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Let the sunshine in! Der Hippie-Klassiker aus dem Jahr 1979 ist wieder im Kino. Das wird ein Happening!

Von Carsten Weidemann

Milos Formans Musicalklassiker und Hippie-Kultfilm mit Treat Williams, John Savage und Beverly D`Angelo setzte Maßstäbe für den Musikfilm und gehört bis heute zu den beliebtesten Musicalklassikern aller Zeiten. Mitreißende Rhythmen, eine tiefgründige Geschichte und das flirrende Lebensgefühl einer Ära haben "Hair" zum Kultfilm werden lassen.

Der Meisterregisseur des politisch-unterhaltsamen Films erzählt die Geschichte des schüchternen Claude Bukowski, der aus der amerikanischen Provinz mitten in das aufregende Lebensgefühl der Flower-Power-Generation gelangt. Nur zwei Tage bleiben Claude, bevor er in die Armee eingezogen wird, um in Vietnam zu kämpfen. So lernt er die kleine Gemeinschaft um den charismatischen Berger kennen. Rebellion, freie Liebe, Drogen und sehr viel, sehr langes und ungezähmtes Haar stehen hier auf der Tagesordnung. In dieser aufregenden Stimmung trifft Claude Sheila und mit ihr die Liebe.

Aber Claude muss gehen. In einem Streich übernimmt Berger für ein paar Stunden seine Rolle im Militärcamp. Doch dann kommt der Ausmarschbefehl und Berger zieht für Claude nach Vietnam.

Die Energie und der unbändige Tatendrang Bergers übertragen sich auf den gesamten Film und auch auf das Publikum. Mit "Hair" schuf Milos Forman ein vitales, temporeiches Monument, ein einmaliges Zeugnis der politisch aufgewühlten und friedenshungrigen Hippie-Bewegung, in der auch die schwul-lesbische Emanzipationsbewegung ihren Anfang hatte. Seinen Fähigkeiten als Regisseur und der Zusammenarbeit mit hervorragenden Künstlern ist es zu verdanken, dass "Hair" nicht zum Anachronismus einer sehr speziellen Zeit geriet, sondern ein Film von höchster Aktualität ist, nicht nur musikalisch, sondern auch politisch.



