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Themenschwerpunkt Welt-Aids-Konferenz 2008: Pfleglich mit seinem Körper umzugehen, zusätzliche Gesundheitsrisiken oder Belastungen des Immunsystems wo möglich zu reduzieren oder vermeiden kann für Menschen mit HIV eine sinnvolle Strategie sein.

Von Ulrich Würdemann

1. Regelmäßiger Gesundheits-Check
HIV-Positive sollten überlegen, regelmäßig ihre Gesundheit untersuchen zu lassen. Dies gilt nicht nur HIV-spezifisch, sondern auch z.B. hinsichtlich sexuell übertragbarer Infektionen wie Tripper, Syphilis, Chlamydien, Feigwarzen etc. Wenn du ein sexuell aktives Leben hast, hast du auch ein gewisses Risiko, dich mit sexuell übertragbaren Erkrankungen anzustecken. Einige dieser Erkrankungen belasten nicht nur dein eigenes Immunsystem, sondern können auch das Risiko erhöhen, HIV bei ungeschütztem vaginalem, analem oder oralem Sex an deine Sexpartner weiterzugeben. Nicht alle dieser sexuell übertragbaren Erkrankungen sind auch mit Symptomen verbunden, die du in jedem Fall selbst bemerkst. Zudem sind Erkrankungen nicht nur im direkten Genitalbereich (Penis, Vagina) möglich, sondern z.B. auch im Rachen oder am Arsch. Ein Grund mehr also, sich auf sie untersuchen zu lassen - am besten im Rahmen eines regelmäßigen Gesundheits-Checks.

2. Auf Hepatitis C checken lassen
Lass dich regelmäßig auf Hepatitis C testen. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass der Erreger der Hepatitis C, das Hepatits-C-Virus, bei Menschen mit HIV leichter auch sexuell weitergegeben wird. Ein regelmäßiger Check auf Hepatitis C ist für sexuell ‘umtriebige’ Menschen schon deswegen sinnvoll, weil eine frühzeitig erkannte Hepatitis-C-Infektion mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit erfolgreich behandelt werden kann, je später die Infektion entdeckt wird, desto schlechter jedoch auch die Therapieergebnisse sind. Gegen Hepatitis C sind bisher keine Impfungen möglich.

3. Impfung gegen Hepatitis B
Das Hepatits-B-Virus wird u.a. sexuell übertragen. Eine Infektion mit Hepatits B ist wesentlich leichter möglich als eine Infektion mit HIV. Im Gegensatz zur Hepatitis C (s.o.) sind sowohl gegen Hepatitis A als auch gegen Hepatitis B Impfungen möglich. Da das Immunsystem HIV-Infizierter u.U. geschwächt sein kann, schlägt die Impfung möglicherweise nicht sofort an. In diesen Fällen ist aber eine Wiederholung wie auch eine Erhöhung der Impfdosis möglich. Die Impfung gegen Hepatitis B ist für HIV-Positive eine Kassenleistung. Sie wird von der StIKO (Ständige Impfkommission) empfohlen. Noch besser ist eine kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B mit einem kombinierten Impfstoff. Bei HIV-Positiven werden sowohl die Hepatits-A- als auch die Hepatitis-B-Impfung von den Krankenkassen bezahlt. Und wer schon Impfschutz (oder aufgrund einer schon durchgemachten Hepatitis B Antikörper) gegen Hepatitis B hat, sollte eine Impfung gegen Hepatitis A überlegen. Die Kosten hierfür sollten von der Krankenkasse übernommen werden (Indikation StIKO / "Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung").

4. Grippeimpfung
Eine echte Grippe (Influenza) ist nicht zu verwechseln mit dem, was umgangssprachlich gern mit dem ‘grippalen Infekt’ verwechselt wird. Eine Influenza kann bei HIV-Positiven leichter auftreten und einen schwereren Verlauf nehmen. Eine Grippeschutzimpfung ist ein einfacher Weg, das Infektionsrisiko zu senken. Die Impfung gegen Influenza (Grippe) ist ebenfalls wie die Impfungen gegen Hepatitis A und B ein Totimpfstoff und für Menschen mit HIV unbedenklich.

5. Impfung gegen Pneumokokken
Trotz wirksamer antiretroviraler Therapie tritt die Pneumokokken-Pneumonie (eine von Bakterien verursachte potenziell lebensbedrohliche Lungenentzündung) bei Menschen mit HIV immer noch häufiger auf. HIV-Infizierte haben ein 10- bis 100fach erhöhtes Risiko, an Pneumokokken-Pneumonie zu erkranken. Doch ein einfacher Schutz ist möglich - mit einer Impfung. Diese Impfung gegen Pneumokokken-Pneumonie ist auch bei HIV-Positiven wirksam, wie erst jüngst wieder eine Studie zeigte. Die Kosten einer Impfung gegen Pneumokokken-Pneumonie werden bei HIV-Infektion von der Gesetzlichen Krankenversicherung getragen.

