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Die Eidgenössische Kommission für Aidsfragen (EKAF) hat auf dem Welt-Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt ihre Position verteidigt, dass HIV-Positive unter bestimmten Voraussetzungen ungeschützten Sex mit Negativen haben könnten.

Ein Symposium der im schweizerischen Innenministerium angesiedelten EKAF war am Sonntag bis auf den letzten Platz ausgebucht. Die EKAF hatte bereits im Januar ihre umstrittene Position dargelegt, die Positive seelisch entlasten soll. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit einer Übetragung des HI-Virus zu vernachlässigen, wenn der Betroffene eine erfolgreiche Therapie durchführt und an keinen anderen Krankheiten leidet (queer.de berichtete). Sogar das Risiko bei ungeschütztem Sex soll so gering sein, dass es praktisch keine Ansteckungsgefahr gibt.

In Mexiko-Stadt sind die Positionen der Eidgenossen umstritten. So fordern amerikanische Professoren erst Langzeitstudien, bevor ein solches Ergebnis präsentiert werden könne. Rolande Hodel von "AidsfreeAfrica" hält Aussagen wie diese generell für gefährlich: "Die Botschaft ist zu lang und zu vage", erklärte sie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Die Leute werden einfach glauben, es sei okay, keine Präservative mehr zu benutzen." Die Deutsche Aids-Stiftung hat erst letzte Woche angesichts steigender Infektionszahlen hierzulande Schwule vor einer "neuen Nachlässigkeit" gewarnt (queer.de berichtete).

Dagegen gratulierte Nikos Dedes von der Gruppe European Aids Treatment Group den Schweizern dazu, dass sie Positiven "die Angst, für den Partner zu bedrohen" abnehmen würden. Dadurch würden die Betroffenen ihr Recht auf "ungezügelte Erfahrungen sexueller Freuden" zurück erhalten. (dk)



14 Kommentare

#1 Luke12
  • 04.08.2008, 17:29h
  • Klar, unter gewissen Voraussetzungen ist ein Schuß in den Kopf auch nicht tödlich. Ich wette, dass das 'unter bestimmten Voraussetzungen' bei den meisten schon gar nicht mehr ankommt. Zumal man sich, wenn es darum geht, ganz bestimmt mit diesen Voraussetzungen beschäftigt. Ich schiebe vorher immer erst mal eine kleine Diskussionsrunde ein, bevor es zur Sache geht. Diese ständige, schleichende Verharmlosung von HIV/Aids nimmt langsam echt bizarre Formen an.

    Es hilft nix, für die Jungs die Kondome, für die Mädels die Dental Dams, alles andere ist murks und wilde Spekulation. Nur eines ist sicher HIV/Aids ist immer noch tödlich.
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#2 HannibalEhemaliges Profil
  • 04.08.2008, 17:44h
  • Antwort auf #1 von Luke12
  • "Diese ständige, schleichende Verharmlosung von HIV/Aids nimmt langsam echt bizarre Formen an"

    Sehe ich überhaupt nicht so!
    Die einzige kritische Stelle in der Safer-Sex Diskussion sind die unaufgeklärten Jugendlichen und Migranten. Aonsonsten sind wir Schwulen zu 95% über HIV aufgeklärt. Und da sollte dann jeder selber wissen, was er tut oder auch nicht! Zum Sex gehören soweit ich weiss immer noch Zwei! Wer sich zu Unsafe überreden lässt hat selber schuld. Wers aus Überzeugung tut, solls von mir aus machen. Und ich gebe zu, dass ich es nach 25 Jahren Geschwätz über Safer Sex und Kondome auch ziemlich leid bin, mich mit diesem Thema zu befassen.
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#3 HannibalEhemaliges Profil
#4 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 04.08.2008, 18:45h
  • Ja, ja, eine Verharmlosung nach der anderen... Klar, solches ist medienwirksam, und Wissenschaftler sind auch bloß Menschen, mehr oder weniger eitel, und die besonders eitlen machen es nicht unter einer Titelseite, und auf eine Titelseite zu kommen kann nur hoffen, der eine mittlere Situation zu vermarkten weiß. Und eines ist leider auch menschlich: Entwarnungen kommen letztlich immer besser als Warnungen, schon ganz und gar, wenn man der Warnung schon mehr als überdrüssig ist. - Immer diese Miesmacher, und jetzt endlich die Heilsbringer. Wer fiele nicht liebend gern darauf rein???
    Aber hier sei der liebe alte (schwule) Immanuel Kant zitiert... Was war für diesen Mann gleich Aufklärung? "Der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit." Und war für Kant Unmündigkeit? "Das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen." Und wann war die Unmündigkeit dem Kant eine selbstverschuldete? "Wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt", sich seines Verstandes aus sich selbst heraus zu bedienen. (Königsberg, 5.12.1783)