24 Kommentare

#1 gatopardo
  • 10.07.2008, 12:40h
  • Wir haben uns den Film -zigmal immer wieder reingezogen und seine Lieder gesungen.
    Ja das waren Zeiten voller Hoffnung auf das Ende von Heuchelei, Imperialismus,Einschüchterung und Rassismus . Wie wir wissen, hat die konservative Reaktion dann den Rückschritt eingeleitet, der bis heute andauert.
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#2 MarkusAnonym
  • 10.07.2008, 14:13h
  • wer will schon langhaarige utopisten 30 jahre später nochmal sehen. aus den paradiesphantasien bin ich schon längst rausgewachsen...und hippies waren doch die doppelmoralisten überhaupt oder?
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#3 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 10.07.2008, 14:48h
  • Antwort auf #1 von gatopardo
  • Ja, gab es sie damals tatsächlich, die Zeit voller Hoffnung, dass dem und dem und dem und dem der Garaus gemacht werden könnte? War die Hoffnung damals berechtigter als heutzutage? Oder haben wir uns nicht eher diese Hoffnung in zahllosen Debatten zwischen dem einen und dem andren Orgasmus eingetrichtert. Wir wollten glauben, also glaubten wir. Und unsere Träume nannten wir realistische; und wer sie nicht so nannte, den lachten wir aus, und "spießig" nannten wir ihn; der konnt' nur ein "Kleinbürger" sein.
    Aber hatten wir uns nicht eher ver-träumt? Und als wir erwachten,und siehe, die Welt war uns nicht gefolgt, da war es schwer zuzugeben, dass wir uns verträumt hatten. Nee, da mussten die reaktionäre Kräfte zugenommen haben. Aber waren uns nicht eher Seifenblasen zerplatzt?
    Richtig, an der Welt von heute gibt es viel auszusetzen, aber dass wir in den 70er Jahren dem Paradies näher waren, ist eine Legende. - "Schön war die Jugendzeit..." und "Kinder, wir damals..." - Nee, Kinder von heute, wir haben auch nur mit Wasser gekocht. Wir wollten nur nicht wahrhaben, dass es auch nur Wasser war. Was unser gutes Recht war, aber unser Recht ist's nicht, uns in Nostalgie zu ergehen. Den Stein der Weisen haben wir nämlich "damals" nicht gefunden. Und in greifbarerer Nähe als heutzutage lag er damals mitnichten. Nur weil man maßlos träumt, und wir haben maßlos geträumt, ist man noch kein Himmelsstürmer. Und anstatt zu stürmen, haben wir uns nicht selten kräftig eingesponnen in eine Welt, die mit der Realität wenig zu tun hatte. Und als wir aus unseren Kokons krochen, weil man vom Träumen, Debattieren und Lieben auf Dauer nicht leben konnte, mussten wir nach einem Sündenbock suchen, warum wir nicht bleiben konnten, wo uns so wohlig warm war. Und ich will ja keinem von "damals" zu nahe treten, ich gehör' ja dazu, aber als wir mitkriegten, so rosig, wie wir glaubten, dass alles schon beinahe wäre, war es halt nicht, haben wir geschmollt. Und an der Legende gebastelt. Und uns Denkmäler gesetzt. Und jetzt hoffe ich doch, keiner von uns Alten geht nun mit einem 20jährigen in den Film "Hair" und sagt: "Guck mal, das waren wir damals. Großartig, was?! Guck dir das an, was wir für mutige Kerle waren, kannst' was von lernen, Du."
    Produktiver wär's allemal, wir schauten und dann fragten uns: "Warum sind wir damals eigentlich an Grenzen gestoßen? Was war unser Anteil daran?"
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#4 alexander
  • 10.07.2008, 16:04h
  • hier wird ein wesentlicher punkt vergessen, die eigentliche, weltanschauliche hippiezeit war 1979 schon vergangenheit und abgegessen !
    der film betraf damals eher schon die kinder der hippiegeneration.
    das musical hatte 1968 in münchen premiere und spiegelte einen zeitgeist wieder, der mit dem stück "publikumsbeschimpfung" von p. handtke (1966) einherging, also durchaus politisch und kulturell aussagekräftig war.
    der film ist gut, aber war 1979 schon nostalgie und nur für die "junggebliebenen" noch wichtig.
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#6 gatopardo
  • 10.07.2008, 16:47h
  • Antwort auf #3 von Prignitzer
  • Nein, kein Blick zurück im Zorn, sondern diese Bewegung gilt als Antwort auf das unerträgliche Spiessertum jener Zeit. Das wäre lediglich unser Beitrag zur Bewältigung der jüngeren Geschichte und sonst nicht weiter dramatisch, sondern nur die Erinnerung an frische Aufmüpfigkeit der 60er und 70er Jahre.
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#7 gatopardo
  • 10.07.2008, 16:56h
  • Antwort auf #4 von alexander
  • Ja, ich erinnere mich auch an die turbulenten Endsechziger, wo kein Tag ohne revolutionäre Aktionen in Westberlin und Paris vergingen, was wir nur bei unseren Besuchen bei Euch mitkriegten. "Hair" war dann schon die in eine Show verpackte Nostalgie, die wir , vom Franco-Faschismus noch betäubt, in den späten 70ern in vollen Zügen konsumierten, als die Sache in Westeuropa längst gelaufen war.
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#8 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 10.07.2008, 20:25h
  • Antwort auf #4 von alexander
  • Richtig, alexander, das hatte ich noch unerwähnt gelassen: Als der Film 1979 erschien, war, was er erzählte, tatsächlich schon Vergangenheit und, so gut er auch sein mochte oder meinetwegen noch immer ist... was einst für Hinz und Kunz ein Skandal war, war längst "gesellschaftsfähig". Genauso "gesellschaftsfähig" wie das erwähnte Handtke-Stück, das im Juni 66 das Frankfurter Theater-am-Turm-Publikum polarisierte, und wie! Und was die Hippie-Generation angeht: Wer aus ihr nicht verebbt war oder nicht zu anderen Formen gesellschaftlichen Protestes gefunden hatte (außerparlamentarische Opposition etc.), war 1979 längst etabliert und der Film war ihr Alibi, dass sie doch mal wunder wie gegen alle und alles "aufmüpfig" waren. Nostalgie stimmt, alexander, aber "Junggebliebene"? Nun ja, Du hast es ja selbst in An- und Ausführungsstriche gesetzt. Ist's also ironisch gemeint, ist Dir beizupflichten.
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#9 stromboliProfil
  • 10.07.2008, 21:51hberlin
  • Antwort auf #3 von Prignitzer
  • eu jeh, das hört sich ja an wie die zeitgenössische "hau die 68ziger" vortragsreihe mit kommune-Konvertiten...
    das plural wir, sollte für die masse an leuten mit neuen ideen stehen, nicht für die "zerplatzten seifenblasen". Schön , jede generation hat seine stalingrads; besser aber unseres, als das der vorhergehenden generation!
    Und was heist es: wir wollten nicht wissen das wir mit wasser kochten; wir haben die verhältnisse gegen uns gehabt! Da war der tatbestand einer ohrfeige gegen einen marinerichter verwerflicher als der finale todesschuß auf einen studenten. Wer da noch von kochen mit wasser spricht verkennt die situation in der wir lebten und hineinschlitterten. Da tröstet es auch nicht wenn der altkanzler schmidt neuerdings darüber siniert , sie hätten in der verantwortung die möglchkeit des eingehens auf die belange der jugend völlig ausser acht gelassen. Das erstaunen über die wut unserer eltern uns gegenüber, die wir nicht mehr die braven kinder waren; gewiss, mit wasser gekocht die einschätzung der gewaltenverteilung: pflastersteine gegen wasserwerfer und militärisch aufgemotze polizisten; zerstörte berufwünsche nach erfassung in einem raster der kommunisten und später der terroristenhatz. Ein kaufhausbrand die seele der deutschen mehr bewegte als die täglichen bilder im fernsehen aus fernost. Brennende kinder weniger rechtsempfinden erzeugten als ein angekokeltes stockwerk im kaufhof frankfurt... ( ich war am folgenden tag
    vor ort mir das ansehen, ausser ein paar verbrannten tischen mehr chaos verursacht durch die springleranlage ) (
    www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-raf/artikel/1/die-zeugu
    ng-der-raf/


