Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9143

Christoph Daum, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, hat sich von seinen homophoben Äußerungen distanziert und sich bei Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs entschuldigt.

Der 54-Jährige hatte vor zwei Monaten in einem TV-Interview erklärt, dass Kinder und Jungendliche vor Schwulen geschützt werden müssten (queer.de berichtete). Am Freitag hat er im Geißbockheim, dem Clubhaus des 1. FC Köln, Vertreter des Fanclubs "Andersrum rut-wiess" empfangen und mit ihnen 90 Minuten lang gesprochen.

"Anfangs erschien er uns etwas angespannt zu sein, aber ist aufgetaut, als er gemerkt hat, dass wir als Fans und nicht als Politschwestern gekommen sind", erklärte Fanclub-Mitglied Patrik Maas gegenüber queer.de. "Er hat sich aber gleich eindeutig und aufrichtig von seinen homophoben Aussagen distanziert und sich entschuldigt", so Maas weiter. Daum machte unmissverständlich deutlich, dass er diese Äußerungen so hätte nicht abgeben sollen, dies entspräche überhaupt nicht seiner Lebenseinstellung.

"Daum hat einen ehrlichen und sehr offenen Eindruck gemacht – und und uns
seinen Hintergrund erläutert, um uns seine persönliche Einstellung näher zu
bringen", erklärte Maas. Dem Trainer sei es wichtig gewesen, selbst mit Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs zu sprechen. Das sei aber wegen des Urlaubs und des Trainingslagers nicht vorher möglich gewesen. Der Coach sagte ferner, er habe sich nicht vorher geäußert, weil jeder, der ihn kenne, garantiert wisse, dass er keine homophoben Vorurteile pflege.

Jetzt wolle Daum an seinen Taten gemessen werden. So erklärte der Coach gegenüber den Fanclub-Mitgliedern, dass er einen Spieler beim Coming-out hundertprozentig unterstützen würde.

Daum hat den 1. FC Köln dieses Jahr von der zweiten in die erste Bundesliga geführt. In zwei Wochen treten die Geißböcke zu ihrem ersten Ligaspiel beim VfL Wolfsburg an. "Für uns ist die Angelegenheit damit erledigt. Erst recht, wenn wir mit Christoph Daum in den nächsten Jahren die deutsche Meisterschaft feiern können", fügte Maas schmunzelnd an. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Ist die Entschuldigung von Christoph Daum glaubhaft?
    Ergebnis der Umfrage


Schwule im Fußball: "Es widert mich an, über so etwas zu reden"

Das Deutsche Sportfernsehen strahlt am 19. Mai mit "Tabubruch" eine neue Dokumentation über Homosexualität im Fußball aus.
Jetzt hat Christoph Daum die Schwulen lieb

Bei der Auslosung für das Benefiz-Fußballturnier "Come Together Cup" hat sich der Kölner Trainer Christoph Daum für das Coming-out von Profilfußballern ausgesprochen.
Corny Littmann: Daum ist ein "Trainer-Arschloch"

Der offen schwule Chef des Zweitligisten FC St. Pauli bezeichnete den Kölner Trainer Christoph Daum in der WDR-Sendung west.art als "Arschloch".

55 Kommentare

#1 gerdAnonym
  • 02.08.2008, 13:52h
  • So das finde ich gut, das Daum sich entschuldigt und auch den Mut gefunden hat, zu dem Treffen zu erscheinen.

    Damit dürfte das Thema ''Christoph Daums Äußerungen" in den Medien und in der Öffentlichkeit abgeschlossen sein.

    Aber das Thema "Fussball und Homophobie" ist noch lange nicht beendet, da gibt es noch viel Arbeit, um in den Stadien ein positives, diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen.

    P.S.:Möge der 1. FC Köln in dieser Saison Bayern München schlagen, dann wäre alles perfekt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Tufir
  • 02.08.2008, 14:08h
  • Antwort auf #1 von gerd
  • War vielleicht kein Fehler, etwas Gras über die Sache wachsen zu lassen. Immerhin kann man ihm so einigermaßen abnehmen, dass der Rückzieher kein simpler erzwungener Medienreflex gewesen ist, sondern eine Entscheidung, hinter der er persönlich steht. Hoffentlich gibt das Impulse.

