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Der malaysische Oppositionsführer Anwar Ibrahim ist in die türkische Botschaft in Kuala Lumpur geflüchtet, nachdem die Behörden gegen ihn wieder Ermittlungen wegen Homosexualität aufgenommen haben.

Der 60-Jährige soll einen 23 Jahre alten Mitarbeiter zum Analsex gezwungen haben, so die Behörden. Nachdem er von den Anschuldigungen hörte, begab sich Anwar sogleich in die türkische Botschaft. Er befürchtet, verhaftet und gefoltert zu werden. "Ich wurde das letzte Mal fast zu Tode geschlagen. Ich will nicht, dass das noch mal passiert", so Anwar in einem Interview mit "Bloomberg Television". Seine Frau hat zudem bestätigt, dass es Morddrohungen gegen ihren Mann gegeben habe.

Anwar war 1998 als Vize-Regierungschef entlassen und anschließend wegen Korruption und Homosexualität festgenommen worden. Er wurde 2004 vorzeitig aus der Haft entlassen (queer.de berichtete). Im Juli 2007 verlor Anwar einen Prozess gegen den ehemaligen Regierungschef Mahathir Mohamad. Anwar hat seinen Ex-Chef verklagt, weil dieser ihn als "schwul" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).

Analysten vermuten, dass eine Hexenjagd gegen den Oppositionsführer durchgeführt wird, weil sich Anwar seit wenigen Monaten wieder politisch betätigen darf. Wegen der Verurteilung im Korruptionsprozess hatte er zehn Jahr lang kein politisches Amt antreten dürfen.

Anwar hat das zersplittete Oppositionslager vereint und der erfolgsverwöhnten Regierungspartei bei den Wahlen im März empfindliche Verluste zugefügt. Er hat für nächste Woche einen Misstrauensantrag gegen die Regierung geplant.

Homosexualität ist in dem mehrheitlich muslimischen Land mit bis zu 20 Jahren Haft oder Auspeitschung bestraft werden. In einigen ländlichen Regionen gilt zudem das Scharia-Recht – Schwule können dort zum Tode verurteilt werden. Die relativ liberale Hauptstadt Kuala Lumpur gilt als Zufluchtsort für Homosexuelle. Hier hat sich eine lebhafte schwule Subkultur entwickelt. (dk)



#1 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 30.06.2008, 23:44h
  • ach,das thema interessiert hier keine sau. schließlich sind hier christen nicht involviert.
    viel interessanter ist,dass sich die republikaner gegen homo ehe ausgesprochen haben, was dagegen sind schon peitschenhiebe oder haft!

    merke:
    gegen christentum ist gut
    gegen islam ist böse

    "Der kulturelle Relativismus in reinster Form – bestenfalls verharmlosend, in Wirklichkeit aber gefährlich verdummend!"

    buchtest.com/rezension/lexikon_der_islam-irrtuemer.html
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#2 Tim_ChrisProfil
  • 01.07.2008, 09:43hBremen
  • Antwort auf #1 von Fred_Israel
  • Böser Islam.

    Es ist schon schlimm, dass eine unschuldige Hete etwas so bösem und widerwärtigem wie der Homosexualität beschuldigt und verfolgt wird, so, dass er sich in die, zwar auch vom Islam geprägte, aber doch nicht ganz so Menschen verachtende "türkische" Botschaft rettet. Diese unschuldige Hete ist dann auch zufällig noch der Vize Regierungschef. Wie viele wirklich unschuldige Menschen (Homos und falsch beschuldigte Heten) wurden wohl auch durch sein Mitwirken gehetzt, verfolgt, gefoltert, gelyncht?
    Nein, ich bin keineswegs der Meinung, gleiches mit gleichem zu vergelten oder zu sagen: "Ätsch, nun siehst du mal, wie es ist." Ich kann seine Angst durchaus nachvollziehen und halte es für genauso unrecht, was ihm geschehen ist. Er hat die Verfolgung genauso wenig verdient wie die Homosexuellen in diesem Land.

    Kein Leben ist so unbedeutend, dass es kein Mitgefühl verdient - außer der Papst vielleicht *Scherz* - , jedoch gibt es Menschen, die einfach mehr Interesse wecken und die Gemüter aufrütteln, als gerade dieser Mann.
    Und mal ganz unter uns (ist ja sonst keiner hier, wie man sieht), wie viele haben sich tatsächlich über die 21 inhaftierten Homos in Saudi Arabien aufgeregt, anstatt über Themen wie Antisemitismus, Faschismus, Zionismus, Stalinismus, Judenverfolgung, Neonazis, Israel kontra Palästina oder was auch immer zu debattieren? In Anbetracht dessen ist es doch nicht verwunderlich, dass dieser Artikel keinen wirklich von den Füßen haut.

