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Rechtspopulist Jörg Haider wird in einer Pressemitteilung seiner Ex-Partei geoutet.

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), die bei den letzten Nationalratswahlen auf elf Prozent der Stimmen kam, will den "Popstar" der konkurrierenden Rechtspartei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) mit einem Outing schaden: "Der schwer in die Jahre gekommene Jörg Haider vergnügt sich im Tollhaus nicht nur mit Knaben, sondern lässt wieder einmal seine Püppchen tanzen", eröffnet die FPÖ ihre Tirade. Haider, der 2005 aus der jahrelang von ihm dominierten FPÖ ausgetreten war und das BZÖ gründete, will zur September-Wahl wieder in die Bundespolitik zurückkehren. Derzeit ist Haider Landeshauptmann (Ministerpräsident) von Kärtnen.

Die FPÖ weiß auch, wer Haiders "Buberlpartie" (also schwuler Liebhaber) ist: Ewald Stadler, wahrscheinlicher BZÖ-Spitzenkandidat, der erst im vergangenen Jahr die FPÖ verlassen hat. Stadler sei "offenbar einer der letzten, die Jörg Haider die Stange halten", so die Freiheitlichen höhnisch. Sie spekulieren weiter, dass "Stadlers übertriebenes Auftreten gegen Homosexualität nur eine Nebelgranate gewesen [sei], um seine Nähe zu Haider zu vertuschen".

Bereits mehrmals gab es Spekulationen um die Homosexualität Haiders. Bereits 1991 hat die spätere Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek das Homoerotische, das Jörg Haider und seinen "politischen Jungmänner-Harem" schon damals umgeben habe, thematisiert. Im Jahr 2000 outete auch Rosa von Praunheim in einem niederländischen Magazin den heute 57-Jährigen.

Haider stieg in den 80er Jahren als Anführer des "deutschnationalen" Flügels der FPÖ auf und machte die rechtspopulistiche Partei 1999 schließlich zur zweitstärksten Kraft in Österreich, die mit der konservativen ÖVP schließlich eine Koalition einging. Das führte europaweit zu Kritik und zu Sanktionen gegen die Alpenrepublik. Nach dem Niedergang der FPÖ gründete er das BZÖ, das bislang aber nur in Kärnten eine entscheidende Rolle spielt. Haider selbst war von 1989 bis 1991 Ministerpräsident des südlichen Bundeslandes und ist es wieder seit 1999.

Auch Stadler wird dem "deutschnationalen" Flügel zugerechnet. Er bezeichnete Homo-Paare als "pervers" (queer.de berichtete). (dk)



Haider lebt - 1. April 2021

Peter Kerns schräge Polit-Satire ist jetzt auf DVD erschienen - sie enstand sechs Jahre vor dem tödlichen Unfall des Rechtspopulisten.

33 Kommentare

#1 VolumeProProfil
#2 gatopardo
  • 05.08.2008, 15:26h
  • Bleibt nur zu hoffen, dass wir alle die zu normalen Schwulen geläuterten "Perversen" beim Kärntner Gay-Pink-Festival am 11.Sept. wiedertreffen. Freu´mich schon auf den doch immer noch sehr attraktiven Popstar Jörgimausi.
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#3 VolumeProProfil
#4 ErikAnonym
  • 05.08.2008, 15:37h
  • Gut recherchierter Artikel, aber der Haider ist Landeshauptmann; Ministerpräsidenten gibts in Österreich schon seit der ersten Republik nicht mehr :)
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#5 gatopardo
  • 05.08.2008, 15:50h
  • Antwort auf #3 von VolumePro
  • Ultrarechte Schwule, die nicht zu ihrer Identität stehen, sind dann meistens auch zu verklemmt zum Anfassen. Fällt mir glatt wieder ein spanisches Sprichwort der Franco-Zeit ein, das es besser trifft:
    "La casa que se queme, pero el humo quede dentro"
    (Das Haus brenne ab, aber es bleibe der Rauch innen drin)
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#6 VolumeProProfil
#7 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 05.08.2008, 16:26h
  • Antwort auf #5 von gatopardo
  • guten tag madrid,
    man kann ja zur bzo/fpö stehen wie man will - lehe sie natürlich ab - würde wahrscheinlich dort övp wählen -weiß nicht-bin ja kein österreicher.
    aber ultra-rechts sind sie sicher nicht.
    nenn sie rechtskonservativ oder nenne sie rechtpopulitisch, wie auch in diesem artikel,der es ganz gut trifft, das ist wiederum etwas anderes wie rechtsradikal-geschweige denn rechsextrem oder ganz bizar wird es wenn jemand von nazi spricht, also nationalsozialistisch.
    da bringen in deutschland nämlich viele etwas durcheinander und wird alles in einem topf gewurfen. wäre so, wenn man die linksliberalen grünen mit stalinisten von der dkp vergleicht.
    ein guter überblick über die parteien.

    www.parties-and-elections.de/austria.html
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#8 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 05.08.2008, 16:53h
  • nachtrag: bzo/fpö sind vergleichbar wie mit der svp in der schweiz.
    dieses parteien sind wiederum ein ganz anderer schnack, als die vvd in holland oder geert wilders, der gesellschaftspolitisch liberal ist, sich asyl eingesetzt hat von schwulen iranern und der bekennender israel freund ist.
    während die fpö sich desöfterenmal mit holocoustleugner getroffen hat.

