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Die Lesben und Schwulen in der Union feiern am Freitagabend ihr zehnjähriges Bestehen.

In der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt in Berlin stößt die LSU auf ihr erstes Jahrzehnt als Interessenvertretung von Schwulen und Lesben in den Unionsparteien an. Zur Festveranstaltung werden 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Kunst und Gesellschaft erwartet, darunter auch der Berliner Oppositionsführer Friedbert Pflüger.

LSU-Chef Reinhard Thole erklärte, man habe noch vor kurzem nicht damit rechnen können, dass die LSU ein "so geschätzter Akteur sowohl auf dem politischen Parkett als
auch in der lesbischen-schwulen Gemeinschaft ist". In Zukunft werde man sich "auch weiterhin einmischen". "Neben den aktuellen Gesetzgebungsvorhaben, vor allem im Beamten- ,Steuer- und Familienrecht, steht selbstverständlich die offizielle Anerkennung als CDU-Organisation auf unserer politischen Agenda", so Thole.

Als einen ihrer großen Erfolge feiert die LSU, dass das Ende 2007 verabschiedete CDU-Grundsatzprogramm erstmals gleichgeschlechtliche Partnerschaften erwähnt (queer.de berichtete). Als wegweisend für die Union bezeichnet der Homo-Verband außerdem das schwarz-grüne Projekt in Hamburg. Damit gelinge es laut Thole der Union, "bürgerlich-konservative, christlich-soziale und liberale Positionen" zu verbinden (queer.de berichtete). Allerdings eckt die LSU mit der Szene auch hin und wieder an: So kritisierte der Berliner LSU-Chef 2005 das schwule Fetisch-Fest "Folsom Pride"; die "Gefühle der Mehrheit der Berliner Bevölkerung" müssten geachtet werden, so die Hauptstadt-LSU damals (queer.de berichtete).

Die Feier wurde bewusst einen Tag vor der Berliner CSD-Parade angesetzt, "um den LSU-Mitgliedern ein attraktives Programm zu ermöglichen". (dk)



42 Kommentare

#1 alexander
  • 27.06.2008, 16:52h
  • was gibt es da zu feiern ? die peinlichkeit, lesben und schwule erst seit 10 jahren in dieser partei whrzunehmen, einer partei die uns seit 60 jahren um unsere daseinsberechtigung bringt ?
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#2 Diz!Anonym
#3 hwAnonym
  • 27.06.2008, 16:57h
  • Antwort auf #1 von alexander
  • ..den synergie-effekt:

    "..Die Feier wurde bewusst einen Tag vor der Berliner CSD-Parade angesetzt, "um den LSU-Mitgliedern ein attraktives Programm zu ermöglichen".

    billig schwule gucken - lsu-reisen
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#4 CrazyForceProfil
  • 27.06.2008, 17:22hDortmund
  • Was es daran zu feiern gibt weiß ich auch nicht...

    Aber morgen auch wieder ein tolles CDU-Jubiläum:

    2.000 Jahre Frauenbild der CDU!

    Nächstes Jahr dann:

    2.000 Jahre Ablehnung homosexueller Lebensweisen.

    Schon jetzt von dieser Stelle aus:

