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Im amerikanischen Blockbuster "Hancock" fallen drei abschätzige Bemerkungen über Schwule, beklagt die Gay and Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD).

Die kritisierte Stelle findet sich 24 Minuten nach dem Filmstart: "Während Jason Bateman als PR-Berater versucht, das bislang schlechte Image des Superhelden aufzubessern, zeigt er Hancock drei Comicbuch-Zeichnungen, die ihn inspirieren sollen. Aber Hancock lehnt alle traditionellen Kostüme der Superhelden ab und antwortet: 'Homo. Homo in rot. Norwegischer Homo.' Die Zuschauer sollen nach dieser Äußerung lachen. Es gibt keine Replik und keine Vergeltung für diese Bemerkungen", beklagt die GLAAD. "Niemand würde den Witz vermissen, wenn er nicht da wäre. Aber man entschied sich, einen billigen Schwulenwitz einzubauen. Junge Schwule, die sich den Film ansehen, werden damit von der Hauptfigur, die als Held dargestellt wird, in den Schmutz gezogen."

"Hancock" wendet sich insbesondere an Jugendliche – in den USA hat er mit der Freigabe PG-13 nur eine empfohlene Altersbeschränkung, die nicht bindend ist. Der Action-Film, der von Will Smith co-produziert wurde, hat seit seinem weltweiten Start vor wenigen Tagen allein in Nordamerika über 100 Millionen Dollar eingespielt. In Deutschland legte "Hancock" den besten Filmstart des Jahres hin (1,07 Millionen Zuschauern am Wochenende).

Will Smith hatte bereits zuvor den Ärger von Homo-Aktivisten auf sich gezogen. So hatte er sich 1993 geweigert, im Film "Six Degrees of Separation" ("Das Leben – ein Sechserpack") einen Mann zu küssen. Damit würde er seine Fans vergraulen, so der spätere Weltstar. Noch Jahre danach nahm der spätere Gandalf-Darsteller Ian McKellen dem 1968 geborenen Schauspieler und Rapper die Entscheidung übel: "Er dachte, er sagt etwas sehr Originelles, aber was wirklich ans Licht kam, war seine Homophobie, die Krankheit so vieler Leute", so McKellen im Jahre 2004. Smith hat sich zu dem Thema nicht mehr geäußert. (dk)



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37 Kommentare

#1 FranzAnonym
  • 08.07.2008, 16:57h
  • Ob Homophob oder nicht - Will Smith wird sowieso total überschätzt. In "I am Legend" war er total überfordert und trug den Film nicht. Schlicht langweilig!

    Aber bevor queer.de hier rumlästert wegen homophober Äußerungen eines Hollywoodstars: Was lese ich in einem Werbebanner oben auf dieser Seite? "Triff den fetten Mann auf dem Trampolin". Klingt adipositasphob und ist auch nicht besser.

    Franz
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#2 7madonna7Profil
  • 08.07.2008, 17:20hAarau
  • naja, ich verstehe diese Art von Humor total. Und man kann so was ja nicht verbieten. Soll jetzt die ganze Welt schwul werden, genau dass nervt mich an den meisten Schwulen, egal auf was, man (n ) reagiert total empfindlich. Werdet endlich mal locker! in dieser besagter Szene wo er einen Kostümvorschlag erhielt hab ich mich kaputt gelacht! Hallo????
    naja, Will Smith ist sowieso total überschätzt. Klar, er macht gutre Unterhaltungs - Popcorn Filme aber mehr auch nicht!
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#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 08.07.2008, 17:45h
  • Leider haben auch viele Betroffene immer noch nicht begriffen, dass gerade diese unterschwellige, subtil daherkommende Verunglimpfung homosexueller Männer die schlimmste und wirkungsvollste Homophobie gerade mit Blick auf männliche Jugendliche ist.

    Es ist völlig unverständlich, dass man in einem Land mit unserer Geschichte, in der die Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden in der Weimarer Republik auch mit eben solchen, scheinbar ganz "harmlosen" Formen der Stigmatisierung und Diffamierung begann, nicht über ein anderes historisch-politisches und vor allem demokratisches Bewusstsein verfügt.

    Dabei hat die GLAAD es doch auf den Punkt gebracht: Derartige, dumme und verunglimpfende "Witze" (die keine sind) oder Verunglimpfungen sind in aller Regel völlig überflüssig und könnten mit größter Leichtigkeit durch etwas ersetzt werden, das niemanden beleidigt oder stigmatisiert. Und eben das erwarte ich von einer demokratischen Kultur des Respekts: Dass man nicht nur ohne verbale Akte der Verunglimpfung bestimmter Gruppen auskommt, sondern dass man solche Formen der Verunglimpfung auch aktiv ahndet und ächtet.

    Hier mal beispielhaft ein guter Ansatz aus Großbritannien, der zugleich die Frage aufwirft, warum gerade hier in Deutschland solche Maßnahmen noch nicht eimal diskutiert werden - obwohl doch jüngste Untersuchungsergebnisse in aller Deutlichkeit belegen, dass die Xenophobie unter jungen Menschen wieder dramatisch zunimmt:

    www.spiegel.de/panorama/0,1518,564480,00.html
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#4 SaschaEhemaliges Profil
  • 08.07.2008, 17:52h
  • Und natürlich stellt sich die Frage:

    Warum hat man hierzulande noch keinen Protest gegen diese billige, die Homophobie unter jungen Männern weiter befördernde Verunglimpfung vernommen???

