht, damit Kinder halbwegs aufgeklärt werden, zeigt das, welche Art von Menschen sich da beschwert hat.

    Ein Kuss zwischen zwei Menschen, die sich lieben, ist nun wirklich nichts anstößiges. Wir müssen doch auch Heteroküsse ertragen.

    Die Firma Heinz muss sich jetzt entscheiden, wer Ihnen wichtiger ist: 200 durchgeknallte Fundamentalisten oder ihre homo-, bi- und transsexuellen Käufer, die wohl ein Vielfaches sein werden.

    Es kann nicht sein, dass Fundamentalisten es ständig schaffen, ihre Meinung allen anderen zu diktieren. Da müssen wir endlich gegensteuern. Von daher unterstütze ich den von Stonewall geforderten Boykott 100%ig!
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#6 blablamartinAnonym
  • 25.06.2008, 11:49h
  • Antwort auf #2 von Lars3110
  • wieso kann man das nicht von eltern verlangen? die schaffens ja auch den kleinen heterobeziehungen zu erklären. liebe und zusammenleben läßt sich eigentlich auch ganz gut ohne sexuelle details verständlich machen.
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#7 FinnAnonym
  • 25.06.2008, 12:48h
  • Der konservative Rollback ist in vollem Gange - und das nicht nur in GB, sondern auch hierzulande...

    Und das, obwohl diese hasserfüllten Menschen, für die Liebe ein Verbrechen ist, deutlich in der Minderheit sind. Aber sie sind hochmotiviert und laut genug.

    Wie lange wollen wir da eigentlich noch tatenlos zusehen? Solange, bis es zu spät ist? Wir müssen endlich gegensteuern!! Und das gelingt nur, wenn wir alle zusammenstehen und an einem Strang ziehen! Und wir müssen ihre Methoden (Boykotte, Massenbeschwerden per Breif, Mail, Telefon, etc., ...) nutzen!

    Wir könnten sovieles erreichen, wenn wir endlich mal den Hintern hochkriegen, zusammenstehen und uns engagieren! Wir sind deutlich mehr als sie, wir müssen nur unsere Macht endlich nutzen!
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#8 Tim_ChrisProfil
  • 25.06.2008, 13:08hBremen
  • Antwort auf #6 von blablamartin
  • Nö, das machen die eben gerade nicht. Das erleben die Kiddies doch tagtäglich in ihrem Umfeld. Somit braucht es für Heterobeziehungen keine Erklärungen und mit der sexuellen Aufklärung tun sie sich dann auch recht schwer. Erst wird erklärt, dass Kinder dadurch entstehen, dass Mami und Papi sich lieb haben. - "Aha, also wenn ich meinen besten Freund lieb habe, krieg ich Babys?"
    Mama kommt nun ins rudern, überlegt angestrengt und versucht es stotternd weiter: Mami und Papi schlafen miteinander. - "Also wenn ich mit meinem besten Freund im Sommer beim Campen auf der großen Luftmatratze schlafe krieg ich Babys?"
    Mama bricht langsam der Schweiß aus, sie versucht es weiter: Mami und Papi müssen verheiratet sein. - "Aber Peters Mama ist auch nicht mit seinem Papa verheiratet."
    Nun wird es für Mama wirklich eng und schlußendlich greift sie auf das allseits beliebte: "Das erklär ich dir, wenn du größer bist." zurück. Und nun braucht Mama nur darauf zu warten, bis das neugierige Kind Sexualunterricht in der Schule bekommt, dann erledigt sich die Sache von selbst.

    Ich bin mir ja fast sicher, dass jene Mama aus dem Artikel anschließend ganz entsetzt den Gemeindepfaffen um Aufklärungshilfe bat.

    Allerdings wird in dem Artikel noch etwas deutlich: Heinz scheint nicht viele Kunden zu haben, dass sie sich von 200 - von Millionen Engländern, die den Spot vermutlich gesehen haben - derart beeinflussen lassen. Befürchten die nun durch den möglichen Wegfall dieser 200 Kunden - die sie vorher vielleicht noch nicht mal hatten - eine Insolvenz?

    Überhaupt die Aufregung dieser 200 Engländer. Ich meine, ist ja nicht so, dass es in dem Spot um eine Menge nackter Menschen, viele Heinz Soßen, Gemüsestreifen, große Sauerei mit heftiger Orgie gegangen wäre. Wäre als Spot zwar auch durchaus interessant, aber dann erst nach Mitternacht im Erwachsenenprogramm. Dann hätte ich die Aufregung allerdings auch nachvollziehen können - sofern sie im Mittags TV ausgestrahlt würde. Aber nicht wegen eines lächerlichen Kusses und Kindern, die einen recht maskulinen Mann als Mama bezeichnen. Das ist echt lächerlich.
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#9 Tufir
  • 25.06.2008, 13:25h
  • Es ist nicht Aufgabe eines Unternehmens, die Welt zu verändern. Insofern ist der Versuch, mit den klassischen Hetero-Werbe-Bildern doch eine nette Idee gewesen - der Kuss ein Hingucker oder eine Punchline oder wie auch immer man es nennen möchte. Scheitert an dem Unverständnis einiger, was sicherlich vielen anderen witzig gemeinten Spots so gegangen ist. Dass Heinz sich nun nicht weiter aus dem Fenster lehnen möchte, weil es bei Werbung um Konsens und nicht um Diskussion geht, sollte nicht wundern.

    Ruft man nun zum Boykott auf, muss einem klar sein, welches Statement man damit macht. Nämlich, dass Unternehmen solche Risiken nicht mehr eingehen sollten und Schwule lieber von vorherein aus ihren Werbespots verbannen.
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#10 Lars3110