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Die katalanische Hauptstadt besteht nicht nur aus Punto, Dietrich und der Skybar im Hotel Axel. Neue Barcelona-Tipps von queer.de.

Von Roberto La Pietra (Text und Fotos)

Die katalanische Hauptstadt besteht nicht nur aus Eixample. Fernab von Punto, Dietrich und der Skybar im Hotel Axel haben wir ein ganz anderes Barcelona entdeckt und festgestellt: auch an den Stränden der Metropole lassen sich spielend sieben Tage durchbringen. Dabei muss man auf Party noch nicht einmal verzichten und ein paar Grad kühler ist es dank Meeresnähe auch immer.

Wir haben uns genau den richtigen Zeitpunkt für einen Aufenthalt in Barcelona ausgesucht. Schon drei Tage vor der Sonnenwendfeier zu Ehren des heiligen St. Joan knallt und donnert es in den engen Gassen von Barceloneta. Unser Apartment "Manolo" liegt im fünften Stock eines renovierten Hauses und fällt in die Auswahl von sechs schnuckeligen Ferienwohnungen namens Barceloneta Suites. Küche, Balkon, Ausblick – alles da und perfekt geeignet für einen landestypischen Urlaub inmitten skandinavischer Touristen auf der einen und kauziger Katalanen auf der anderen Seite. Morgens schlürfen wir Cortado in den angrenzenden Bars, decken uns mit frischem Brot der zahlreichen Bäckereien ein und kaufen fangfrischen Fisch in der nahen Markthalle an der Placa de Font. Mittendrin statt nur dabei: Im Stadtteil Barceloneta lässt es sich aushalten.

Und das Beste: Der Strand ist gerade mal 100 Meter entfernt. An der Platja de Barceloneta liegen die Schönheiten beider Geschlechter Handtuch and Handtuch, Trommler sorgen für den passenden Ethno-Sound, Sprachen aus aller Welt sprudeln aus den Leuten um uns herum und indische Verkäufer bieten ihre Ware wie Bier und Cola feil: "Cerveza, Cola, Beer…" Entgegen der allgemeinen Meinung sind sie bei Weitem billiger als die angrenzenden Bars. Rund 200 Meter vom Ufer entfernt hat die Stadtverwaltung ein paar Fels-Quader im Wasser versenkt. Spontan entscheiden wir uns, hinüber zu schwimmen. Als wir aus dem Wasser steigen, schlagen wir uns zwar die Knie blutig, aber auf den Quadern herum zu turnen macht trotzdem großen Spaß.

Barceloneta ist noch lange nicht der schönste Strand von Barcelona. Richtung Olympischem Hafen wird’s erst richtig spannend. Zur Olympiade 1992 hat die Stadt ein wahres Wunder vollbracht, als sie die marode Hafenfront durch aufgeschüttete Strände lebenswert machte. Dazu kamen dutzende von Bars, die nicht den ollen Charme einer Ballermann-Klitsche versprühen, sondern richtig stylisch gelungen sind. Abends chillen wir auf großen Liegen und Couches der Lounge des "Schoko" und gucken mit einem gepflegten Cocktail in der Hand in die Sterne – untermalt wird das ganze von gelungenem Ibiza-Sound.

Gay-Mekka der barcelonischen Strände: Mar Bella

Hinter dem Olympischen Hafen ist es noch lange nicht vorbei, denn rund 20 Minuten zu Fuß auf der breit angelegten Strandpromenade mit Eisverkäufern und Bladern gelangen wir zum Gay-Mekka der barcelonischen Strände: Mar Bella – übersetzt "schönes Meer". Und der Name ist Programm: denn die Szene hat sich mal wieder den nettesten Strand ausgesucht. Seite an Seite bräunen sich knacke Jungs aus Barcelona und der ganzen Welt in der Mittagssonne und strecken ihre flachen Bäuchlein in die Luft. Die Strandbar spielt den passenden House-Sound dazu.

Aber heute ist nicht irgendein Tag: Es ist der Vorabend des Feiertages St. Joan, dem Fest zur Sonnenwende und damit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht des Jahres. In den nächsten 10 Stunden wird Barcelona beweisen, warum die Metropole als Party-Hochburg des westlichen Mittelmeers gilt. Denn heute hat die Stadtverwaltung die Strände auf ihrer gesamten Länge von rund 5 Kilometern zum Feiern freigegeben. Um 20 Uhr wird die Strandbar mit extra-großen Musik-Boxen bestückt und der Tresen um eine weitere Bar des Kultclubs Matinée aus dem Eixample erweitert. Bei Einbruch der Dunkelheit wippt der ganze Strand unter tausenden von tanzenden Party-Fans, das Estrella-Bier fließt in Massen (die indischen Verkäufer sind heute ebenfalls lange wach) und von allen Himmelsrichtungen schießen Feuerwerke in den nächtlichen Himmeln.

