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Schulminister und Innenministerin fahren im eigenen Kabinetts-Boot mit. Auch ein Christentum-Boot wird erstmals über die Prinsengracht tuckern.

Von Carsten Weidemann

Das niederländische Kabinett beteiligt sich am Amsterdam Gay Pride am 2. August mit einem eigenen Boot. Initiator ist Schul- und Kulturminister Ronald Plasterk (Partei der Arbeit), der auch koordinierender Sekretär für Schwulenfragen ist. Plasterk hat auch seine Kabinettskollegin Innenministerin Guusje ter Horst eingeladen, die zugestimmt hat, mitzukommen. Das Kabinett wird sich erstmals auf dem CSD präsentieren.

Ebenfalls zum ersten Mal in diesem Jahr werden ein Polizeiboot mit Polizeibeamten und das Christentum-Boot dabei sein. Die Parade, in deren Verlauf ca. 80 Boote durch die Prinsengracht segeln, beginnt um 13:30 Uhr.

"Wir sind froh, dass sich die Politiker in Holland dieses Jahr der Notwendigkeit, sich auf die soziale Akzeptanz der Homosexualität zu konzentrieren, bewusster sind als noch vor einigen Jahren", erklärt Pride-Organisator Frank van Dalen. "Der Amsterdamer CSD ist eine Veranstaltung mit einem substantiellen Touch. Es ist wichtig, Homosexualität sichtbar zu machen, denn das, was sichtbar ist, lässt sich nicht verleugnen."

Van Dalen ist insbesondere über die christliche Beteiligung sehr erfreut: "Bis heute glauben orthodoxe Christen an zwei getrennte Welten; ganz so, als gehörte die Homosexualität nicht zu ihrer eigenen geschlossenen Gesellschaft. Dieses Boot beweist, dass das nicht stimmt." An diesem Tag finden mehrere spezielle Messen statt, eine davon in einer Synagoge.

An verschiedenen Orten der Stadt werden Straßen-Partys organisiert; nationale und internationale DJs und Künstler treten auf Bühnen im Freien in der Reguliersdwarsstraat, auf dem Westermarkt und dem Amstelveld auf. Auf der Amstelstraat und der Paardenstraat steigt eine spezielle für Frauen konzipierte Straßen-Party. Die niederländische Bärenband Bearforce1 tritt an der Amstel auf.

Ein reichhaltiges kulturelles Programm begleitet den Amsterdam Gay Pride: Das Jüdische Historische Museum zeigt eine Ausstellung von Fotos im Zusammenhang mit Homosexuellen und führt den Film "Jerusalem is proud to present" über den selbstbewussten Umgang der Jerusalemer mit der sexuellen Identität in Beziehung zu orthodoxen Juden vor. Das Historische Museum Amsterdam hat eine spezielle Führung über die königliche Familie der Niederlande organisiert. Der Zoo Artis bietet eine Führung zur Homosexualität im Reich der Tiere an. Dieses Jahr findet die zweite Ausgabe des Company Pride über Homosexualität in der Arbeitswelt statt. Das Thema lautet: "Sichtbarkeit im Geschäft und bei der Arbeit".

Das Interesse am CSD ist größer als je zuvor: Die maximale Teilnehmeranzahl für die Bootparade wurde schon über einen Monat vor der Veranstaltung erreicht. Auch das Interesse der Geschäftswelt ist beachtlich. Die Sponsoren der Amsterdam Gay Pride sind in diesem Jahr ING und TNT. Damit unterstützen erstmalig multinationale Firmen die Veranstaltung, was auf die starke Entwicklung der Amsterdam Gay Pride hindeutet.



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#1 Fred_IsraelEhemaliges Profil
#2 RabaukeAnonym
#3 Tim_ChrisProfil
#4 FloAnonym
  • 01.08.2008, 14:28h
  • Die Niederländer waren ja schon immer fortschrittlicher als Deutschland. Und das in vielen Bereichen.

    Dort ist ja auch die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, was wohl in Deutschland mit der CDU nie passieren wird...
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#5 VolumeProProfil
  • 01.08.2008, 17:35hMönchengladbach
  • Ich würde ja gerne mal den Schäuble und die Schavan auf einem CSD erleben, das wäre eine Freude.

    Aber ich denke, wenn Gesine Schwan Bundespräsidentin werden sollte, würde sie mit Sicherheit den Berliner CSD besuchen.
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#6 Tufir
  • 01.08.2008, 18:13h
  • Antwort auf #4 von Flo
  • "Die Niederländer waren ja schon immer fortschrittlicher als Deutschland. Und das in vielen Bereichen."
    Ja, zum Beispiel beim Abschaffen von Gewerkschaften sind sie uns einen Schritt voraus. Wenn du eine neoliberale Haltung vertrittst, trifft deine Aussage da vollkommen zu. Ob die "mir ist egal was andere machen, jeder für kämpft sich allein"-Haltung auch von sozialer eingestellten Menschen als fortschrittlich beurteilt wird, wage ich hingegen zu bezweifeln.
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