    Das einzig wirklich bemerkenswerte an diesem Artikel und was mir ins Auge sprang ist, dass sich Kuala Lumpur trotz des feindlichen Umlandes als Zuflucht für Homos erwiesen hat. Ich hoffe, dass das so bleibt, irgendwann die Stadtgrenzen überschreitet und aufs ganze Land übergreift.

    Aber, ich werde mich auch nicht an Islamhetze beteiligen. Der Islam ist mir genauso zuwider wie das Christentum. Im Vergleich zum Christentum ist der Islam allerdings noch mit der Inquisition und der Hexenverfolgung beschäftigt. Aber auch die Moslems werden die Emanzipation noch lernen und in der Moderne ankommen. Da bin ich sicher.
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#3 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 01.07.2008, 10:18h
  • Antwort auf #2 von Tim_Chris
  • fein tim! guter text!
    yup in kula lumpur soll es ne ganz nette szene geben -kenne ich nur vom hören sagen.

    das problem ist nur, was mich so wundert - wenn irgendetwas in der westlichen welt passiert vorallem in europa und nordamerika. obwohl dies eigentlich vollkommen belanglos ist, wenn sich mal wieder jemand gegen die homo ehe(!!!) ausspricht, mehr resonanz hat, die kommentare heftiger ausfallen, als wenn in einem land haft und peitschenhiebe drohen - da stimmt doch etwas nicht an der wahrnehmung.
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#4 stromboliProfil
  • 01.07.2008, 10:45hberlin
  • Antwort auf #2 von Tim_Chris
  • www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2008%2F0
    7%2F01%2Fa0135&cHash=e152282f00


    obiger link ist zum thema der veränderungsmöglichkeiten und ihrer derzeit objektiven beschränkungen.
    Zum homobashing gegen den herrn lässt sich vergleichend sagen: in italien ist/ war es politischer usus den "gegner" mit rosa peinlichkeiten zu traktieren. Da wurde jede möglichkeit selbst im parlament wahrgenommen, die "männlichkeit " des anderen in zweifel zu ziehen.Meistens mit der handsprache ... , nach der devise: wo rauch ist auch feuer!
    deutschland hat seinen kiesling als prominentestes "opfer " der "diskriminierung". Seit wowereit ein unding... und das ist auch gut so! Will sagen: womöglich fehlt auch in diesen ländern ein mutiger schritt zur änderung der verhältnisse!
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#5 Tim_ChrisProfil
  • 01.07.2008, 10:48hBremen
  • Antwort auf #3 von Fred_Israel
  • Gar nicht. Das Land, in dem Peitschenhiebe, Haft und Todesstrafe drohen ist weit weg. Was jedoch in der westlichen Welt passiert - selbst wenn in Nordamerika - betrifft uns eben selbst. Deshalb reagieren wir da auch viel heftiger.
    Wir müssen uns erst mal selbst schützen und stärken, dann haben wir auch die Kraft und Macht (durch vorleben und beweisen) andere zu schützen und zu stärken. Du kannst nicht, wenn du selbst noch im Morast sitzt, andere aus eben diesem rausziehen. Wäre zwar ein feiner Zug, aber lebensmüde, da es niemals klappen wird. Du wirst nur mit ihnen untergehn. Also versuchst du erst mal dich auf sicheren Boden zu bringen und Standhaftigkeit zu finden, dann kannst du auch anderen die Hand zur Hilfe reichen.

    Sicher können wir hier aufschreien. Keinen hier wird das kalt lassen, wenn in islamischen Ländern wieder Homosexuelle öffentlich hingerichtet oder gefoltert werden. Nur, was nutzt der Aufschrei hier, außer einer gefährlichen Erhöhung des eigenen Blutdrucks. Wir können hier noch so viel schreien, noch so viel kotzen über das, was dort passiert, wir werden es hier mit unserer Empörung und Aufregung nicht ändern können.
    Aber wir können dadurch etwas in Bewegung bringen, indem wir Petitionen an die Regierung oder die Botschaften schreiben und/oder eben die Vereine unterstützen, die tatsächlich etwas bewegen und dort auch tatsächlich etwas für diese Menschen tun zumindest aktiv versuchen können.

    Wobei ich allerdings bezweifle, dass Anwar Ibrahim wirklich interessant genug wäre, die hiesigen Gemüter über Gebühr zu erregen.
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