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Homosexuelle erfahren immer noch Gewalt und Ablehnung - daher sei das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, das das Waffenverbot in der Hauptstadt Washington für ungültig erklärte, gerade für Schwule ein Segen.

Der "Supreme Court" hatte am Donnerstag mit fünf gegen vier Stimmen ein 32 Jahre altes Waffenverbot in der Bundeshauptstadt für verfassungswidrig erklärt. Das Gericht entschied, dass Amerikanern in der Verfassung das Recht zugebilligt wird, Waffen zur Selbstverteidigung in ihrem Haus zu haben. Washington D.C. gehört seit Jahrzehnten zu den Städten mit der höchsten Kriminalitätsrate in den USA. Unter den Klägern war auch ein schwuler Mann, der sich vor Angriffen von Schwulenhassern schützen will (queer.de berichtete)

"Das ist zwar eine wunderbare Entscheidung für hetero- und homosexuelle Amerikaner, aber gerade schwule und lesbische Amerikaner sind nach wie vor homophober Gewalt ausgesetzt", erklärte Patrick Sammon, Chef der Log Cabin Republicans. "Wir sind glücklich, dass der Oberste Gerichtshof unser Recht darauf, uns selbst und unsere Familien vor Schaden zu verteidigen, aufrecht erhalten hat. Selbstverteidigung ist kein Privileg, das ist ein Grundrecht!".

Waffenbesitz wird im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung besonders geschützt. Allerdings hat es über die Interpretation des Textes seit jeher Streit gegeben. Politisch setzen sich die Demokraten eher für staatliche Regulierung ein ("Gun Control"), während die Republikaner das Recht auf Waffenbesitz als absolut ansehen.

Gegen die Entscheidung des Supreme Court können keine Rechtsmittel eingelegt werden. (dk)



23 Kommentare

#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 27.06.2008, 11:30h
  • "Schwule Republikaner" in den USA sind die noch dümmere Hardcore-Version der "schwulen CDU'ler" hierzulande.

    Erfreulicherweise stehen die Zeichen in den USA auf "Change", sogar sehr viel deutlicher, als ich dies bei uns derzeit erkennen kann.

    Und wie die populäre New York Times-Kolumnistin Maureen Dowd es vor wenigen Tagen sehr zutreffend formulierte: Die Republikaner sind dabei, ihren Traum einer "dauerhaft gesicherten Position" in Politik und Gesellschaft zu verwirklichen - und zwar die der ständigen Minderheit.
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#2 gatopardo
  • 27.06.2008, 11:48h
  • Antwort auf #1 von Sascha
  • Es lebe der Humanismus in einem Staat, wo Menschen Pistolen besitzen müssen, um sich wiederum vor Bedrohung durch waffenstarrende Mitmenschen zu schützen. Was für ein Land ist das, wo Behörden und Richter das auch noch fördern ?
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#3 JörgAnonym
  • 27.06.2008, 12:13h
  • Also sowas Dummes habe ich ja selten gelesen...

    Mehr Waffen - mehr Gewalt: so einfach ist das.
    Ob derjenige, der die Pistole trägt nun schwul, lesbisch oder hetero ist - ist doch nun wirklich egal.
    Ziel sollte es sein, die Pistolen aus amerikanischen und allen anderen privaten Haushalten zu verbannen, nicht zu verbreiten.
    Schwachsinnig. Und das sage ich als Schwuler.
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#4 stromboliProfil
#5 redforceAnonym
  • 27.06.2008, 13:00h
  • Verbrecher kümmern sich wohl sowieso nicht darum, ob Waffen verboten sind oder nicht. Und warum soll sich nicht jeder Bürger verteidigen dürfen? Finde dieses Grundrecht nicht schlecht. Bei uns wird der Bürger ja (vermutlich auch aus geschichtlicher Entwicklung heraus) zum Kuschen und Ducken erzogen - lediglich der Staat hat die Waffengewalt, und wer sich gegen ein Verbrechen wehrt ist schon selber der Böse und muss sich deswegen verteidigen.
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#6 stromboliProfil
  • 27.06.2008, 13:30hberlin
  • Antwort auf #5 von redforce
  • ganz einfach: die idee der saatlichen gewalt entspringt der erkenntnis , dass der einzelne IMMER die eigene situation als das gute sieht, die des anderen als das böse. Also jegliche "verteidigung vor dem bösen" auch ein "vorrechteinräumen" der eigenen haltung beinhaltet!
    Wie also, und wer spricht dann noch recht??

    ...wer wind säät, wird sturm ernten... wie ein sprichwort sagt
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#7 gerdAnonym
  • 27.06.2008, 16:03h
  • Das Waffenurteil finde ich zwar auch grossen Schwachsinn und die Amerikaner haben da gewaltig einen Schaden, wenn es um das Thema Waffenbesitz geht.

    Aber diese Meldung zeigt mir doch wieder, wie verschieden homosexuelle Menschen zu allgemeinpolitischen Themen denken. Daher haben auf CSDs auch solche Themen alle nichts verloren und dort sind rein homopolitische Themen von den Veranstaltern aufzugreifen.

