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Propst Horst Gorski ist bei der Wahl zum Bischof von Nordelbien seinem Gegenkandidaten Gerhard Ulrich unterlegen.

Bei der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche besiegte Ulrich den offen schwulen Gorski mit 77 gegen 56 Stimmen. Der Wahl wurde notwendig, weil der bisherige Bischof von Schleswig und Holstein, Hans Christian Knuth, Ende September in den Ruhestand geht. Gorski wäre der erste offen schwule Bischof in Deutschland gewesen.

Vor der Wahl hatten konservative Kräfte innerhalb der evangelischen Kirche gegen Gorski wegen dessen Sexualität und liberaler Ansichten Stimmung gemacht. So kritisierte während des Wahlkampfes die "Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis" offen den "Lebensstil" des 51-jährigen Kandidaten (queer.de berichtete). Dass diese Kritik zur Niederlage beigetragen hat, wird vom Synodenpräsidium abgestritten. Offene Homosexualität sei kein Hindernis für ein leitendes geistliches Amt. Nach der Wahl erklärte auch Gorski, seine Homosexualität habe bei der Wahl keine Rolle gespielt. Die gleiche Ansicht äußerte die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen, die Gorskis Kandidatur unterstützt hatte.

Anders sieht das offenbar die "Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis": Der Kieler Pastor Dieter Müller, einer der Sprecher der Gruppe, erklärte gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur idea, er bedaure, wenn man mit der Kritik an Gorskis theologischen Positionen "diesen als Person verletzt habe". In der Ablehnung des schwulen Kandidaten bleibt er hart: "In weiten Teilen unserer Kirche ist der Mensch das Maß aller Dinge geworden, und Gott wird um sein machtvolles Wort gebracht." Wenn Leute wie Gorski christliche Fundamentalwahrheiten in Frage stellten, machten sie das Neue Testament und das Opfer Jesu "empörend billig", so Müller.

Sieger Ulrich ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der 57-Jährige ist seit 1996 Probst des Kirchenkreises Angeln zwischen Schleswig und Flensburg. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

15 Kommentare

#1 GERDAnonym
  • 14.07.2008, 16:14h
  • Schade ich hätte Herrn Gorski den Erfolg gegönnt. 56 Stimmen ist aber auch ein guter Achtungserfolg.

    Aber zentral ist, dass in den lutherischen Kirchen offen lebende homosexuelle Menschen sogar Bischof werden können. Homosexualität ist in den lutherischen/reformierten Landeskirchen der EKD kein Amtshindernis. Und das ist gut so.

    Demgegenüber wäre ein offen schwul lebender Gorski bei den Katholiken nicht einmal Priester geworden.

    Gut finde ich auch, dass Ulrich als Konkurrent von Gorski auch klar geäußert hat, dass Homosexualität kein Amtshindernis sei und er da auch energisch einigen "älteren" Herrschaften widerspreche. Auch Ulrich ist ein guter Bischof, wenn man sich seine Vita genauer anschaut.

    Immerhin Gorski hat es versucht; vielleicht schafft es in näherer Zukunft ein anderer offen homosexueller Mensch auf ein lutherisches/reformiertes Bischofsamt, wie dies bei den Anglikanern in den USA bereits der Fall ist.
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#2 AngelAnonym
  • 14.07.2008, 17:26h
  • Man bedenke hierbei bitte auch, dass es sich um weitaus wichtigere Dinge gestritten und debattiert wurde, als die Sexualität der Bewerber ! Vor allem Gorskis Auslegung Teile des NT waren äusserst widersprüchlich und führten die gesamte christliche Glaubenslehre ad absurdum ! Das schlug viel gewaltiger ein, als die Ankündigung, möglicherweise einen schwulen Bischof zu wählen !
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#3 Katrin
  • 14.07.2008, 17:28h
  • Bei unsererm örtlichen Kaninchenzüchterverein hat sich voriges Jahr auch ein Schwuler geoutet. Allerdings trägt man da grüne Schürzen und keine schwarzen Kittel und ach ja: Die Mitglieder wählen den Vorstand.
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#4 Super MarioAnonym
#5 stephan
  • 14.07.2008, 17:50h
  • "Dass diese Kritik zur Niederlage beigetragen hat, wird vom Synodenpräsidium abgestritten. Offene Homosexualität sei kein Hindernis für ein leitendes geistliches Amt."

    So so, das Synodenpräsidium kennt also alle Motivationen für die jeweilige Wahlentscheidung
    der Synodalen - aber mit der Beweispflicht für eine Aussage, haben es Kirchenvertreter ja nie so genau genommen ... Aber Wahl ist Wahl!
    Nur diejenigen Personen, die im Vorfeld die sexuelle Orientierung der Kandidaten für wesentlich gehalten haben, sollte man wirklich einmal fragen, wo sie leben und sie bitten, ihre Ansicht biblisch zu begründen. Solche Diskussionen kann man überall nachlesen, sollen hier nicht wiederholt werden ... und die Stärke resp. Schwäche der Argumente ist dabei evident!

    Ich hätte es auch sehr begrüßt, wenn Gorski gewonnen hätte, denn das Wenige, das ich von ihm gelesen habe, gefiel mir recht gut! Schade!
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#6 stephan
  • 14.07.2008, 18:34h
  • @Katrin
    Im Kaninchenzüchterverein wählen die Mitglieder den Vorstand (wie überall mit anschließender Eintragung ins Vereinsregister und streng demokratisch) - aber bei der evangelischen Kirchen wählen die Mitglieder das Presbyterium/die Kirchenältesten/ den Kirchenvorstand etc., die wiederum deligieren für die 'Kreisebene' und diese Deligierten wählen die nächsthöheren Delegierten.

    Man kann das (vielleicht) demokratisch nennen, aber das da auch viel Stimmungsmache mitspielt und Entscheidungen fallen, ohne die Kandidaten persönlich zu kennen, finde ich offensichtlich. Und genauso offensichtlich gab es ja auch ausreichend Stimmungsmache in Sachen Homosexualität. Und gerade das ist beschämend!

    Die Kandidaten sollten einzig an den den Worten Jesu gemessen werden (sowie die Mitglieder das Evangelium verstehen) und die 'Vereinsmitglieder' sollten frei ihrem Gewissen folgen (ohne das jemand sie vorher darauf aufmerksam macht, das 'blaue Augen' nicht mit der christlichen Botschaft vereinbar sind)!
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#7 Super MarioAnonym
#8 CrazyForceProfil
  • 14.07.2008, 19:46hDortmund
  • Naja, habe auch nicht wirklich damit gerechnet das in diesem Verein ein Schwuler mal Bischof wird.
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#9 Katrin
  • 14.07.2008, 22:15h
  • Antwort auf #4 von Super Mario
  • Die Bibel ist kein Buch sondern eine lose Textsammlung, in der aus einem Sammelsurium von vielen Texten, die zwischen 500 vor Christus und 500 nach Christus entstanden sind, ein paar Texte herausgenommen wurden, um dann als Heilige Schrift mit dem Schwert verkauft zu werden, wobei der Bezug zu Christus eine willkürliche Zeitmarke, ohne Realitätsbezug, darstellt.
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#10 KonstantinEhemaliges Profil