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  • 26. Juni 2008, noch kein Kommentar

Die Behörden der Großstadt Norfolk im konservativen US-Bundesstaat Virginia sind sauer, weil sie einen Mann im Fummel mit dessen Partner ehelichten.

Von Dennis Klein

Jetzt droht das Standesamt damit, ein Strafverfahren gegen den 31-jährigen Antonio Blount und den 18-jährigen Justin McCain einzuleiten. Das hänge davon ab, ob das Paar bewusst gegen die Gesetze des Staates verstoßen habe. Virginia ist eines der 48 US-Staaten, in denen die Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden darf. Nur Massachusetts und Kalifornien haben Schwule und Lesben inzwischen gleichgestellt.

Das Paar erschien im Frühling auf dem Standesamt – nach zehn Minuten war die Eheschließung perfekt. McCain trug dabei Frauenkleider, so dass niemand auffiel, dass er eigentlich ein Mann war. Auf seinem Führerschein, der in den USA traditionell als Personalausweis-Ersatz gilt, war das Merkmal "Geschlecht" zwar mit "M" wie "männlich" angegeben – allerdings befand sich diese Angabe genau über dem dunklen Wappen des Bundesstaates und war somit kaum zu lesen. Es ist auch niemand aufgefallen, dass McCain seinen Vornamen mit "Justine" angab, während er in Wirklichkeit "Justin" heißt.

Noch ist unklar, ob es sich bei ihm um einen Transsexuellen handelt. In diesem Fall könnte die Eheschließung legal sein. Handelt es sich aber "nur" um einen Schwulen, wäre sie illegal.

Die Behörden bekamen erst Wind von der gleichgeschlechtlichen Ehe, als McCain im Bürgeramt eine Namensänderung beantragte. Er wollte nun auch offiziell "Justine" heißen.

Transsexuelle können in den USA relativ einfach ihr Geschlecht im der Geburtsurkunde ändern lassen. Dann würden sie offiziell als Mitglied des anderen Geschlechts gelten und damit auch die Vorzüge in Anspruch nehmen können, wie beispielsweise eine Eheschließung. "Es ist kein Betrug, wenn eine transsexuelle Person, die ihr Leben in einem anderen Geschlecht lebt", erklärte der Anwalt Cole Thaler gegenüber der Nachrichtenagentur AP.