    Bestätigt finde ich dies auch derzeit durch unsere politischen homosexuellen Prominenten der ersten Reihe: Voker Beck von den Grünen, Guido Westerwelle von der FDP, Klaus Wowereit von der SPD und Ole von Beust von der CDU und Sabine Jünger von der Linkspartei.

    Diese fünf Personen hätte ich gern einmal zu einer gemeinsamen Talkrunde bei Anne Will eingeladen. Das einzige, was diese fünf Personen gemeinsam hätten, wäre wohl das Thema Homopolitik, wo alle fünf sich für Fortschritte im Lebenspartnerschaftsrecht aussprechen würden sowie weitere rein homopolitische Themen vorantreiben würden ("wenn auch mit unterschiedlicher, starker Kraft und Energie").
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#8 Tufir
  • 27.06.2008, 16:22h
  • Antwort auf #5 von redforce
  • "Und warum soll sich nicht jeder Bürger verteidigen dürfen?"

    Weil, wie du schon gesagt hast, Verbrecher nicht an dem Verbot so wie so nicht interessiert sind, und sich deshalb mehr, größere und bessere Waffen besorgen können. Insofern läuft das mit der Verteidigung nicht ansatzweise so glücklich, wie erwartet, weil die Verbrecher dann halt einfach mit einer noch größeren kriminellen Energie an die Sache herangehen. Wehrst du dich mit einem Jagdmesser, haben sie eine Schusswaffen, willst du dich mit einem Revolver schützen, kommen sie halt mit einer Uzi.

    Am Ende hast du dann eine Situation, bei der Polizisten bei einer einfachen Verkehrskontrolle die Hand an der Waffe haben müssen und du in dem Moment, in dem du deine Hände vom Lenkrad nimmst, ohne dass es dir explizit erlaubt wurde, Gefahr läufst, aus Notwehr erschossen zu werden. Ob man sich da dann wirklich sicherer fühlt? Ich befürchte eher, das Gegenteil ist der Fall - und man kauft um so mehr Waffen.

    Fairerweise muss man nun aber auch sagen, dass Europa, von Brandenburg mal abgesehen, nicht so zersiedelt ist wie der Wilde Westen, wo man sich halt nicht darauf verlassen kann, dass nach spätestens 10 Minuten ein Streifenwagen vor der Tür steht. Insofern ist das ganze historisch anders gewachsen. Aber auch das halt nicht in der Mitte von Washington.
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#9 Tim_ChrisProfil
  • 27.06.2008, 16:44hBremen
  • Juhu, jeder noch so durchgeknallte Ami darf eine Waffe besitzen und sie nach Notwehrsempfinden auch benutzen. Die Waffenindustrie reibt sich die Hände. Angesichts dessen, das Kriegstreiber Nr. 1 das Feld räumt ein gelungener Schachzug. Nicht die Waffen für weitere weltweit kritisierte Kriegshandlungen in der Fremde, nein, man produziert zur Vernichtung des eigenen Nachbarn. Irgendwen muss man schließlich abknallen, wenn es die bösen Kommunisten und Moslems nicht mehr sein dürfen und selbst Guantanamo anständiger werden soll. Und ist der Nachbar dann tatsächlich gar nicht so böse, wie man es gerne hätte, schließlich muss das neue Spielzeug Marke Walther oder Smith & Wesson ja auch ausprobiert werden, dann stürmt man eben die nächste Schule oder Uni und sichert sich so die weltweite Aufmerksamkeit für ein paar Tage oder Wochen. Presse sei Dank. Gibt es denn was schöneres als sinnlos in der Gegend herum ballern und wild auf Leute zu schießen, während die Polizei von scharfer Munition auf Elektroschocker oder Plastikgeschosse umgestellt wird - zum Schutz des hilflosen, aber besser bewaffneten Bürgers?
    IRONIE AUS!

    Bei den Amis ist zwar alles übergroß, aber soll noch mal einer sagen, die hätten nicht auch einen übergroßen XXL Knall.
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#10 SaschaEhemaliges Profil
  • 27.06.2008, 17:27h
  • Antwort auf #2 von gatopardo
  • Immerhin sollte man festhalten, dass es sich bei der Entscheidung des Obersten Gerichthofes um ein äußerst knappes Ergebnis handelt: Die fünf als konservativ bis extrem reaktionär bekannten Richter - zwei davon wurden von Kriegsverbrecher Bush ernannt - stimmten für die Aufhebung des generellen Waffenverbots in Washington D.C., die vier als moderat bis progressiv bekannten und von demokratischen Präsidenten ernannten Richter dagegen.

    Glücklicherweise könnte es mit einem Präsidenten Barack Obama (der sich im Wahlkampf in Sachen Waffenkontrolle bewusst zurückhält, sich aber in seinem Programm deutlich dafür einsetzt) wieder zu einer Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse beim Supreme Court kommen, da mindestens einer der Richter in der kommenden Legislaturperiode ausscheiden dürfte und dann vom neuen Präsidenten durch einen Kandidaten seiner Wahl ersetzt wird.
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