Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9054

Eine 45 Minuten längere Neufassung der 98er-Version zeigt viele neue Sexszenen und einen intensiven Kuss zweier Männer.

Von Christian Scheuß

Als "Studio 54" im Jahr 1998 in die Kinos kam, mochte das schwule Publikum den Film auf Anhieb. Die Geschichte des berühmten New Yorker Nachtclubs, in dem in den siebziger Jahren ein hedonistisches Publikum wilde Partynächte feierte, war mit dem sexy Ryan Phillipe als unschuldigem Burschen vom Lande und Mike Myers als schwulem Barbesitzer brillant besetzt. Am vergangenen Freitag wurde auf dem schwul-lesbischen Filmfestival "Outfest" in Los Angeles vor einem ausgewählten Publikum eine vom Regisseur neu geschnittene und erweiterte Fassung gezeigt, die begeisterte.

"Hätte man die auf Outfest gezeigte Version damals als Original veröffentlicht, es wäre auf jeden Fall das New Yorker Gegenstück zum Film "Boogie Nights" geworden. Und er wäre als einer der besten schwulen Filme der Neunziger eingeordnet worden, einer der wenigen, die auch vor der Zeit ihren Bestand haben", jubelt der Kritiker auf dem amerikanischen Onlineportal "Popnography".

Der Autor verrät auch die Details, die diese Fassung so besonders und speziell schwul machen. So wird das sexuelle Erwachen des bisexuellen Barmanns Shane (Ryan Phillipe) wesentlich expliziter gezeigt. Er schläft mit unzähligen Männern und Frauen. Auch die Dreierbeziehung zwischen ihm, seinem besten Freund Greg (Breckin Meyer) und dessen Ehefrau Anita (Salma Hayek) bekommt mehr Tiefe. "Besonders der aufregend intensive und berührende Kuss zwischen den beiden Männern ist so wichtig wie die queere Familie, die die Drei bilden", heißt es auf Popnography.

Auch Mike Myers, der in der Erstfassung als alter schmutziger Schwuler Pograbscher rüberkommt, dessen Appetit unersättlich ist, profitiert von der Neufassung. Er wirkt unheimlicher aber auch einfühlender, eine tragische Figur, die abhängig ist von der Schönheit der Jugend.

Möglicherweise wird die schwulere Vision von "Studio 54" auch auf anderen Filmfestivals zu sehen sein, eine Veröffentlichung auf DVD, so der ungenannte Popnography-Autor, erscheint aber unwahrscheinlich. Die Filmrechte hat derzeit der brave Micky Maus-Unterhaltungskonzern "Disney".



10 Kommentare

#1 xyAnonym
  • 15.07.2008, 19:26h
  • Eine schöne Erinnerung an die Zeit, als Ryan P. noch jung war, hübsch, schnuckelig und kein heterosexuelles Scheidungsopfer.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 apfelmaikProfil
  • 15.07.2008, 20:07hHerford
  • Wow.
    Ein schwuler Kuss und schon wirds ein Kultfilm.
    Kann es sein, dass die Schwulen etwas anspruchslos geworden sind und jede Knickhand, die in einem Film auftaucht bejubeln?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 15.07.2008, 23:49h
  • Antwort auf #2 von apfelmaik
  • Vor allem gibt es nichts Ätzenderes als die immer gleichen Mann-Mann-Frau-Geschichten, nach dem Motto: "Ein schwuler Mann ist in Wahrheit doch mindestens bisexuell."

    Durch solche Darstellungen in Film und Fernsehen werden schwule Identität und Partnerschaft regelmäßig gegenüber ihren heterosexuellen Pendants herabgewürdigt und abgewertet.

    Denn bei der Darstellung heterosexueller Beziehungen und Romanzen muss sich der männliche Part ja in aller Regel auch nicht in einen anderen Mann verlieben.

    DIe unterschwellige Botschaft solcher Machwerke ist also klar: Männliche Homo-Beziehungen sind weder erfüllt noch interessant ohne Beisein einer Alibi-Frau für mindestens einen der beiden Männer.

    Kann es eine schlimmere Form der Homofeindlichkeit geben???
  • Antworten » | Direktlink »
#4 apfelmaikProfil
  • 16.07.2008, 07:01hHerford
  • Das ist ja auch das schlimme an diesen ganzen Pseudo-Schwulen, die in diesen Soaps vorkommen.
    Erst merken sie ihr ganzes Leben nicht, dass sie etwas für Männer empfinden. Dann treffen sie einen Mann, der sie quasi aus dem Schrank holt. Und dann treffen sie irgendwann wieder die passende Frau, mit der es dann wieder in hetero klappt.

