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In Istanbul ist ein 26-jähriger Homo-Aktivist umgebracht worden – Freunde erklärten, bei der gezielten Tötung handele es sich um einen so genannten Ehrenmord. Sein Lebenspartner befindet sich nun auf der Flucht.

Der Physikstudent Ahmet Yildiz ist letzte Woche angeschossen worden, als er ein Café am Bosporus verlassen hat. Wie die britische Zeitung "Independent" berichtet, versuchte der offen schwul lebende Mann noch in seinem Auto zu fliehen, verlor aber das Bewusstsein. Später verstarb er im Krankenhaus.

Freunde gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass es sich bei dem Fall um den ersten schwulen Ehrenmord handeln könnte. Die Eltern von Yildiz, der sein Land im letzten Jahr bei einem schwulen Festival in San Francisco vertreten hatte, sollen gefordert haben, dass ihr Sohn sich einer Behandlung unterzieht, die ihn von Homosexualität "heilen" solle. "Ich habe ihn nie ein freundliches Wort über seine Eltern reden hören", erzählte ein enger Freund dem "Independent".

Es soll bereits vor dem Mord wiederholt Drohungen gegen Yildiz gegeben haben, die Polizei habe aber nichts unternommen.

Nun soll sich auch der Lebenspartner des Ermordeten auf der Flucht befinden. Das Konsulat der Bundesrepublik soll dem Mann, der einen deutschen Pass besitzt, geraten haben, die Türkei so schnell wie möglich zu verlassen.

Freunde des Getöteten wollten sich um das Begräbnis kümmern, erhielten aber von der Familie keine Genehmigung. Nach Ehrenmorden ist es üblich, dass die Familie zum Begräbnis des Mordopfers nicht erscheint.

Die Regierung der Türkei bemüht sich seit Jahrzehnten, die Praxis der Ehrenmorde zu unterbinden, der vor allem Frauen zum Opfer fallen. Auch hat sich die Lage von Schwulen und Lesben in letzter Zeit erheblich verbessert, weil die Europäische Union Ankara die Verbesserung der Menschenrechtssituation für Homosexuelle als eine der Bedingungen für eine Vollmitgliedschaft gestellt hat. Allerdings ist einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge die Türkei noch nicht EU-reif (queer.de berichtete). (dk)



29 Kommentare

#1 dummfugAnonym
  • 22.07.2008, 15:47h
  • "Allerdings ist einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge die Türkei noch nicht EU-reif (queer.de berichtete)."
    Leider, in der Tat. Ehrenmorde und andere antiquierte Vorstellungen passen nicht zu einem westlichen Land.

    Atatürk hat die Türkei auf den richtigen Weg gebracht, jetzt geht es mit rasantem Tempo zurück. Dem Vater der Türken wird damit Schande bereitet.
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#2 TimmAnonym
  • 22.07.2008, 15:51h
  • Man kann nicht oft genug sagen, dass die Türkei nicht in die EU gehört. Klar ist das nur ein Einzelfall, aber wenn man sich die allg. Einstellung der Mehrheit in Bevölkerung, Politik und Verwaltung ansieht, wird klar, dass die nächsten Jahrzehnte nicht an eine Mitgliedschaft zu denken ist!

    Wir brauchen nicht noch ein Polen in der EU!

    Wenn selbst amnestiy international den EU-Beitritt der Türkei strikt ablehnt, sollte das nachdenklich machen.
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#3 hwAnonym
  • 22.07.2008, 16:25h
  • wenn das stimmt, wäre deutschland in der statistik
    auch da der türkei überlegen.

    letztes jahr wurden zwei christlich motivierte ehrenmorde in deutschland bekannt.
    der spiegel brachte die meldungen weiter hinten
    unter der rubrik panorama. dunkelziffer, hier wie dort ?
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#4 gerdAnonym
  • 22.07.2008, 16:54h
  • Die Türkei ist in absehbarer Zeit in keinster Weise geeignet, ein Vollmitglied der EU zu werden.

    Zwar hat sich die Lage in den letzten zwanzig Jahren für Minderheiten ganz leicht verbessert, aber gerade unter der jetzigen Regierung von Recep Tayyip Erdoğan geht es wieder bergab. Der säkulare Staat der Türkei ist gefährdet und selbst das höchste Verfassungsgericht dort wird massiv von der Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP) bedroht. Ich kann nur hoffen, dass das türkische Verfassungsgericht die AKP verbietet. Die AKP setzte ein Ende des Kopftuchverbots an Universitäten durch, was vom Verfassungsgericht wieder aufgehoben wurde.

    Frauenrechte und die Rechte homosexueller Menschen sind von der AKP bedroht und eine von der AKP domninierte Türkei, die den Säkularstaat gefährdet, hat NICHTS in der EU verloren.
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#5 hwAnonym
#6 Fred_IsraelEhemaliges Profil
#7 alexander
  • 22.07.2008, 17:33h
  • diese völlig alberne haltung zur türkischen politik, die ja so garnichts mit mitteleuropäischen verhältnissen zu tun hat, ist doch der lacher !

    die einzelheiten sind jedem interessierten bekannt, aber unsere regierung handelt doch nicht anders, schlimm, dass die üblichen konservativen immer noch so tun, als wären das probleme hausgemacht .
    allein unsere protestantische, sozialkommunistische (ehemals) bundeskanzlerin, die heute keinen papstbesuch auslässt, lässt martin luther im grab routieren ?
    der religionswahn nimmt mit der allgemeinpolitischen, konservativen einstellung gefährlich zu, nur dagegen ist widerstand zu leisten !
    die türken müssen den von atatürk verlangten anschluss finden, denn sonst droht der islamismus in den turkländern !
    frau merkel geht dann als imam, funny !
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#8 hwAnonym
#9 der unangemeldete martinAnonym
#10 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 22.07.2008, 18:22h
  • Antwort auf #9 von der unangemeldete martin
  • wie schon erwähnt, wollte ich gar nichts dazu schreiben, weil es in der tat,in jedem land passieren kann.
    es war nur eine reaktion auf den realtivierungsversuch von xx
    was bei uns in der tat ausgesprochene einzelfälle sind, in in anderen kulturkreisen eher die regel -siehe opferzahlen, übrigens besonders in kurdischen gebieten - inklusive dunkelziffer.(dabei ist es egal ob schwul,bi hetero)

    wäre kein relativierungsversuch getartet worden, hääte ich auch nichts geschrieben.
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