Als gegen Mitternacht auch noch der Vollmond wie bestellt über dem Mittelmeer aufgeht, ist die Kulisse perfekt und wirkt fast wie bestellt. Noch bis zum Sonnenaufgang wird die Meute weitertanzen. Viele lassen sich allerdings beim Durchmachen von Drogen helfen, denn die Pillen gehen in dieser Nacht wie Smarties herum. Wer darauf keine Lust hat, legt sich ein paar Stunden in den Sand und schläft. Als wir gegen 10 Uhr dem Sonnenlicht entgegenblinzeln, wirkt alles so als hätte es gar nicht wirklich stattgefunden. Innerhalb von kürzester Zeit hat die Müllabfuhr ein Wunder vollbracht – denn von den riesigen Müllbergen der Vornacht ist nichts mehr zu sehen. Hut ab!

Tipps: Ein Aufenthalt in einer Ferienwohnung im Stadtteil Barceloneta ist das Richtige für all diejenigen, die die Sehenswürdigkeiten Barcelonas schon gesehen haben und für die Chillen gegenüber Sightseeing im Vordergrund steht. Rund um die Placa de Font findet man eine Markthalle, viele Cafés, Supermärkte und Tapas-Bars. Wer dennoch die Stadt und ihr bekanntes Szene-Viertel Eixample nicht missen möchte, braucht zu Fuß nur rund fünf Minuten zur U-Bahn-Station Barceloneta. Zu den Gay-Clubs sind es dann nur rund 10 Minuten Fahrt. Wer länger bleibt, sollte sich unbedingt auch mal ein Fahrrad mieten und die lange Uferpromenade entlang fahren, um den ultimativen Beachtest zwischen San Sebastiá und Mar Bella zu unternehmen. Als wahrer Segen stellt sich auch das Bussystem von Barcelona heraus. Für Barceloneta empfiehlt sich zum Beispiel die Nummer 36. Die Busse kommen häufig, sind günstig und noch dazu alle voll-klimatisiert.



#1 rubberbikercgnAnonym
  • 03.07.2008, 19:33h
  • „– untermalt wird das ganze von ... Ibiza-Sound."

    „Die Strandbar spielt den ... House-Sound dazu."

    „Um 20 Uhr wird die Strandbar mit extra-großen Musik-Boxen bestückt"

    „Viele lassen sich allerdings beim Durchmachen von Drogen helfen, denn die Pillen gehen in dieser Nacht wie Smarties herum."

    Lärmterror, Drogenhorror, Wummwummwumm die ganze Nacht - und das soll Urlaub sein? Nein, bloß nicht diese Partyhölle: das ist nicht zum Hinfahren, sondern zum Weglaufen!
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#2 AntichristProfil
  • 04.07.2008, 07:49hHH
  • Antwort auf #1 von rubberbikercgn
  • Ich bin zwar kein Partyhengst, aber ein vertrockneter alter Opa bin ich auch nicht, der die beschauliche Ruhe beim Kurlaub sucht. Im Urlaub kann es da schon mal richtig krachen und abgehn, auch ohne tägliche Partynacht. Die richtige Mischung sorgt für den erholsamen Ausgleich, womit ich allerdings keineswegs die Drogenmischung meine. Soll Leute auf Partys geben, die tatsächlich darauf verzichten können. Ich konnte "Smarties" auch noch nie etwas abgewinnen.

    Hindert dich sicher auch keiner daran, den Partyzonen fern zu bleiben, dich tagsüber am Strand zu aalen, beschauliche Stadtrundfahrten oder geruhsame Ausflüge ins Umland von Barcelona zu machen. Ein Hotel für Ruhe suchende Senioren gibt es in Barcelona sicher ebenfalls. Die Ohropax für eventuell nächtlich auftretende Lärmbeschallung durch vorbeifahrende Fahrräder oder fallende Blätter sind dann sicher im Preis inbegriffen.
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#3 Tim_ChrisProfil
  • 04.07.2008, 21:45hBremen
  • "An der Platja de Barceloneta liegen die Schönheiten beider Geschlechter Handtuch and Handtuch, Trommler sorgen für den passenden Ethno-Sound"

    Klingt wunderbar. Ich liebe Schönheiten zumindest des einen Geschlechts und dazu noch Ethno-Sound. Da möchte ich am liebsten sofort die Koffer packen und dorthin in Urlaub fahren.
    Schöner Bericht.
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