    ) ; den stein der weisen haben wir dabei nicht gesucht! Das unterstellen/ten uns andere!

    Sich einem lebensgefühl zu erinnern ist jeder generation geschuldet , geht es doch um die erinnerung an jugend und suche. Und maßlos?! Warum nicht, waren doch die vorgelebten möglichkeiten ebenfalls in ihrer art maßlos. Die maßlosigkeit des wirtschaftswunders auf kosten der opfer , ob durch krieg , ob durch kolonialismus ( damals gabs so was noch...) , ob durch anderweitige ausplünderungen. Die maßlosigkeit im richtigen system zu leben, was uns die ostler bis heute noch nicht vergeben... und recht haben sie! Die maßlosigkeit und anmaßung des rechtes, der justiz, sich selbst ad absurdum zu führen; diese noch als wehrhafte demokratie zu verkaufen...! Perverser kann der rückblick auf UNSERE vergangenheit auch nicht mehr sein!
    Ach, und von träumen nicht leben zu können ... eine steile these die nicht bewiesen ist, sieht man mal auf die "aussteiger" jener zeiten und das resümee hieraus: einige konnten/können immer noch gut damit leben, brauchen nicht die legende um sich selbst zu bestätigen.
    Wenn wir auf die heutigen probleme schauen, spiegelt sich die voraussicht jener zeit wieder!
    Und böse gesagt: wir hatten mit unseren ängsten vor der zukunft völlig recht! Da brauchts keinen denkmalschutz; die krisen sind an dem platz angelangt an dem wir sie vorher schon gesehen haben. Was nachhinein nicht mehr viel nützt ausser der (selbst)bestätigung. Der raubau mit der natur, die verschwendung erarbeiteten gutes für unsinnige projekte, abriss von wohnraum( in ffm wurde nach dem kriege ab 1958 mehr bausubstanz zerstört als durch die bombennächte ...) für gwerberäume und bankenhochhäuser. Und sehn wir doch mal auf die erreichten "legenden" wie atomausstieg. Nützliche idioten wir waren, um die technologieanstrengungen in gang zu setzen, vorausschauend, dass es mit der ölschwemme irgend mal ein ende hat, die versorgung aber auch nicht mit den herkömmlichen mitteln weitergehen kann. Dank dem aussitzen sind wir wieder auf los, vorher mussten wir erst mal die tschernobil karte ziehen. ja: "Großartig, was?! Guck dir das an, was wir für mutige Kerle waren, kannst' was von lernen, Du." ... werden sich die ex-schulreferndare sagen , die wegen beteiligung an den antiatomkraftwerkdemos auf ihre ausbildung verzichten durften..

    Es stimmt; naiv zu denken , mit dem eigenen elan die dinge auf den kopf stellen zu können. Auch ist richtig das wir uns verprivatisierten als der druck der staatsgewalt zu groß wurde, der schritt vom aufmüpfigen hin zum terroristen vom staat vorgegeben wurde, weil in die enge getrieben von bildpöpel und justiz, dem betroffenen kaum handlungsfreiheit verblieb; (ereignisse die ich in meiner unmittelbaren umgebung erleben mußte! Also eher zwang der dinge denn mangel an denk-alternativen!

    Ob ich einem heute 20zigjährigen den vietnamkrieg verständlich machen kann ist zweifelhaft, wie unserer eigene erfahrung hin zu den vorherigen konflikten wie weltkrieg 1 & 2 oder dem koreakrieg zeigt. Das ist eine der grenzen die uns auferlegt sind: "die gnade der späten geburt".... wie ein, uns bekannter witzbold mal zu sagen pflegte.
    So bleibt hair vieleicht die erinnerung an einen umwerfenden treat williams ( schmacht...) , den knuddeligen john savage, und lange haare...
    Beim betrachten meiner bilder aus jener zeit frage ich mich schon: ist dir nicht aufgefallen wie bekloppt du ausschaust... aber es kam wohl doch mehr auf das zugehörigkeitsgefühl an . Was einem heute die lächerlichkeit bauchfreier barbie und kent modelle verständlicher macht.

    Wir brauchen keine denkmäler, wir brauchen eine aufarbeitung unserer geschichte ohne den duktus des scheiterns.
    Da geh ich erhobenen hauptes durch ...!
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#10 RoberdTAnonym