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Mit einer Gesetzesänderung dürfen ab 2009 auch Hetero-Paaren in Deutschland eine "Ehe-Light" eingehen.

Nachdem Schwule und Lesben seit 2001 mit Eingetragenen Partnerschaften eine Art "Ehe-Light" schließen dürfen, können christliche Hetero-Pärchen in Zukunft wählen: Sie können sich in einer kirchlichen Hochzeit trauen lassen, ohne die vom Staat auferlegten Rechte und Pflichten zu erhalten und/oder weiterhin im Standesamt heiraten.

Möglich wurde das durch die Abschaffung der Kulturkampf-Paragrafen 67 und 67a aus dem Jahre 1875. Mit diesem und anderen zur damaligen Zeit umstrittenen Gesetzen hatte Reichskanzler Otto von Bismarck einst die staatliche Vorherrschaft vor dem politischen Arm der Kirchen gesichert. Die Paragrafen besagen, dass eine kirchliche Trauung erst nach einer standesamtlichen durchgeführt werden müssen. Andernfalls kann der Pfarrer bestraft werden.

Das 133 Jahre alte Gesetz wurde jetzt klammheimlich abgeschafft, ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nahm. Erst ein Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" brachte das Thema in die Diskussion.

Kirchliche und standesamtliche Hochzeit sind in Zukunft zwei vollständig unabhängige Einheiten. Anders als die deutsche Homo-Ehe, die eine Vielzahl von Pflichten aber nur begrenzte Rechte enthält, beinhaltet die ab nächsten Jahr mögliche Kirchen-Ehe weder Rechten noch Pflichte – also etwa kein Zeugnisverweigerungsrecht oder Ehegattensplitting und nach einer Trennung gibt es keine Schutzvorschriften für den wirtschaftlich schwächeren Ehepartner.

Ob auch Homo-Paare kirchlich heiraten dürfen, ist wegen der Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe in beiden Amtskirchen derzeit mehr als fraglich. Einige evangelische Gemeinden haben allerdings gleichgeschlechtliche Paare bereits gesegnet. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 03.07.2008, 15:53h
  • Und noch ein Rückschritt ins Mittelalter.

    Anstatt den uneingeschränkten Primat des demokratischen Staates bei der Definition von Institutionen des gesellschaftlichen Zusammenlebens noch viel stärker zu betonen, wird hier einmal mehr vor den Sonderinteressen des Klerus gekuscht.

    So dürfen die Kirchen also nicht nur munter weiterdiskriminieren, sondern es werden ihnen von unserer christlich-spießbeckschen Regierung auch noch weitere Sonderrechte zugebilligt.
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#2 Super MarioAnonym
  • 03.07.2008, 16:51h
  • Antwort auf #1 von Sascha
  • Nein, Sascha, da haste was falsch verstanden. Da die kirchliche Ehe keinerlei rechtliche Bewandnis hat, kann nicht von Sonderrechten die Rede sein. Das ist ein rein symbolischer Akt, genau wie es bei der Kirche sein soll. Ich kann mich beispielsweise symbolisch von den Schwestern der perpetuellen Indulgenz trauen lassen, das ist dann aber auch nicht als staatliche Ehe anerkannt. Die können ruhig ihre symbolischen Ehen durchführen.
    Das Interesse des Klerus wäre doch gerade, dass die kirchliche Ehe mit der staatlichen Ehe mindestens rechtlich gleichgestellt wäre, und das wird hoffentlich nie passieren.
    Ausnahmsweise wurde dem Klerus nicht in den Arsch gekrochen.
    Ich als Homolette erwarte von der Kirche nicht, dass sie mich symbolisch verheiraten. Das können die Schwestern auch.
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#3 seb1983
  • 03.07.2008, 21:35h
  • Ich weiß gar nicht warum da so eine Aufregung gemacht wird.
    Die kirchliche Ehe bleibt wie bisher auch völlig ohne rechtliche Konsequenzen.
    Vor den Augen des Gestzes war sie ja schon immer so viel Wert wie eine Sandkastenehe: nämlich gar nichts.
    Das einzige was nach wie vor seit fast 150 Jahren gilt ist die Zivilehe.
    Darauf einen Bismarckhering!
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#4 stromboliProfil
  • 04.07.2008, 06:06hberlin
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • das würde ich allerdings nicht so sehen: mit der wegnahme der staatlichen "verbindlichkeit" wird die ehe light nun auf ein neues podest gestellt. Wenn nähmlich der staat auf die rechtsordnung verzichtet, steht der kirche eine einforderung der "rechtsgültigkeit" IHRER ehe nun nicht mehr im wege! Dieser damm ist gebrochen, die verfassungsklagen werden bereits geschnürt!
    So der mediensprecher der katholischen kirche gestern im fernsehen: .."es ist nicht einsehbar , warum die ehe nicht zur gänze ein , auf die kirchen übertragbares rechtsinstrument werden kann , wo doch der staat hier seine ansprüche aufgibt"