    Diese Pöbel-Kultur, die das Bewusstsein und die Sprache gerade junger Männer inzwischen schon fast vollständig durchdrungen hat, ohne dass sich nennenswerter Widerstand regen würde (im Gegenteil: sogar hier applaudieren ja einige) gibt einen Vorgeschmack auf die "Toleranz" und "Akzeptanz", die Homosexuelle trotz der tollen "Lebenspartnerschaft" zweiter Klasse in der Gesellschaft von morgen erfahren werden!
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#5 FleurDeLys
  • 08.07.2008, 18:54h
  • Der Charakter ist ein Arschloch und wird so charakterisiert. Er macht noch sehr viel schlimmere Dinge. Man soll ihn zu diesem Zeitpunkt nicht mögen. (Insgesamt ist der Film allerdings ziemlich schlecht. Guckt lieber "Kung Fu Panda" oder "Brügge sehen und sterben".)
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#6 annemarie89
  • 08.07.2008, 19:23h
  • Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, worüber sich die GLAAD beklagt... für mich persönlich werden in der angesprochenen Szene eher die Superhelden durch den Kakao gezogen, als Schwule beleidigt.
    Trotz aller Ungerechtigkeiten und noch immer keiner vollständigen politischen Gleichberechtigung, sollte man nicht seinen Humor verlieren und nicht in jedem Film in dem das Wort "Schwul" vorkommt diskrieminierung´s Versuche vermuten.

    Aber ich bin dennoch ein wenig von Will Smith´s Einstellung zur Homosexualität enttäuscht......
    Vor allem die Aussage, er habe Angst seine Fans zu vergraulen... da kann man nur mit dem Kopf schütteln und Ian McKellen beipflichten!
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#7 Tim_ChrisProfil
  • 08.07.2008, 20:06hBremen
  • Antwort auf #6 von annemarie89
  • Da stimme ich dir schon zu. Nicht jedesmal muss man Homophobie, wenn auch nur unterschwellige vermuten, wenn in einem Hetenfilm das Wort schwul fällt.
    Wie heißt es doch auch so schön: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
    Ich bin zwar schon, wie Sascha, dafür Homophobie auch aus der Sprache endlich mal effektiv zu bekämpfen, aber über alles muss man sich ja auch nicht aufregen.
    Da ich die ausschlaggebende Szene aus dem Film allerdings nicht kenne, kann ich dazu auch noch nichts sagen.

    Zu Will Smith's homophober Aussage, wonach er seine Fans nicht vergraulen will: Das war 1993, inzwischen sind 15 Jahre vergangen in denen er ja durchaus gelernt haben kann. Ihn aufgrund dieser Szene und der Worte von vor 15 Jahren noch immer als Homophob anzusehen, fände ich doch etwas extrem. Da müsste schon etwas mehr an neuerer diskriminierender Aussage von ihm gefallen sein, um ihm wirklich Homophobie unterstellen zu können. Mal abwarten, ob er sich noch zu den Vorwürfen von GLAAD entsprechend äußert und wie, dann kann man immer noch den Stab über ihn brechen.

    Also erst mal: take it easy ;-)
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#8 SaschaEhemaliges Profil
  • 08.07.2008, 20:16h
  • Antwort auf #6 von annemarie89
  • Du magst es ja - schließlich bist du persönlich auch in keiner Weise betroffen - nicht für relevant halten, wenn in der hier behandelten Weise männliche (nicht weibliche!) Homosexualität immer und überall verunglimpft und stigmatisiert wird.

    Auf die männlichen Jugendlichen aber hat es eine verheerende Wirkung. Nicht umsonst ist ihre gefühlte Freiheit, sich sexuell mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren laut entsprechenden Vergleichsstudien so niedrig wie nie in den vergangenen Jahrzehnten!

    Homophobie und Xenophobie sind allgemein unter jungen Menschen wieder stark auf dem Vormarsch, und wie ich schon sagte:

    Wenn wir weiterhin der von Leuten wie dir praktizierten Schönfärberei und Bagatellisierung dieser extrem wirkungsvollen Form von Homophobie folgen, dann ist das nur ein harmloser Vorgeschmack auf das, was uns in der Gesellschaft von morgen erwartet.
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#9 AntichristProfil
  • 09.07.2008, 08:15hHH
  • Antwort auf #8 von Sascha
  • @Sascha: "Wenn wir weiterhin der von Leuten wie dir praktizierten Schönfärberei und Bagatellisierung dieser extrem wirkungsvollen Form von Homophobie folgen, dann ist das nur ein harmloser Vorgeschmack auf das, was uns in der Gesellschaft von morgen erwartet."
    Hätten nur mal alle Minderheiten jedweden Witz sofort bekämpft, dann gäbe es sie heute noch, die Blondinnen, Ostfriesen, Dicken, Dünnen, Idioten, Männer, Frauen, Hausfrauen, Ehemänner, Ehefrauen, Geliebten, Kamele, Ärzte... (ironisch gemeint)
    Kannst du eigentlich auch mal über dich selbst lachen? Oder gar über einen Schwulenwitz? Ich schon.
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#10 ranger4wsAnonym
  • 09.07.2008, 09:08h
  • In diesem Fall würde ich mich fragen, ob so eine Äußerung über eine andere Minderheit gefallen wäre.
    Man stelle sich kurz einen Film über einen weißen Rapper vor. Sein Manager möchte ihm ein neues Image verpassen und zeigt ihm drei Bilder von schwarzen Rapper. Der weiße Rapper kommentiert die Fotos mit: "Nigger, Nigger - Super Nigger!"
    Wäre so eine Äußerung in einem Film gefallen? Ich glaube kaum!
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