    "Möge der 1. FC Köln in dieser Saison Bayern München schlagen, dann wäre alles perfekt."
    Möge irgendjemande Bayern München schlagen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 gatopardo
#4 AnsakAnonym
  • 02.08.2008, 16:37h
  • Ich glaube, Daum wollte nur die Szene beruhigen und nicht allein als der Bundesliga-Homohasser dastehen. Seine Aussagen waren ja glasklar, und nicht eine unglückliche Formulierung. Es war auch keine Live-Sendung, wo schon mal was rausrutschen kann!! Er hat wohl die Reaktion unterschätzt.
    Ansonsten hätte er sich ja sofort oder kurz danach entschuldigen können. Sonst beruft er ja auch über jeden Furz eine Pressekonferenz ein, sogar manchmal im Krankenhaus. Es fällt mir schwer, seine Betäuerungen zu glauben .
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Luke12
  • 02.08.2008, 17:15h
  • Ich habe Christoph Daum in diesem Forum für seine Äußerungen harsch kritisiert. Als echt kölsche Seele hat mich das sehr getroffen, zumal wir hier immer stolz auf unsere Toleranz sind und waren und nach dem Motto leben: Leben und leben lassen, denn jeder Jeck is anders.

    Sollte er seine Entschuldigung ernst meinen und davon gehe ich aus, dann sollte ihm verziehen werden. Bleibt zu hoffen, dass Daum sich beim nächsten mal direkt an seine 'eigentlich vollkomme andere Einstellung' erinnert, denn noch eine Entschuldigung wäre wohl eher unglaubwürdig.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 markHBWBProfil
  • 02.08.2008, 20:49hBremen
  • Man man man....herzlichen Glückwunsch lieber schwul-lesbischer Fanclub. War es Brecht, der meinte, das man nicht auch noch den Kakao trinken soll, durch den man gezogen wird!?

    Es gab mal eine Zeit, das war mir Köln und der FC durchaus sympatisch!

    Aber dieses Schmierentheater ist ja wohl der Gipfel.

    Viele Grüsse von Wärmer Bremen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 apfelmaikProfil
  • 03.08.2008, 00:40hHerford
  • Ihr sollt ihn an seinen Taten messen!
    Natürlich würde er einem schwulen Spieler bei seinem Coming out helfen.
    Allerdings wohl nur, wenn er nicht in die Nähe von Kindern kommt, oder wie?

    Dieser Mann hat uns als eine Gefahr für Kinder hingestellt.
    Für mich ist es nicht entschuldbar, wenn man mich auch nur in Andeutungen in einen Topf mit Kinderschändern steckt.
    Und mir ist es auch vollkommen gleich, dass er sich jetzt mit Schwulen fotografieren lässt.

    Schmierentheater ist dafür wirklich die richtige Bezeichnung.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Chris_Anonym
  • 03.08.2008, 08:04h
  • Also ich finde die Entschuldigung von Herrn Daum sehr zweifelhaft. Ist doch alles nur für die Medien toll gestaltet. Der Mann hat vor 2 Monaten Schwule als Gefahr für Jugendliche hingestellt und uns praktisch mit Straftätern gleichgesetzt. Da ihm das nicht so gut bekommen ist, versucht er doch nur mit dieser "Entschuldigung" sich in ein besseres Licht zu rücken. Den Text für seine Entschuldigung konnte er sich gut überlegen - seine Anfeindungen damals kamen aus dem Herzen - spiegelte halt seine Meinung wieder. Für mich ist der Typ unglaubhaft (man denke nur an das reine Gewissen zur Abgabe der Haarprobe). Komisch nur, dass manche sofort darauf hereinfallen und ihn jetzt toll finden. Ist doch nur alles medienwirksam drappiert worden durch seine tollen Berater ... aber hat ja funktioniert.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 GKAnonym
  • 03.08.2008, 11:39h
  • ...ist ja toll, wie sich Daum jetzt als Homofreund inzeniert. Er hat wohl inzwischen verstanden, dass das für sein Image besser ist.
    Jetzt kann er sich ja (wieder) ganz dem Schutz der Jugend vor der eigentlichen Gefahr widmen, der Gefahr vor Alkohol und Rauschgift. Da kennt er sich sicher besser aus ... :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FloAnonym
  • 03.08.2008, 12:11h
  • Was ist schon eine "Distanzierung" wert, die erst nach mehrwöchigem Druck gemacht wird.

    Würde er nichrt so denken (dass Schwule eine Gefahr sind), hätte er sich erst gar nicht so geäußert. Und würde ihm die Äußerung wirklich leidtun, dann hätte er sich gleich "distanziert" und nicht erst jetzt.

    So ist das wir in so vielen anderen Fällen: erst wenn die Leute merken, dass ihr dummes Gefasel ihnen persönliche Nachteile verschafft, geben sie Scheinentschuldigungen ab um schlimmeres für sich zu verhindern...
  • Antworten » | Direktlink »