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Die katholische Kirche hat die geplante neue Verfassung Ecuadors scharf kritisiert, weil das 444 Artikel umfassende Grundgesetz auch die Diskriminierung von Schwulen und Lesben verbieten soll - auch Partnerschaften sollen anerkannt werden.

Die von der linksgerichteten Regierung von Präsident Rafael Correa beschlossene Verfassung muss sich am 28. September in einer Volksabstimmung behaupten. Erzbischof Antonio Arregui Yarza hat nun den Entwurf kritisiert, weil es darin auch heißt, dass Schwule und Lesben nicht wegen deren sexueller Ausrichtung benachteiligt werden dürfen.

"Eine Verbindung zwischen Homosexuellen ist keine Familie", erklärte Arregui in einer Pressekonferenz. "Wir appellieren an das christliche Gewissen. Wir müssen aufzeigen, dass die Verfassung unvereinbar mit unserem Glauben ist."

Den Schutz von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung ist bereits seit 1998 in der aktuellen ecuadorianischen Verfassung festgeschrieben. Die neue Formulierung ist aber weit reichender und wird voraussichtlich auch dazu führen, dass Homo-Paare die Anerkennung ihrer Partnerschaft einklagen können. Der Staat erkennt derzeit gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht an.

Präsident Correa selbst hat sich bislang wiederholt gegen die Öffnung der Ehe und gegen Eingetragene Partnerschaften ausgesprochen. Allerdings sind viele Mitglieder und Funktionäre seiner linksgerichteten Partei Allianz für ein stolzes und eigenständiges Vaterland ("Alianza PAIS") Homo-Themen gegenüber aufgeschlossener.

Erzbischof Arregui kritisierte ebenfalls, dass in der Verfassung vom "Recht auf Fortpflanzung" gesprochen wird. Die Katholiken befürchten, dass damit Abtreibungen erleichtert werden würden.

Von den 13,5 Millionen Einwohnern Ecuadors sind über 90 Prozent Katholiken. (dk)



#1 FloAnonym
  • 04.08.2008, 15:31h
  • Immer wieder die katholische Kirche. Ich verstehe nicht, wie aufgeklärte Menschen noch Mitglieder dieser hasserfüllten menschenverachtenden Organisation sein können.

    Wann hört die katholische Kirche endlich auf, sich in Politik einzumischen?! Ich weiß, ich weiß, die haben ein Problem mit Demokratie, weil sie (wie im Mittelalter) selbst herrschen wollen, aber dann ist es Aufgabe einer Demokratie, sie endlich in ihre Schranken zu weisen...

    Und was Familie ist oder nicht, sollen die doch lieber die Leute selbst entscheiden lassen. Es gibt auch Heteropaare ohne Trauschein, aber mit Kindern. Sind die auch keine Familie?

    Stoppt endlich die katholische Kirche!! (natürlich absolut gewaltfrei, denn auch wenn sie mit ihren Hasspredigten zu Gewalt beitragen, so wollen wir uns nicht auf deren Niveau herablassen...)
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#2 Chris_Anonym
#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 04.08.2008, 23:02h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • Ach @Flo,

    die Frage ist doch nicht, wann irgendeine Kirche "aufhört, sich in die Politik einzumischen",

    sondern wann sich Gesellschaft und Politik solche Einmischungen endlich verbieten und ernst machen mit den fundamentalen Werten der Aufklärung und Demokratie, insbesondere der Freiheit und Gleichheit aller Menschen.

    Aber diese Frage muss man sich in praktisch allen gesellschaftlichen Bereichen stellen...
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#4 VolumeProProfil
  • 04.08.2008, 23:29hMönchengladbach
  • Ich muss sagen, dass Präsident Rafael Correa hier einen genialen wahlkampftechnischen Schachzug versucht.
    Er öffnet den Anti-Diskriminierungsparagrafen soweit, dass ein Gericht hier eine Pflicht zur Anerkennung der Partnerschaften herleiten kann, er aber kann immer wieder den konservativen Kräften gegenüber treten und den Gerichten die "Schuld" in die Schuhe schieben. Einem etwas toleranteren Publikum wird er sich mit der Öffnung des entsprechenden Paragrafen brüsten.

    Also vor so einem Schachzug kann man nur, falls er gelingt, den Hut ziehen.
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#5 MarkusAnonym
  • 05.08.2008, 16:17h
  • Wenns gelingt, ist dann auch Equador weiter als Deutschland. Im Grundgesetz sucht man immer noch vergeblich nach einem Diskriminierungsverbot für Lesben und Schwule. Erst das würde der Litanei vom besonderen Schutz der Ehe nach Art. 6 ein Ende setzen, die wir selbst nach dem Spruck des BVG zum Lebenspartnerschaftsgesetz immer noch von konservativer Seite hören müssen.
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#6 stephan
  • 09.08.2008, 22:22h
  • "Wir appellieren an das christliche Gewissen. Wir müssen aufzeigen, dass die Verfassung unvereinbar mit unserem Glauben ist."

    Man lasse sich das langsam durch die Gehirnwindungen laufen:
    Die röm.-kath. Kirche will nicht bloß - wie üblich - eine gesellschaftliche Minderheit überall herabsetzen und ihre ablehnende Haltung kundtun, nein sie spricht sich - mit der Berufung auf Christus - gegen den Schutz dieser Minderheit aus. Es ist unvereinbar mit ihrem sog. Glauben, dass man Schwule und Lesben nicht diskriminiert ...

    Das sagt alles über diesen irrsinnigen Glauben!

    Wie sagte der Kabarettist Hagen Rether über die üblichen Verlautbarungen des Vatikans
    "In den Psychiatrien sitzen viele für weniger!"
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