Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9017

Nach dem Streit um Homosexualität droht der anglikanischen Kirche eine Auseinandersetzung um Frauenrechte, weil die Mutterkirche der Einsetzung von Bischöfinnen offiziell den Segen erteilte.

Bei einer Generalsynode im nordenglischen York votierten die Bischöfe mit 28 gegen 12 Stimmen dafür, dass Frauen zukünftig das oberste Amt in der föderal gegliederten Kirche annehmen dürften. Auch die Laien sprachen sich mit klarer Mehrheit für die Resolution aus. Mehr als 1.000 Teilnehmer der Veranstaltung hatten zuvor damit gedroht, aus Protest die Synode zu verlassen, wenn Frauen gleichberechtigt werden. Als Grund für ihren Widerstand nannten sie die Bibel, die keine Bischöfinnen vorsehen würde.

Die Kampflinien um die Frauenordination laufen in der Kirche ähnlich wie die um den schwulen Bischof Gene Robinson, der 2003 von der US-Kirche zum Bischof ernannt worden war. Insbesondere die liberalen US-amerikanischen und kanadischen Kirchen wollen gleiche Rechte für Homosexuelle und Frauen, während afrikanische und asiatische Landeskirchen traditionelle Werte hochhalten. Sie drohen seit Jahren damit, sich von der Mutterkirche mit Sitz in England abzutrennen. Als ersten Schritt installierten sie in den USA eine Gegenkirche, weil die Anglikaner dort nach der Weihe des schwulen Bischofs eine "unbiblische Agenda" betrieben (queer.de berichtete).

Der Streit um weibliche Bischöfe trägt nun zum innerkirchlichen Kulturkampf bei. Bereits seit 1994 werden Frauen zu Priesterinnen geweiht. 2006 wählte die US-Kirche mit Katharine Jefferts Schori eine Frau gar zur Chef-Bischöfin.

Ein Kompromiss-Vorschlag, nach dem der Kirche drei männliche "Super-Bischöfe" vorstehen sollen, unter welchen Frauen als Bischöfinnen agieren dürften, wurde hingegen knapp abgelehnt. Diese Idee wurde vom in Uganda geborenen Yorker Erzbischof John Sentamu unterstützt: "Es gibt einen wunderbaren afrikanischen Spruch: ‚Der, der schnell reist, reist alleine. Der, der weit reist, reist gemeinsam mit anderen.’ Ich würde gerne alle in der Kirche auf die Reise mitnehmen."

Nächste Woche beginnt in Kent die alle zehn Jahre stattfindende Lambeth-Konferenz, bei der die Kirche ihre langfristige Ausrichtung festlegen will. Der schwule Robinson wurde als einziger Bischof nicht zur Konferenz eingeladen.

Zuletzt gab es in Großbritannien unbestätigte Medienberichte, nach denen mehrere konservative anglikanische Bischöfe dem Papst in Rom einen Besuch abgestattet haben, um über einen Beitritt zu verhandeln. In der katholischen Kirche dürfen weder Frauen noch Schwule Priesterämter antreten.

Mit rund 80 Millionen Mitgliedern zählen die Anglikaner zu den größten christlichen Kirchengemeinschaften. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 alexander
  • 08.07.2008, 17:23h
  • die konservativen haben natürlich recht : hätte der liebe gott frauen macht geben wollen, wäre der himmel rosa, er ist aber hellblau !
  • Antworten » | Direktlink »
#2 jochenProfil
  • 09.07.2008, 13:52hmünchen
  • das ist ja grotesk diese ganze heilige diskussion.

    ungefähr so grotesk wie anfang der 70-er jahre dikutiert wurde ,ob man frauen als nachrichtensprecherinnen im fernsehen zulassen soll.

    das wär ja n fall für oliver kalkofe
  • Antworten » | Direktlink »
#3 gatopardo
  • 09.07.2008, 16:03h
  • Nun ist es ja so, dass sich unter uns schwulen Forenteilnehmern kaum gläubige Kirchgänger befinden. Daher sollte uns der Streit innerhalb offizieller Machtverwalter gar nicht kümmern, ob es nun um weibliche Bischöfe oder Homos geht. Habe mal irgendwo gelesen, dass man Dinge nicht diskutieren soll, von denen man nichts versteht, aber klammheimlich freut es uns ja doch, wenn die Pfaffen nach und nach gezwungen werden, ihre fragwürdigen Unternehmen an gesellschaftliche Notwendigkeiten anpassen zu müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MariposaAnonym
  • 06.08.2008, 00:11h
  • Ich gehöre anscheinend zu wenigen schwulen Christen, denen Jesus viel mehr bedeutet als alle vergänglichen Pop- und Filmstars....

    Natürlich bin ich für weibliche Bischöfe - wir leben schließlich nicht mehr im Zölibat. Zudem kollidiert in der Bibel die Meinung Jesu zu Frauen mit der von Paulus... Allerdings waren selbst seine Gemeindeordnungen für die damalige Zeit fortschrittlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 KonstantinEhemaliges Profil
  • 06.08.2008, 07:10h
  • Antwort auf #4 von Mariposa
  • Dass man so dermaßen auf ein Märchenbuch abfährt ist mir nach wie vor unbegreiflich!
    Ich geile mich doch auch nicht an Scheewittchen auf und glaube an den Gangbang mit den sieben Zwergen!
    Würde mich wirklich mal interessieren, was Menschen dazu bewegt, so einfältig zu sein!
  • Antworten » | Direktlink »