    Natürlich sind auch alle möglichen schwulen Medien immer sehr begeistert, wenn sich bei verbotene Liebe oder so gerade zwei Männer paaren.
    Dass da ein etwas verqueres Bild von Schwulen gezeichnet wird, interessiert aber keinen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SaschaEhemaliges Profil
  • 16.07.2008, 12:07h
  • Antwort auf #4 von apfelmaik
  • Volle Zustimmung!

    Auf einen besonders dreisten Fall dieser Art in einer RTL-Soap ("Alles was zählt") habe ich in den vergangenen Monaten mehrfach hingewiesen.

    Und die schwulen Medien, die der betreffenden Serie zuvor schon überschwänglich einen "Szenepreis" verliehen hatten, haben es kollektiv nicht für nötig empfunden, darüber auch nur ein einziges kritisches Wort zu verlieren.

    Wenn wir selbst unsere Identität und unsere partnerschaftlichen Beziehungen so wenig ernstnehmen, dass wir solchen Darstellungen nicht in aller Deutlichkeit widersprechen, dann brauchen wir uns über die Folgen in der Wahrnehmung gerade des jungen Publikums nicht zu wundern!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 gatopardo
  • 16.07.2008, 14:55h
  • Antwort auf #5 von Sascha
  • An Dreiergeschichten (2 Männer + 1 Frau) findet die grosse Fernsehfamilie anscheinend nur Geschmack, wenn sich beide Kerle um sie am Ende balzen, wo dann der Konflikt beginnt. Wie öde, dass bislang niemand auf die Idee kommt, auch ruhig mal die Herren untereinander an sich rumfummeln zu lassen, weil es der Dame doch sicher nichts ausmacht , wenn sie es sowieso schon zu dritt treiben.
    Erinnere mich an den franz. Film "Pourquoi pas ?" Ende der 70er, der auf ganz natürliche Weise dieses Trio beschreibt, wo sich auch die beiden Männer lieben.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 apfelmaikProfil
  • 16.07.2008, 17:02hHerford
  • Ne? Die haben einen Szenepreis bekommen?
    Ich bin ja nur bei drei Folgen dieser Serie hängen geblieben.

    Das waren aber auch die, wo der eine Typ sein Coming out hatte, sich in den anderen verliebt und den dann für eine Frau verlassen hat.

    In der Szene hat übrigens eine Frau gefragt, ob "er denn schwul sei".
    "Nicht mehr" war darauf die Antwort eines Mannes.
    Die ex-Gay-Bewegung hat offensichtlich RTL erreicht.
    Ehrlich gesagt, hatte ich schon von Anfang an die Ahnung, dass sich das da so entwickelt, weshalb ich mir den Scheiss auch nicht angesehen hab.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 SaschaEhemaliges Profil
  • 17.07.2008, 02:48h
  • Antwort auf #7 von apfelmaik
  • Ja, lieber @apfelmaik,

    da standen noch einige weitere, unglaublich dreiste und in der Wirkung auf junge Männer verheerende Verunglimpfungen schwuler Identität und Partnerschaft auf dem Programm.

    Ich war im letzten Herbst und dann wieder Anfang des Jahres zufällig auf diesen Handlungsstrang gestoßen und habe ihn mit großem Entsetzen verfolgt. Solche Fälle zeigen, dass wir endlich auch die Programmverantwortlichen in den kommerziellen Medien stärker in die Pflicht nehmen müssen.

    Wie sagte Hugo Chávez' Medienminister sinngemäß: Man sollte Pressefreiheit nicht mit der Freiheit von Medienkonzernen, alles ihnen Billige über den Äther zu schicken, verwechseln.

    Ich stelle übrigens fest, dass du in vielen Bereichen wirklich ein sehr ansprechendes, kritisches Bewusstsein erkennen lässt, weshalb ich dich bitten möchte, meine Kritik an deinem parteipolitischen Engagement nicht allzu persönlich zu nehmen.

    Wir sollten hier ja vor allem auch nach gemeinsamen Berührungspunkten und Strategien suchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 gatopardo
#10 apfelmaikProfil
  • 18.07.2008, 18:36hHerford
  • Hallo Sascha,

    keine Angst. Deine Kritik nehme ich auf gar keinen Fall persönlich.
    Sie ist ja auch (in Teilen) absolut berechtigt gewesen und ging ja auch nicht wirklich unter die Gürtellinie.

    Mal ganz abgesehen davon, musste ich mir vor allem von reaktionären Schwuppen, die sich liberal nennen schon ganz anderes anhören.
  • Antworten » | Direktlink »