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Der von Ronald Schill geoutete ehemalige Hamburger CDU-Justizsenator Roger Kusch soll eigenen Angaben zufolge an diesem Wochenende erstmals aktive Sterbehilfe geleistet haben.

Der promovierte Arzt hatte bereits im März für Aufregung gesorgt, als er eine Selbsttötungsmaschine für Schwerkranke vorstellte (queer.de berichtete). Ob diese im aktuellen Fall zum Einsatz kam, ist unklar.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, bestätigte der Sprecher des Vereins "Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V." lediglich, dass sich der Fall in Süddeutschland zugetragen habe. Kusch veröffentlichte ein Bild, in dem er mit der Frau zu sehen sein soll, der er beim Suizid geholfen haben will.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat bereits ein Vorermittlungsverfahren gegen den 53-Jährigen eingeleitet. Sie müsse nun feststellen, ob es sich hierbei um Tötung auf Verlangen, unterlassene Hilfeleistung oder Beihilfe zum Selbstmord handele.

Kusch, ein ehemaliger Studienfreund des Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust, war von 2001 bis 2006 Justizsenator in der Hansestadt. Im August 2003 wurde er von Innensenator Ronald Schill geoutet, der ihm auch eine Affäre mit von Beust unterstellte. Nach einem Skandal um die Weitergabe vertraulicher Akten aus einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss wurde Kusch von seinem langjährigen Förderer entlassen (queer.de berichtete). Daraufhin trat er aus Protest aus der CDU aus und gründete die neue Partei "Rechte Mitte HeimatHamburg". Bei den Bürgerschaftswahlen erzielte Kuschs Liste jedoch nur 0,5% der Stimmen und wurde daraufhin aufgelöst. (dk)



Roger Kusch wegen Totschlags angeklagt

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat den früheren Hamburger Justizsenator Roger Kusch wegen Totschlags angeklagt, weil sein Sterbehilfe-Verein zwei Seniorinnen nicht über Alternativen zum Selbstmord aufgeklärt haben soll.
Sterbehilfe: BBC-Moderator tötete aidskranken Freund

Ein schwuler britischer Journalist hat in einer Fernsehsendung zugegeben, mit einem Kissen einen sterbenden Liebhaber erstickt zu haben.

12 Kommentare

#1 VolumeProProfil
  • 30.06.2008, 15:06hMönchengladbach
  • Wenn die Frau ins Jenseits wollte, dann ist es doch vollkommen in Ordnung, wenn man ihr dabei hilft.
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#2 RoseLE
  • 30.06.2008, 22:05h
  • Finde ich auch eine sinnvolle Sache.
    Gerade wer schon einmal in einem Pflegeheim gearbeitet hat.
    Angenommen ich wäre bettlägrig und hätte keine Aussicht auf Besserung,würde ich dies jedenfalls in Anspruch nehmen.
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#3 rosaschafAnonym
  • 30.06.2008, 23:04h
  • Ich kann nur zustimmen und finde daran auch nichts "verwerfliches" zumindest in bestimmten Fällen. Ich glaube keiner ist für Sterbehilfe als "Heilzweckmittel gegen ein Scheiß-Leben", aber für eine Sterbehilfe im Falle sehr schwer kranker Menschen, alter Menschen oder überhaupt Menschen die nur noch leiden.
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#4 Tim_ChrisProfil
  • 30.06.2008, 23:44hBremen
  • Ein heikles Thema. Sterbehilfe in bestimmten Situationen - Versagen der Schmerztherapie wenn eine Heilung oder Besserung aussichtslos ist, der Mensch noch bei so klarem Verstand ist seinen Wunsch deutlich zu äußern und dies von mehreren unabhängigen Zeugen (Ärzten) bestätigt wird - ja. Aktive Sterbehilfe ist grenzwertig. Allerdings ist aktive Sterbehilfe ja für meine Begriffe auch schon, wenn die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet werden, um einen Menschen human sterben zu lassen wenn es aussichtslos erscheint, dass er aus dem Koma je wieder erwachen wird.

    Allerdings ist das, was Kusch da getan haben soll, soweit ich weiß in Deutschland noch immer nicht erlaubt, oder hat sich das geändert?
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#5 LukeAnonym
  • 01.07.2008, 12:27h
  • Sterbehilfe ist ein wichtiges und kontroverses Thema. Wenn jemand unglaubliche Schmerzen hat, nicht mehr zu retten ist und praktisch nur noch so etwas wie lebendes Gemüse ist, dann sollte es jedem frei gestellt sein, ob er leben oder sterben will.

    Wenn es aber stimmt und der mediengeile Kusch hat einer Frau geholfen zu sterben, deren unermeßliches Leid darin bestand, einsam zu sein, dann reden wir hier nicht von Sterbehilfe, sondern von organisierter Beihilfe zur Selbsttötung und das ist wirklich eine andere Hausnummer. Wie kann man jemandem helfen zu sterben, der eigentlich gesund ist und so soll es wohl gewesen sein? Das können wir nicht wirklich gut heißen. Viele von uns hatten schon mal eine depressive Phase, in der sich der ein oder andere mit dem Gedanken herumgeschlagen hat, umbringen oder leben? Jetzt gibt es dann Hilfestellung von Herrn Kusch, der ja so gern in die Kamera grinst, für alle, die mal eben aus dem Leben scheiden wollen. Die, die das wirklich wollen, brauchen niemanden dazu, der es dann auch noch an den Meistbietenden verkauft, damit Herr Kusch sich in all seiner Geschmacklosigkeit selbstdarstellen kann. Dieser Mann beutet das Leid der Menschen aus, die eigentlich Hilfe zum Leben brauchen. Aber damit kommt man ja nicht in die Schlagzeilen.
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#6 stromboliProfil
  • 01.07.2008, 13:06hberlin
  • Antwort auf #2 von RoseLE
  • was die diversern sterbehilfen durch mittlerweile verurteilte serientäter erklärt...
    Mein gott, etwas mehr distanz sollte schon noch vorhanden sein! Auch als ex fdp- wähler
    Dabei bin ich persöhnlich ein verfechter der selbstbestimmten suizidlösung die jenseits des "ökonomichen" angebotes eines herrn kusch liegt!
    Und eben weil solche personen dem thema so viel aufmerksamkeit widmen bleibt die frage: wer schützt den alten vor diesen geschäftemachern!

