Christoph Daum, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, hat sich von seinen homophoben Äußerungen distanziert und sich bei Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs entschuldigt.
Der 54-Jährige hatte vor zwei Monaten in einem TV-Interview erklärt, dass Kinder und Jungendliche vor Schwulen geschützt werden müssten (queer.de berichtete). Am Freitag hat er im Geißbockheim, dem Clubhaus des 1. FC Köln, Vertreter des Fanclubs "Andersrum rut-wiess" empfangen und mit ihnen 90 Minuten lang gesprochen.
"Anfangs erschien er uns etwas angespannt zu sein, aber ist aufgetaut, als er gemerkt hat, dass wir als Fans und nicht als Politschwestern gekommen sind", erklärte Fanclub-Mitglied Patrik Maas gegenüber queer.de. "Er hat sich aber gleich eindeutig und aufrichtig von seinen homophoben Aussagen distanziert und sich entschuldigt", so Maas weiter. Daum machte unmissverständlich deutlich, dass er diese Äußerungen so hätte nicht abgeben sollen, dies entspräche überhaupt nicht seiner Lebenseinstellung.
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Der Trainer malt den Fans ein Herzchen über sein Autogramm.
"Daum hat einen ehrlichen und sehr offenen Eindruck gemacht – und und uns
seinen Hintergrund erläutert, um uns seine persönliche Einstellung näher zu
bringen", erklärte Maas. Dem Trainer sei es wichtig gewesen, selbst mit Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs zu sprechen. Das sei aber wegen des Urlaubs und des Trainingslagers nicht vorher möglich gewesen. Der Coach sagte ferner, er habe sich nicht vorher geäußert, weil jeder, der ihn kenne, garantiert wisse, dass er keine homophoben Vorurteile pflege.
Jetzt wolle Daum an seinen Taten gemessen werden. So erklärte der Coach gegenüber den Fanclub-Mitgliedern, dass er einen Spieler beim Coming-out hundertprozentig unterstützen würde.
Daum hat den 1. FC Köln dieses Jahr von der zweiten in die erste Bundesliga geführt. In zwei Wochen treten die Geißböcke zu ihrem ersten Ligaspiel beim VfL Wolfsburg an. "Für uns ist die Angelegenheit damit erledigt. Erst recht, wenn wir mit Christoph Daum in den nächsten Jahren die deutsche Meisterschaft feiern können", fügte Maas schmunzelnd an. (dk)
Von gatopardo Aus Madrid-Landkreis (Spanien) Mitglied seit 02.05.2008
Seine ungeheure Feststellung, Schwule seien vorrangig potenzielle Kinderschänder, gehört also nun nicht mehr zu seiner Einstellung. Da ist ihm wohl, wie konnte das nur passieren.... solch eine Aussage mal eben so aus dem Mund gerutscht und "ehrliche" Reue macht sich jetzt wohl doch besser. Sehr helle sieht er ohnehin nicht aus, aber man bewahre uns vor Vorurteilen !
Umso mehr kann ich die Leute vom Fanclub nicht verstehen, naja sie nennen uns ja auch "Politschwestern" und werfen ihre eigene Identität weg und sprachen mit ihm als Fans ...
Gut ich nehme zur Kenntnis, dass er sich entschuldigt hat.
Aber trotzdem hat er sich damals so geäußert.
Ich kann ihn deshalb nun noch weniger leiden als vorher.
Von mok120 Aus Nürnberg (Bayern) Mitglied seit 25.06.2008
Auf mich wirkt das ungefähr so authentisch wie damals Karl Moik nach seiner Pasta-Entgleisung, als er sich mit einem übergroßen Nudelteller auf der Titelseite der Bildzeitung hat ablichten lassen mit den Worten "Schaut her, ich bin auch ein Spaghettifresser!".
Von maciicx Aus Magdeburg (Sachsen-Anhalt) Mitglied seit 19.05.2008
Antwort zu Kommentar #6 von markHBWB: erich kästner war's. ansonsten sehe ich das ähnlich.
eine reflektion über sein eigenes verhalten und damit verbunden die erkenntnis, scheiße gebaut zu haben, das wäre achtenswert. aber es liest sich so, als wäre daum der meinung, nie homophob gewesen zu sein. irgendwie unglaubwürdig, denn an seinen worten ist nichts zu rütteln...
Von Konstantin Aus Hamburg Mitglied seit 02.05.2008
Ich denke, einem schlichten Gemüt wie Herrn Daum, sollte man seinen verbalen Entgleiser nun nachsehen. Im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten hat er sein bestes getan. Er weiss es eben nicht besser! Also: Schwamm drüber!
Bravo Herr Daum. Dann lassen Sie Bitte diesen gemachten Worten, auch Taten folgen. Dennoch Hut ab vor dieser Entschuldigung, welche ich persönlich annehmen möchte. Wenn Herr Daum noch die Bayern schlägt, dann werde ich offizieller 1FC Köln Fan:). Neee wirklich!
Von Antichrist Aus HH (Hamburg) Mitglied seit 07.05.2008
Antwort zu Kommentar #15 von Thober: @Thober: "Zu entschuldigen gibt es da überhaupt nix und das Dementi von Herrn Daum ist nur eines - lächerlich !"
Genau das ist es. Jedoch wissen wir nicht, was er unter vorgehaltener Hand den Mitgliedern des Kölner Fanclub noch alles gesagt hat. Vielleicht etwas in der Art wie:
"Ich habe mir damals bereits das Hirn weggekokst, weswegen mir heute ganze Textpassagen einfach entfallen. Eigentlich wollte ich damals sagen, das Schwule im Verein auf jeden Fall willkommen sind, nicht nur als gute Sportler sondern auch als Vorbilder für die Jugend. Um ihnen zu zeigen, dass schwul und Fußball nicht im Gegensatz zueinander stehen müssen und Homophobie im Fußball keinen Platz haben darf. Gerade die Jugend ist mein großes Anliegen, sie von der Straße zu holen und auf den Platz zu bringen. Da gerade die Haltlosigkeit und fehlende Zugehörigkeit eine Gefahr für Kinder und Jugendliche sind."
Was dabei dann herauskam war: Das Schwule im Verein... eine Gefahr für Kinder und Jugendliche sind.
Wir wissen es nicht, haken es als lächerlich ab und warten auf den nächsten Fettnapf, in den er unter Garantie irgendwann tritt.