    Herzlichen Glückwunsch zum gesellschaftspolitischem Rückschritt. Toll...
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#5 stephan
  • 27.06.2008, 19:32h
  • Ich kann mich den bisherigen Kommentaren nur anschließen. Es ist mir völlig unverständlich, dass man als schwuler Mann (oder lesbische Frau) in der CD U oder CSU sein kann.
    So geschichtsvergessen kann doch gar niemand sein: Auf Betreiben der CDU und ihres 'grossen' Vorsitzenden Adenauer blieb der - von den Nazis verschärfte - Paragraph 175 StGb auch in der jungen Bundesrepublik in Kraft. (August Bebel (Mitgründer der SPD) wollte den Paragrahen 175 bereits 1898 aus den StGB streichen und unternahm dazu zahlreiche Vorstösse auch im Reichstag - z.B. 1902!)
    So mies - wie mit den Schwulen - ist man hierzulande wohl mit keiner anderen Opfergruppe des NS-Regimes umgegangen und dies ist im Wesentlichen das Werk der Union.
    Die Altnazis hat Adenauer jedoch in seinen engsten Beraterkreis geholt und manche Juristen, die zunächst durch die Verteidigung der nationalsozialistischen Rassenlehre bekannt geworden waren, machten nun eine zweite Karriere.
    Und heute? Gib es eine demokratische Partei in Deutschland, die die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlich Liebender, ja sogar nur den Schutz vor Diskriminierung (Artikel 3.3. GG) heftiger bekämpft, als CDU und CSU. Die LSU ist in sich eine zutiefst widersinnige Sache.
    Die LSU bringt der Gleichstellung nicht nur nichts, sondern ist sogar kontraproduktiv, da sie den Unionsparteien ein Feigenblatt liefert, welches man denen vorhalten kann, die diese Parteien als intolerant bezeichnen.
    Die Auflösung der LSU - das wäre ein Grund zum Feiern! Das wäre ein Sieg der Vernunft!
    "10 Jahre LSU" ist eine Schlagzeile, die man bestenfalls aufgemacht wie eine Todesanzeige bringen sollte - eine Todesanzeige für Toleranz und Verstand!
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#6 gatopardo
  • 27.06.2008, 20:02h
  • Biedermänner wie Oettinger stottern keine schwäbischen Grussworte zum Stuttgarter CSD und auch sonst könnte man auf Umfragewerte bei CDU/CSU-Politikern gespannt sein, was sie denn wohl von 175ern und denen vom "anderen LSU-Ufer" halten ?
    @hw: Recherchiere das bitte mal !
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#7 albertAnonym
  • 27.06.2008, 20:49h
  • Schwul in der CDU? Das ist doch Quatsch! Beraten die die Union in Sachen 'Schöner Diskriminieren', oder was?
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#8 gatopardo
  • 27.06.2008, 21:07h
  • Antwort auf #5 von stephan
  • Seitdem ich 1966 als 25jähriger die Bundesrepublik für immer verlassen habe, ist mir diese widerlich-dumpfe, provinziell-biedere Atmosphäre des Adenauer-Miefs in Erinnerung, der gesellschaftlich oft an NS-Rechtsprechung anknüpte. Nicht nur Schwule waren Freiwild, sondern ledige Mütter, Abtreibende und diejenigen, die "Kuppelei" betrieben, wenn sie ein Liebespaar beherbergten, das nicht verheirat war usw...
    Wie es unter uns noch Leute geben kann, die diese "Christenmenschen" wählen, die uns um unsere Jugend gebracht haben, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
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#9 stephan
  • 27.06.2008, 22:19h
  • Danke madridEU,
    ich bin Jahrgang '65 und kenne die Adenauer-Ära nur aus Berichten und Erzählungen, aber schon früh fiel mir als Jugendlicher auf, dass die - in Geschichtsbüchern - oft als so positiv beschriebene Zeit des Wiederaufbaus zu vielen persönlichen Berichten nicht passen konnte. Nach meinem Coming-out, (das auch in den Achtzigern in einem konservativ dominierten Gebiet (Sauerland) noch nicht einfach war) bin ich diesen Fragen sehr intensiv nachgegangen und war entsetzt über das Ergebnis meiner Recherche. Was die Menschen Deiner Generation oder derer, die noch fünfzehn Jahre älter sind durchgemacht haben müssen, hat mich immer erschauern lassen. Ich habe mir immer gedacht, dass ich wahrscheinlich zum Amokläufer hätte werden müssen: Gerade aus dem KZ oder dem Versteck heraus in einem sog. Rechtsstaat und gleich wieder kriminalisiert, verleumdet und um den Rest ihrer Jugend gebracht. Dabei seelisch halbwegs gesund geblieben zu sein, ist in meinen Augen schon eine große Leistung!
    Und welche Partei, welche gesellschaftlichen Kräfte stecken dahinter? Die Konservativen!
    Es ist eine Unverschämtheit des LSU-Vorsitzenden so zu tun, als ob
    - die Abschaffung des §175 StGb
    - das Lebenspartnerschaftsgesetz
    - die Verbesserungen im Erbschaftsrecht
    u.v.a.
    auf die Initiative der LSU zurückginge.
    Beim Lebenspartnerschaftsgesetz musste alles von der SPD und den Grünen gegen den erbitterten Widerstand der CDU/CSU durchgesetzt werden, selbst der Ort der Verpartnerung. Die CDU hat durchweg versucht einen Verwaltungsakt an einer ungeordneten Behörde daraus zu machen, da die Standesämter in der Regel wohl zu schön für uns sind!

