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Nach wiederholten Anfragen der Grünen erklärte die Bundesregierung, gegenwärtig die Indizierung jamaikanischer Hassmusiker zu prüfen.

Dabei handelt es sich um CDs der Interpreten "T.O.K", "Elephant Man", "Sizzla", "Cappleton" und "Beenie Man". Eine Indizierung würde die Werbung und den Verkauf an Jugendliche in Deutschland verbieten.

Doch schon jetzt sollen sich die Anbieter von Hass-Musik hierzulande nicht sicher fühlen: "Händler, die entsprechende CDs führen, machen sich möglicherweise strafbar wegen Volksverhetzung sowie öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Gewaltdarstellen. Hierauf weist die Bundesregierung in ihrer Antwort zu unserer Kleinen Anfrage hin", erklärte Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen. "Trotzdem teilte uns der Onlinehändler amazon.de mit, man werde die einschlägigen CDs erst aus dem Angebot entfernen, wenn diese indiziert worden sind. Von dem größten Onlinehändler in Deutschland sollte man mehr Verantwortungsbewusstsein erwarten. Ich habe deshalb bereits im März Anzeige gegen amazon.de erstattet." Der Fall wird derzeit von der Staatsanwaltschaft Berlin geprüft.

"Wer in Jamaika zu Gewalt aufruft, soll in Deutschland kein Geld mit seiner Musik verdienen. Soviel Solidarität können die Lesben und Schwulen dort schon von uns erwarten", so Beck weiter. (dk)



19 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 17.07.2008, 14:22h
  • Ein Verbot (Auftrittsverbot und Verbot der Tonträger) wäre längst überfällig. Es kann doch nicht sein, dass Hass-Sänger ungehindert Hass und Mordaufrufe verbreiten dürfen. Und damit auch noch viel Geld machen.

    Da diese Faschisten nur die Sprache des Geldes verstehen, ist das die einzige Möglichkeit, denen beizukommen.

    Würde zum Mord gegen andere Gruppen aufgerufen, wären die CDs längst auf dem Index und die Auftitte verboten. Aber es geht ja "nur" um Schwule... Da müssen erst die Grünen wieder solange dranbleiben, bis was geschieht.
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#2 VolumeProProfil
  • 17.07.2008, 14:26hMönchengladbach
  • Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass gegen Aufrufe zur Gewalt an LGBTs weniger getan wird, als gegen Aufrufe zu Gewalt zum Nachteil von Juden.

    Die Antworten der Bundesregierung sind etwas schwach. Vor allem soll die Ausladung der Homo-Gruppen von UNAIDS-Konferenz der Bundesregierung unbekannt sein. Das finde ich mehr als lächerlich, wenn das nicht bekannt ist, dann frage ich mich wofür wir erstens einen Botschafter bei den UN und zweitens einen Auslandsnachrichtendienst haben. Dem deutschen Vertreter bei UNAIDS müsste der Vorgang bekannt sein.

    Es ist nicht glaubwürdig, dass die Bundesregierung alles unternimmt um die Hass-Sänger aus Deutschland rauszuhalten.
    Die Bundesregierung ist hier handlungsunwillig, daher muss man auf die Regierungen der anderen Schengen-Länder vertrauen. Wenn ein anderes Schengen-Land den jamaikanischen Hetzern die Einreise verbietet, gilt das auch für Deutschland.
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#3 MarekAnonym
  • 17.07.2008, 14:40h
  • Wieso ist die Bundesregierung so träge, wenn es um Mordaufrufe gegen Schwule geht?

    So eine Regierung hat die Wiederwahl nicht verdient und das gilt sowohl für CDU / CSU als auch für die SPD...
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#4 VolumeProProfil
  • 17.07.2008, 15:08hMönchengladbach
  • Antwort auf #3 von Marek
  • Das Problem ist die CDU und nicht die SPD.

    Die zuständigen Ministerin (Familie und Inneres) werden von CDU-Mitgliedern geleitet und daher kann man davon ausgehen, dass die Ministerien nicht so handeln, wie wir uns das vorstellen.

    Das Auswärtige Amt (AA) kann die Einreise auch nur sperren, wenn das Innenministerium bzw. deren nachgeordneten Behörden die Sperre ins Schengen-Informationssystem (SIS) eingetragen haben.
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#5 Tim_ChrisProfil
  • 17.07.2008, 15:09hBremen
  • Gut, wenn sich endlich etwas tut auf Regierungsebene, sofern es nicht nur beim "geprüfe" bleibt, sondern sich auch WIRKLICH etwas tut. Da stimme ich Volker Beck 100% zu: "Wer in Jamaika zu Gewalt aufruft, soll in Deutschland kein Geld mit seiner Musik verdienen. Soviel Solidarität können die Lesben und Schwulen dort schon von uns erwarten."
    Wobei es dabei nicht bleiben sollte. Diese Art der Menschenrechtsverletzung und Verachtung sollte zudem schon noch mit gewissen Sanktionen geahndet werden.