    Da wird sich ole aber nun krümmen, zeigt doch sein politischer ziehsohn und ex, eine seite , die eher einer horrorfiktion entsprungen (soylent green) .

    Wenn die dann durch die krankenhäuser ziehen auf der suche nach kundschaft, oder über die ärztekarteien und krankenakten der kassen hausbesuche machen ...
    Frau meier, wir hörten ihrer schwiegermutter gehts nicht so gut; wie wäres es, wenn wir mal ein paar worte des trostes verbunden mit einem unschlagbaren angebot vorstellig werden?!
    Oma im bett den trostspendenden ihre versicherungspolice überträgt zwegs sammelverwertung und restentsorgung.
    Spritze mit begleitung: € 1500,00: ohne begleitung: € 1000,00 . Weitere wünsche siehe angebotsliste!
    Nachdem wir die bildung und krankenversorgung aus dem öffentlichen endlich ins private verlegt haben, bereiten wir uns auf die privatisierung des sterbens vor. Das nenne ich gelungene marktwirtschaft!
    Vieleicht entdecken wir ja noch weitere verdienstmöglichkeiten: selbstkastrierungen unglücklicher homos unter sachkundiger anleitung seitens herrn kusch...
    zumindet naheliegend wenn man das ganze zu ende denkt!
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#7 SaschaEhemaliges Profil
  • 01.07.2008, 14:24h
  • Immerhin verweist der hier behandelte Fall auf einen weiteren, wichtigen Bereich, in dem der gesellschaftliche Status quo ebenfalls massiv durch die verlogene Unterdrückungsmoral kirchlicher und sonstiger religiöser Sekten bestimmt wird.

    Die bisherige Pseudo-Diskussion zu diesem Thema, das für jedenen Einzelnen ebenso wie für die Gesellschaft insgesamt von großer Bedeutung ist, wird - sofern nicht gänzlich unterdrückt - seit jeher von kirchlichen Würdenträgern und deren politischen Handlangern diktiert.

    Es ist höchste Zeit, dass mündige Menschen in dieser Gesellschaft endlich frühzeitig und ohne jeden verlogenen Moralismus selbstbestimmt ihre diesbezüglichen Entscheidungen treffen können.

    Dass zugleich aber auch jedwede Kommerzialisierung dieses Prozesses strikt zu unterbinden ist, sollte man, wie @stromboli sehr gut ausgehführt hat, ebenfalls ausdrücklich festhalten.

    Eine solche im wahrsten Sinne des Wortes existenzielle und höchst intime persönliche Entscheidung kann nur von selbstbestimmten, mündigen Menschen selbst getroffen werden - und es ist Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass dies ohne Missbrauch durch Spezialinteressen welcher Art auch immer, seien es klerikale oder kommerzielle, in klar geregelter Form geschehen kann.
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#8 stromboliProfil
  • 01.07.2008, 14:53hberlin
  • Antwort auf #7 von Sascha
  • ein paar worte auch zu der unterstellung gegenüber den suizidwilligen:
    Allgemein wird ihnen die möglichkeit der eigenen betrachtung abgesprochen nach dem motto: es braucht nur einen sonnenschein und das leben fängt von vorne an!
    Aber die tieferliegenden gründe für depression und lebensmüdigkeit werden nicht ergründet. Weder die soziale einbindung in ein unwürdiges lebenssystem , das ein insividium als nicht lebenswert betrachten kann ( was grundsätzlich die frage ermöglicht: gibt es ein besseres leben als das unsere und wenn ja, was hindert mich daran es einzufordern?!), noch einfach überdruss ,der mir mit der phrase: es geht aufwärts nach dem jammertal , versüßt werden soll.
    Krankheit, angst vor alter, alleinsein und sonstige isolationen , die uns dieses system an mißglückten lebensentwürfen anbietet, ist doch grund genug, abschied nehmen zu wollen.
    Mir tun die leid, die einsam ihre entscheidung treffend, nicht die möglichkeit der alternative haben. Aber die alternative bedeutet auch die freiheit, einen schmerzlosen tod als "ausweg" zu wählen!
    Das müsste im bewustsein bei der entscheidung vor allem stehen; damit wird die entscheidung auch aus dem grauen bereich der "verzweiflungstat" herausgeführt!
    Wer zeuge war , wie menschen sich trotz "lebenswillen " eine entscheidung abringen, sie womöglich noch mit freunden teilt (napoleon seyfarth sei da erwähnt... ) und seine sterbestunden zusammen mit ihnen verbringt, wird sicher einen anderen blick auf leben und selbstbestimmung haben!
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#9 Sunbear
  • 01.07.2008, 16:15h
  • Wir wurde nicht gefragt ob wir geboren werden wollten. Also sollten wir das Recht haben jederzeit sterben zu wollen wann wir es wollen.
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#10 Chris_Anonym
  • 01.07.2008, 18:47h
  • Vielleicht ist auch alles nur ein großer Fake um das Thema öffentlich zu diskutieren. Man erinnere sich an die große NL-Show zur Transplatation von Organen ...
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