    Na dann mal los, Brüder und Schwestern, ob negativ oder positiv, ran an die "ungezügelte Erfahrung sexueller Freuden" - aber als A u f g e k l ä r t e, die nix damit am Hut haben, diesen speziellen Freuden allzu baldig als Engel nachzujagen, zumal: Ob die sogenannten himmlischen Freuden Orgasmen mit einschließen... also, ich verlass mich darauf nicht. Mein Verstand, ihn "ohne Leitung eines anderen" zu Rate gezogen, rät mir ab, solches zu erhoffen. Der sagt "Kondom!", und zu was anderem will er mir partout nicht raten, also werde ihm folgen. - Siehe Kant!
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#5 Chris RedfieldAnonym
  • 04.08.2008, 19:02h
  • Was mich an diesen "bestimmten Vorrausetzungen" stört ist, dass sie gar nicht permanent bestimmbar sind. Die Virenlast wird bei einem HIV-Patienten nur alle paar Monate festgestellt. Ein Therapieversagen kann aber jederzeit eintreten. Dann geht die Virenlast hoch, man wird infektiös und das wird erst beim nächsten Bluttest, eben im schlimmsten Fall nach Monaten offenkundig. Schon deshalb ist die Aussage der Schweizer ein Witz. Man kann sich schneller mit dem Virus infizieren als einem bewusst ist. Das sage ich aus persönlicher Lebenserfahrung. Es wird doch immer von statistischen Wahrscheinlichkeiten geredet, das sagt aber nichts über den Einzelfall aus. Ich als Einzelfall habe mich trotz Safer Sex mit dem Virus infiziert. Ich kann mir bis heute nicht erklären, wie es in meinen Körper gelangen konnte.
    Safer Sex ist eben nicht Safe Sex. Eine Übertragung mit HIV ist dann zwar unwahrscheinlich aber nicht unmöglich.

    Nun denn, will man nicht zölibatär oder absolut monogam leben (bin ja auch kein Kind von Traurigkeit) bleibt einem wohl nicht anderes als Safer Sex übrig, aber man sollte sich bewusst sein, dass es ein Restrisiko gibt.

    Ich halte die Erkenntnisse der Schweizer für absolut irrelevant und nicht aussagekräftig. Schlimm genug, dass die Deutsche Aids-Hilfe diese Studie unreflektiert übernommen hat.
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#6 mok120Profil
  • 04.08.2008, 19:38hNürnberg
  • Ich bin zwar kein Wissenschaftler, aber ich würde mich auch unter den "bestimmten Voraussetzungen" nicht trauen. Ich habe auch so ein bisschen das Gefühl, dass unsafer Sex wieder mehr in Mode kommt/ist (auch wenn ich glaube, dass die deutliche Mehrheit sich sehr vernünftig verhält). Gut, ist jedem seine Sache, mir wäre es das nicht wert.
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#7 Luke12
  • 04.08.2008, 21:21h
  • Antwort auf #2 von Hannibal
  • "Und ich gebe zu, dass ich es nach 25 Jahren Geschwätz über Safer Sex und Kondome auch ziemlich leid bin, mich mit diesem Thema zu befassen."

    Ich kann dich verstehen und manchmal kann ich es auch nicht mehr hören. Trotzdem, durch ignorieren geht der Virus nicht weg. So denken aber leider viele, vor allem Jugendliche (vollkommen egal ob hetero oder homo). Die Neuinfektionen unter Jugendlichen haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, weil die Älteren von uns, die ihre Freunde noch haben verrecken sehen, es leid sind, sich mit dem Thema wieder zu verfassen. Dazu zähle ich mich auch. Wer will sich schon freiwillig an die offene Feindseeligkeit und den Hass erinnert werden, der mit der Diagnose einherging. Gerade deswegen sollten wir wieder den Hintern hoch kriegen. Es geht auch nicht nur um Aids. Mit dem Virus erlebt auch die Syphillis ein Revival, von den anderen Nettigkeiten mal ganz zu schweigen. Gerade wir sollten davor nicht unsere Augen verschließen.
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#8 Luke12
#9 PaulHBAnonym
  • 05.08.2008, 09:22h
  • wie kann man sich für das bisschen high beim sex so aufopfern und das leben aufs spiel setzen. konnte ich bei drogen auch nie verstehen. für viele hier scheint es ja ein und dasselbe zu sein...poor you
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#10 michèleAnonym
  • 05.08.2008, 15:37h
  • Das Manifest aus der Feder der Organisation LHIVE wurde unteranderem genau darum verfasst:

    - Die offene Verfügbarkeit aller wissenschaftlichen Fakten ist die Grundlage für jede glaubwürdige Aufklärung und Information.

    -Nur eine aufgeklärte, tolerante Gesellschaft, in der die Menschen mit HIV und AIDS integriert sind, kann eine nachhaltig wirksame Antwort auf die Herausforderung HIV und AIDS geben.

    wer das Manifest zeichnen möchte kann dies zur Zeit per email tun, an michele.meyer@lhive.ch
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