    weiterhin sind extremisten und unterschiedlichen ränder keine gegensätze, sondern man spricht vom hufeisenmodell.

    so,das war ein kleiner grundkurs in sachen politik und politische ausrichtunegn.
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#9 gatopardo
  • 05.08.2008, 17:18h
  • Antwort auf #7 von Fred_Israel
  • Wie wir aus unserer eigenen Geschichte wissen, so haben gerade rechtskonservative und rechtspopulistische Politiker den Rechtsradikalen den Weg zur Macht geebnet. Es muss doch auffallen, dass diese betreffenden "Ostmärker" als Schwule mit ihrem homophoben Getue gleichzeitig auch noch antisemitisch sind. Dagegen hat Röhm ein wahres Outing veranstaltet, bevor der Führer ihm die Show stahl.
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#10 GüntherAnonym
  • 05.08.2008, 17:58h
  • Antwort auf #9 von gatopardo
  • Das stimmt.
    Nicht alle Rechtspopulisten sind Nazis,
    aber Nazis können nur Rechte werden.

    Der "Röhm-Putsch" war übrigens Ausdruck des Kampfes
    zweier Kapitalfraktionen.

    Vor allem zweier großer Hauptgruppen der großen Industriemonopole um die Vorherrschaft: die Schwerindustrie, vor allem also die Kohle- und Stahlunternehmen, auf der einen, die Elektro- und die Chemieunternehmen auf der anderen Seite.

    Nach Deutschlands Niederlage 1918 waren sich beide Gruppen im Ziel einig: Revanche für die Niederlage in einem besser vorbereiteten zweiten Waffengang um die Weltherrschaft, und als ersten Schritt dazu: Beseitigung der Weimarer Republik und Herstellung eines Staates, in dem kein Parlament die Durchsetzung des Willens der Monopolherren behindern konnte.

    Im Sektor der Großbanken bildeten sich nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Eindringen des amerikanischen Kapitals ebenfalls zwei Hauptrichtungen heraus: Mit der Deutschen Bank an der Spitze jene Richtung, die unverändert am Ziel festhielt, Deutschland wirtschaftlich und finanziell zur stärksten Macht zu machen, die es mit jeder anderen Macht, gegebenenfalls auch mit England und den USA, aufnehmen konnte. Und eine zweite Richtung, die sich eng mit dem US-Kapital verband und deshalb in der Außenpolitik darauf drängte, dass die Expansionsziele Deutschlands nur im Osten lagen und der Krieg gegen die Sowjetunion nur im festen Einvernehmen mit dem Westen, d. h. den USA und England, vorbereitet und durchgeführt würde.

    Diese Richtung wurde in der Weimarer Republik vor allem von der Danat-Bank (Darmstädter- und Nationalbank) und der Dresdner Bank vertreten. Die wichtigste Figur dieser Richtung, die man als »amerikanische Fraktion« im deutschen Monopolkapital bezeichnen kann, war der Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht.

    Diese Fraktion hatte auch einen Flügel im Lager der Industrie in jenen Unternehmen, die eng mit USA-Kapital verbunden waren. Das war vor allem der Thyssen-Konzern, einer der Gründer-Konzerne der Vereinigten Stahlwerke. Neben Hjalmar Schacht war Fritz Thyssen die zweite Hauptfigur der »amerikanischen Fraktion«.

    Der Terror der unzuverlässig gewordenen SA wurde abgelöst durch den noch um vieles blutigeren und allgegenwärtigen Terror des Himmlerschen SS- und Gestapo-Systems. Die SS - bisher noch eine Formation innerhalb der SA - wurde nun unter Himmler zu einer selbständigen Organisation erhoben. Im internen Machtkampf der Monopolbourgeoisie hatten sich - allerdings nur für die nächsten zwei Jahre - die »amerikanische Fraktion«, mit Schacht-Thyssen an der Spitze, und die Schwerindustrie gegen die IG Farben durchgesetzt. Der Reichswirtschaftsminister Schmitt musste gehen, und Schacht übernahm am 30. Juli kommissarisch dessen Amt.

    Als die ökonomische und militärische Stärke des Dritten Reichs ausreichte, richtete diese sich gegen Frankreich.
    Hjalmar Schachts Vorbereitungen dienten eigentlich der
    Rückeroberung des "kommunistischen" Wirtschaftsbereiches.

    Eine genaue Zahl der Opfer des Blutbades um den 30. Juni 1934 konnte nicht festgestellt werden. Sicher ist nur, dass ihre wirkliche Zahl die in der amtlichen Totenliste genannte Zahl von 83 weit überschreitet. So sind in dieser Liste nur zwei antifaschistische Opfer, Mitglieder der KPD, enthalten, obwohl bekannt ist, dass die SS die Situation auch vielfach dazu benutzte, mit besonders verhassten Nazigegnern abzurechnen. Dazu gehörte schon seit den Tagen der Münchener Räterepublik besonders auch Erich Mühsam. Die Nazis hatten ihn gleich nach ihrer Reichstagsbrandstiftung verhaftet und in das Konzentrationslager in Oranienburg gebracht. Dort hatten sie ihn bestialisch misshandelt und von ihm verlangt, er solle Selbstmord begehen. Da er das nicht tat, erhängten sie ihn in der Nacht zum 10. Juli (geleitet wurde diese Aktion von Theodor Eicke). Die genaue Zahl der Ermordeten läßt sich auch deshalb nicht feststellen, weil in diesen Tagen die Standesämter die Anweisung erhalten hatten.
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