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In einer umstrittenen Entscheidung hat ein Arbeitsgericht im Norden Londons die Rechte einer religiösen Person über die von Schwulen und Lesben gesetzt.

Die 47-jährige Lilian Ladele hatte zuvor eine Abmahnung erhalten, weil sie in ihrer Position als Standesbeamtin keine gleichgeschlechtlichen Paare trauen wollte. Sie begründete diese Ablehnung mit ihrem christlichen Glauben.

Das Gericht erklärte, die Stadt habe illegalerweise "mehr Wert auf die Rechte von lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen Szene gelegt als auf die Rechte von Frau Ladele als jemand, der dem orthodoxen christlichen Glauben angehört".

Ladele freute sich über den Ausgang: "Das ist ein Sieg für religiöse Freiheit. Schwulenrechte sollten nicht dafür missbraucht werden, Menschen wegen deren religiösen Überzeugungen einzuschüchtern und zu schikanieren." Auch christliche Gruppen zeigten sich vom Urteil positiv überrascht. Das Christian Institute freute sich, dass der Staat endlich die Rechte jener anerkenne, die religiöse Werte und sexuelle Moral aufrecht erhielten: "Die Hexenjagd auf jeden, der nicht mit Homosexualität einverstanden ist, muss weiter bekämpft werden", so die evangelikale Lobbygruppe.

Homo-Aktivisten waren statt dessen entsetzt: "Das Gehalt von Beamten wird von den Steuerzahlern aufgebracht. Sie sollten daher nicht auswählen dürfen, welchem Steuerzahler sie Dienstleistungen gewähren und welchem nicht", erklärte Ben Summerskill von der Gruppe Stonewall.

In einem weiteren Verfahren wird nun verhandelt, wie viel Schadensersatz Ladele zusteht. Ihr Jahreseinkommen beträgt derzeit rund 40.000 Euro. Die Stadt hat noch nicht entschieden, ob sie gegen das Urteil Berufung einlegen wird.

England hat eines der am weitesten gehenden Antidiskriminierungsgesetze Europas mit eigenen Gerichten bei Diskriminierungsfragen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

29 Kommentare

#1 gerdAnonym
  • 14.07.2008, 17:54h
  • Ein klares Fehlurteil an dieser Stelle; Staatsbedienstete müssen die staatlichen Aufgaben ausführen oder aber Sie sind an der falschen Stelle und sollten sich einen anderen Job suchen.

    Demnächst erklärt ein Polizist, er könne einen homosexuellen Verbrecher nicht verhaften, da er aus religiösen Gründen homosexuelle Menschen nicht berühren mag.

    Oder aber ein Lehrer verweigert den Unterricht bei Kindern aus Regenbogenfamilien, da diese Kinder nach seiner religiösen Ansicht in sündhaften Beziehungen aufwachsen.

    Das Urteil ist daher für den demokratischen Rechtsstaat der auf die Trennung von Kirche und Staat basiert, ein katastrophales Urteil und da ist nur zu hoffen, dass eine höhere Instanz das Urteil wieder schnell einkassiert.
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#2 alexander
  • 14.07.2008, 17:57h
  • es ist eine affenschande, dass gerade angehörige von minderheiten diskriminieren !!!
    sie sollten es "weiss gott " besser wissen !

    ausserdem ist die dame im staatsdienst und das hat mit ihrer persönlichen glaubensfreiheit überhaupt nichts zu tun !
    auch das gericht muss nicht bei sinnen sein, wie kann es bürger- und menschenrechte von der überzeugung einer "christlichen" sektiererin abhängig machen ?
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#3 Super MarioAnonym
  • 14.07.2008, 18:04h
  • Eine absolut skandalöse Fehlentscheidung des Gerichts. Richtiger wäre gewesen: "Gute Frau, wenn Ihr privater Glaube Sie daran hindert ihren Job zu machen, gibt es drei Möglichkeiten: Entweder Sie suchen sich einen anderen Job, einen anderen Glauben oder Sie kneifen die Arschbacken zusammen"
    Was ist denn mit meiner religiösen Freiheit? Mein Glaube gebietet es mir, dass ich einen Mann heirate, ich darf gar keine Frau heiraten. Also bitte ja, religiöse Freiheit steht über allem, also muss ich einfach einen Mann heiraten können müssen. Das muss man respektieren und umsetzen.
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#4 Sven_
  • 14.07.2008, 18:04h
  • Seit wann ist GB ein Gottesstaat, bei dem die religiösverwirrten sich über Menschenrechte hinwegsetzen dürfen?