    Da wurde die säkularisierung um 150jahre zurückgedreht!
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#5 Fred_IsraelEhemaliges Profil
#6 DragonWarrior
  • 06.07.2008, 09:26h
  • was mich da mal wirklich wundert, ist dass die konservativen das offenbar mitgemacht haben...

    ich erinnere sehr gut, dass als argument gegenüber der eingetragenen lebenspartnerschft vorgebracht würde, sie würde die bürgerliche ehe gefährden...

    nun ist das ja zumindest verfassungsrechtlich auch geklärt (was nicht heißt das konservatve politiker nicht immer wieder dieses urteil ignorieren oder halsbrecherisch rechtsbeugen, etwa wenn es um das abstandsgebot geht, das in diesem urteil quasi nichtexistent erklärt wurde)

    aber hier wird die ehe "superlight" vollzogen...
    es gibt die kirchkiche hochzeitsfeier - und ich brauch nur in den heterokolleginnenkreis schauen um festzustellen, welcher termin die augen mehr zum leuchten brachte, um zu wissen, dass das vielen reichen dürfte.
    DIESE ehe light könnte tatsächlich der ehe zur gefahr werden.

    es wird nichts und niemand irgendeiner religionsgemeinschaft verbieten können, trauungen zu machen... von islamischen mehr-ehen über katholische einehen bis zu schwullesbischen ehen die von den schwestern der perpetuellen indulgenz geschlossen würden, von der HuK oder der LuK oder von ablegern schwullesbischer kirchen wäre alles drin...

    der gesetzgeber verhält sich hier erstmal nicht antidiskriminierend, wenn er diese möglichkeit zulässt...
    und ich sehe auch nicht, wo der staat sein primat abgibt, wenn der ganze sinn in einer freigabe der kirchlichen trauung besteht, die rechtlich komplett folgenlos bleibt...

    das gibt auf der einen seite vielleicht genau die vielfalt, die das leben ausmacht, aber diese experimentierfreudigkeit ist bestimmt eher ein versehen der bundesregierung als absicht...

    meinetwegen sollen die katholen und evangelen versuchen auf das wort EHE ein patent anzumelden...
    das dürfte schwierig werden...
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#7 stromboliProfil
  • 07.07.2008, 09:59hberlin
  • Antwort auf #6 von DragonWarrior
  • wenn die ehe zu dem reduziert wird was ihr gebührt: eine private angelegenheit ohne vorteilsaneignung (steuer/erb/erziehungs-rechte etc.) soll es mir egal sein! Auch ob islamisten oder mormonen der vielweiberei fröhnen! Das muß auf anderem wege bekämpft werden!!
    Aber wenn damit den religionen der weg in eine mühsam erkämpfte, bisher staatlich verankerte rechtshoheit geöffnet wird, ist da von einem kollateralschaden in einem laizistischen staatswesen zu reden! Das ist die summe der fatalen anbiederung an religionen, einer angeblich auf moralischen unterbau basierenden "mitverantwortung" der religionen am staatswesen.
    Der glaube , hier würde nur zurechtgerückt was ohnehin praxis sei (... "das gibt auf der einen seite vielleicht genau die vielfalt, die das leben ausmacht, aber diese experimentierfreudig keit ist bestimmt eher ein versehen der bundesregierung als absicht..."), wird konterkariert durch die tatsache , das die ehe per se nicht beendet wird, vielmehr ihr rechtsstatus einer neuen metamorphose zugeführt wird.
    Eben deshalb wird es die religionen stärken, der verlierer ist der aufgeklärte verstand!
    ..."meinetwegen sollen die katholen und evangelen versuchen auf das wort EHE ein patent anzumelden... das dürfte schwierig werden..." ; der freudig erregte mediensprecher der katholen verkündete da eine bildhaft andere erkenntnis...
    aber das gilt abzuwarten. Mittlerweile sind einige ja aus ihrem dornröschenbundestagsschlaf erwacht und verdienen sich nachträglich ihre diäten^^
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