    Allerdings darf es musikalisch auch nicht NUR jamaikanische Hassmusiker treffen. Gibt ja hier in Deutschland auch so einige Spezies, die ganz schön tief in die Diskriminierungskiste greifen. Allen voran Bushido.
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#6 bananasEhemaliges Profil
  • 17.07.2008, 17:03h
  • Man muß das natürlich tun, aber jetzt damit anzufangen, bestimmte CD's auf den Index zu zu setzen, halte ich für 10 Jahre zu spät und antiquiert. Wenn ich das will, lade ich mir Titel aus dem Net runter, wo ich will und so oft ich will. Dazu brauch ich auch nicht "Amazon" & Co., oder sonst wem.
    Ich glaube, ich habe mir vor 10 Jahren die letzte House-CD gekauft. Nicht das ich mißverstanden werde, gegen jamaikanische Hassmusiker vorzugehen, halte ich für richtig und notwendig. Aber das Medium ist vollkommen veraltet und ist am Aussterben.
    Deshalb finde ich z.B. die Rubrik "CD" hier bei "queer" für überflüssig. Nja, viel Neues gibts ja da eh nicht,sorry.
    Mich würde echt mehr interessieren, darf nun "Beenie Man", "Sizzla" & Co. im August an den Chiemsee oder nicht.
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#7 _sic_
  • 17.07.2008, 17:14h
  • "Wer in Jamaika zu Gewalt aufruft, soll in Deutschland kein Geld mit seiner Musik verdienen."

    Indizierung betrifft einzelne Stücke und mit anderem Material kann somit ohne weiteres Geld verdient werden. Damit wäre das von Hr. Beck angepeilete Ziel zumindest mit dieser Maßnahme verfehlt.
    Darüber hinaus kann sich diese Aktion als ordentlicher Schuß ins Knie erweisen.

    Einerseits ist damit zu rechnen, daß großere Ketten, um die Möglichkeit eines Verkaufs an Minderjährige und die daraus eventuell resultierenden rechtlichen Konsequenzen zu vermeiden, indizierte Tonträger aus den Regalen entfernen. Uninformierten Käufern stellt sich das verbliebene Material als das Gesamtwerk dar. Das vermeintlich vor Verhetzung geschützte Minderjährige somit ein idealisiertes Bild dieser Herren entwerfen, ist anzunehmen. Inwieweit Sie dann nach jahrelanger Hingabe bereit sind dieses Bild zu revidieren ist fraglich. (Wahrscheinlich posten Sie in diesem Forum ihre Legitimierungsversuche.)

    Anderseits lässt sich mithilfe des Index ein rebellisches Image aufbauen. Wie geschehen bei Bushido, Sido etc. etc.. Diese Verbotene Früchte Logik (eins für den Index heißt zwei für die Charts) funktioniert bei einer bestimmten Käuferschicht wunderbar.
    Das Indizierung finanziellen Schaden verursacht, scheint mir reines Wunschdenken.
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#8 alexMucEhemaliges Profil
  • 17.07.2008, 21:31h
  • Antwort auf #4 von VolumePro
  • ....und bestimmte Länder auch dem SIS angehören. Schengen bedeutet nicht automatisch SIS. Dem gehören nur,ich glaube 12, oder 15 Länder an. Auf jeden Fall nicht alle Schengen Länder. Deshalb war es möglich, daß gew. Sänger einfach über Ungarn eingereist sind, vor einigen Wochen.
    Ausserdem, wer will im Moment irgendetwas entscheiden. Die Regierung ist im Urlaub. Typische Sommerloch-Meldung.
    Kommentar 6 und 7 haben auch vollkommen Recht
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#9 Lestat66Anonym
  • 17.07.2008, 23:53h
  • Antwort auf #8 von alexMuc
  • mail @ amazon.de

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich musste leider auf verschiedenen Webseiten lesen, dass Sie trotz mehrfacher Hinweise/Warnungen CDs jamaikanischer Hassmusiker verkaufen.

    Dabei handelt es sich um CDs der Interpreten "T.O.K", "Elephant Man", "Sizzla", "Cappleton" und "Beenie Man".

    Bis diese CDs aus Ihrem Angebot entfernt werden muss ich leider andere Anbieter nutzen.

    Ich war bisher mit Ihrem Service sehr zufrieden und bestellte gerne bei amazon.de
    Schade!
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#10 LeoAnonym