    Wie schon mein Vorredner, kann ich nur sagen, ein säkularisierter Staat muss selbst verständlich die Ideale, Lebensweisen und den Glauben ALLER gleich bewerten. Daher MÜSSEN seine Bediensteten frei von persönlichen Ansichten handeln.
    Sonst könnte ein Richter auch sagen: "Ich glaube, Schwarze sind Untermenschen, daher ist immer der Farbige schuld."
    Wenn der Richter wirklich die Gleichberechtigung wollte, hat er dies nicht nur weit verfehlt, sondern auch noch eine unsägliche Rangfolge der Diskriminierungsmöglichkeiten aufgestellt.

    Ich hoffe, dass die Stadt Berufung einlegt, das kann man unmöglich so stehen lassen.
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#5 xyAnonym
  • 14.07.2008, 18:32h
  • Och, das ist ja nun nichts Neues: Wenn man irgendwas von "mein Glaube" rumfaselt, kann man sich die unglaublichsten Dinge erlauben. Insofern eigentlich selbst schuld, wenn noch keine Kirche gegründet wurde, die Homosexualität als die einzige, von einem höheren Wesen sanktionierte Form des intimeren zwischenmenschlichen Kontaktes ansieht - zumal bekanntlich der heterosexuelle Geschlechtsakt für den Fortbestand der Menschheit inzwischen nicht mehr notwendig ist. (Bei der Gelegenheit könnte diese Kirche auch gleich noch den Tabakgenuß zum religiösen Akt erklären. Und Alkohol zum Mittel der Annäherung an höhere Sphären.)
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#6 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 14.07.2008, 18:53h
  • Antwort auf #4 von Sven_
  • "Seit wann ist GB ein Gottesstaat, bei dem die religiösverwirrten sich über Menschenrechte hinwegsetzen dürfen?""

    guten morgen,

    da wird in nächster zeit noch einiges auf uns zu kommen und die christen dürften dann das kleinste problem für uns werden.

    dazu der kommentar im spiegel:
    Religionsfreiheit vor Menschenrecht?

    www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,563714,00.html

    Chef-Richter will Scharia ins Rechtssystem integrieren

    www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,563832,00.html

    und das witzige ist ja,dass dafür die linken verantwortlich sind, aus falsch verstandene toleranz, und bald wird religionskritik verboten, denn das ist ja rassismus

    urteil ist natürlich ein skandal, aber mich wundert schon lange nichts mehr.
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#7 CrazyForceProfil
#8 VolumeProProfil
  • 14.07.2008, 20:52hMönchengladbach
  • Antwort auf #4 von Sven_
  • In Großbritannien ist im Gegensatz zu Frankreich der Staat nicht von der Religion getrennt.

    Immerhin ist der Monarch (heute: Queen Elizabeth II) Oberhaupt der Church of England, der größten Konfession im United Kingdom. Der Monarch wird offiziell auch "Verteidiger des Glaubens" genannt. Dazu kommt noch, dass sehr viele Geistliche wegen ihres Status im Oberhaus sitzen, das ja bekanntlich eine Parlamentskammer ist.

    Wir können aber davon ausgehen, dass der Arbeitgeber dieser intoleranten Dame gegen das Urteil appellieren werden. Auch wenn britische Gerichte manchmal komisch sind, aber die Appelationsgerichte funktionieren in der Regel.
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#9 KonstantinEhemaliges Profil
#10 Thomas62Anonym
  • 14.07.2008, 22:00h
  • Schwulenrechte sollten nicht dafür missbraucht werden, Menschen wegen deren religiösen Überzeugungen einzuschüchtern und zu schikanieren." .....
    sitz ich im falschen Film????

    Es ist doch eher anders rum!
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