    Wer steht bis heute dagegen, die 'sexuelle Orientierung' in den Katalog der Punkte unter Art. 3.3 GG aufzunehmen. Die Union will es nicht grundgesetzlich verankert wissen, dass man Schwule und Lesben nicht diskriminieren darf! Dafür gibt es logisch keinen anderen Grund, als den, dass man ggfs. eben doch diskriminieren will ...

    Und neuerdings - da hab ich mich selbst sehr engagiert:
    Die Verbesserungen im Erbschaftsrecht!
    Ich habe mit vielen MdBs korrespondiert und ich werde nicht eine Mail vergessen, die ich von den Mitgliedern der Unionsfraktion bekommen habe. Immer wieder habe ich darauf hingewiesen, was es für ein Paar bedeuten könnte, wenn die gemeinsame Wohnimmobilie nach dem Tod eines Partners quasi 'weggesteuert' wird, die Rückmeldungen waren zwar freundlich aber unverbindlich und sagten letztlich, dass unsere Beziehungen nicht den gleichen Wert hätten, wie heterosexuelle Verbindungen. Alles Erreichte musste der Union abgerungen werden
    Zwar ist es wahr, dass die SPD eine höhere Erbschaftssteuer wollte - die aber gerechter und nicht mit willkürlichen Diskriminierungen!

    Und zuletzt:
    Was oder wer steht eigentlich der steuerrechtlichen Gleichstellung von Partnerschaften entgegen?
    Einzig und allein die Unionsparteien und einzig und allein aus ideologischer Verblendung
    Und ich bin ganz sicher: Wenn wir diesen Schritt endlich schaffen, so wird es ganz bestimmt nicht das Verdienst der LSU und ihrers Vorsitzenden sein!

    Für mich steht fest:
    Von den drei Eigenschaften
    - Schwulsein
    - Unionsmitglied oder - wähler sein und
    - folgerichtig denken können
    schließen zwei Eigenschaften immer die dritte aus!

    Herzliche Grüße nach Madrid!
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#10 MarstophProfil
  • 27.06.2008, 22:42hBerlin
  • Tjaaaa, die Herren von der LSU (wieso sieht man da eigentlich nie Frauen - wo es doch LESBEN + Schwule in der Union heißt?).
    Zuerst einmal Respekt, daß sie überhaupt diese Kärnerarbeit aufsichnehmen. Trostloserweise hat das ein bißchen was von HUK und LUK (Homos und Kirche...). Man biedert sich als Homo einer Organisation an, der mann/faru sich aus anderen Gründen zugehörig glaubt - immerhin gibt es stramm konservative und ebenso sektenabhängige Schwule - und versucht tatsächlich etwas "von unten" zu verändern. Das verdient Achtung! Sehr christlich übrigens: Wenn du mir eine in die Fresse haust, halte ich dir die andere Wange (Backe?) auch noch hin, damit du es richtig vollenden kannst.
    - Ein kleiner Tip als Genosse (die Schwusos feiern dieses jahr 30jähriges): Wenn ihr etwas verändern wollt, macht JETZT Druck und gebt jetzt Gas... - wann wollt ihr in den "christlichen Parteien" jemals etwas erreichen, wenn nicht mit einer Parteivorsitzenden UND Kanzlerin Merkel. ich trau der Frau ja viel zu, aber eines glaube ich: Sie hat kein Problem mit gleichgeschlechtlichen Lebensweisen, trotz christlicher Erziehung. Die Partei... tja die Partei, die ist ein anderes Problem. Solange es Schwule und Lesben ( vor allem Paare ) in D gibt, die "christlich" wählen, geht es ihnen scheinbar nicht schlecht genug. Immerhin werden wir von mindestens halb Europa gerade links überholt, was die Rechtsprechung für Schwule und Lesben betrifft. Das die wichtigsten Zivilcouragepreise des Jahres an nicht christparteilich belastete Gleichberechtigungskämpfer gehen, spricht für sich :-)
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