6. Auf die Haut achten
Das größte -und dennoch oft vernachlässigte- Organ des Menschen ist die Haut. Hauterkrankungern wie z.B. Pilzerkrankungen von Haut und Nägeln können bei Positiven leichter / häufiger auftreten oder (wie Gürtelrose) unter Umständen auf eine HIV-Infektion hinweisen, einige (wie das heute seltener auftretende Kaposi-Sarkom) gehören zu den Aids-definierenden Erkrankungen. Ein pfleglicher Umgang mit der Haut kann sehr zu Gesunderhaltung und Wohlbefinden beitragen. Gute Tipps zum Thema Haut von Wellness und Pflege bis Beschneidung gibt u.a. eine Broschüre der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) mit dem Titel "Haut und Haar" (Direktlink zur online-Bestellung hier) sowie das MedInfo Nr. 41 "HIV und Haut" (Link zum Download hier).

7. Regelmäßig zum Augenarzt
Bei Menschen mit HIV können Veränderungen am Auge auftreten. Ein Augenarzt-Check einmal jährlich hilft, etwaige Probleme frühzeitig zu erkennen. Insbesondere bei einer CD4-Zellzahl unter 200 ist das Risiko einer Erkrankung der Augen (CMV, Toxoplasmose) deutlich erhöht - in diesem Fall sollte ein Besuch des Augenarztes alle sechs Monate erwogen werden.

8. Vorsorge Gebärmutterhalskrebs
Bei HIV-positiven Frauen ist das Risiko eines Zervix-Karzinoms (Gebärmutterhals-Krebs) deutlich erhöht. Deswegen ist ein regelmäßiger Besuch beim Frauenarzt ratsam. Einmal jährlich sollte (wie auch bei Frauen ohne HIV) eine Vorsorgeuntersuchung (PAP-Abstrich) durchgeführt werden.

9. Vorsorge Analkrebs
Ein Analkarzinom ist eine sehr selten auftretende Krebserkrankung des Bereichs des Darmausgangs. HIV-Positive Männer, insbesondere (aber nicht nur) wenn sie Analverkehr haben /hatten, haben ein erhöhtes Risiko für Analkarzinom (Krebs am Darmausgang). Möglichkeiten zur Früherkennung (Rektoskopie, Analabstrich) sollten genutzt werden. Sie sind bisher leider keine Kassenleistung, werden von einigen Ärzten jedoch im Rahmen von Studien angeboten.

10. Mund- und Zahnhygiene
Probleme an den Zähnen und im Mundbereich treten bei HIV-Positiven häufiger auf. Mindestens einmal im Jahr sollte ein (möglichst mit HIV erfahrener) Zahnarzt besucht werden.

P.S.:
Viele dieser Tipps dürften auch für den schwulen Mann an sich (ob nicht HIV-infiziert oder ungetestet) hilfreich sein, um gesünder zu leben … vielleicht ergänzt um den Tipp, doch mal über einen HIV-Test nachzudenken…



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#1 Christoph SteiningerAnonym
  • 07.08.2008, 17:46h
  • Wenn man all diese Vorschläge ernst nimmt, dann geht man einmal pro Woche zum Arzt. Zu diversen Fachärzten für Untersuchungen, für Impfungen et&.
    Eine derartig intensive Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit scheint leicht übertrieben. Ich kenne Leute die es so in der Art machen. Sie sind um nichts gesünder als andere, machen sich aber viel mehr Sorgen.
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#2 KonstantinEhemaliges Profil
#3 Tim_ChrisProfil
  • 07.08.2008, 19:54hBremen
  • Antwort auf #2 von Konstantin
  • Der einzige Nachteil daran dürfte wohl nur der sein, dass es solche Praxen wohl leider nicht überall gibt. Gerade in ländlichen Gebieten dürfte es da eher Mau aussehen, schätze ich.
    Ich kenne mich damit zwar nicht aus, aber ich nehme mal ganz grob die dortige Verteilung der Therapiepraxen, die sich mit transspezifischen Themen auskennen. HIV-Schwerpunktpraxen sind zwar vermutlich etwas feinmaschiger verteilt, aber für eine arme Sau aus einem Hinterwälder-Bauernkaff womöglich dann doch zu weit entfernt.
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#4 HannibalEhemaliges Profil
  • 07.08.2008, 22:27h
  • Antwort auf #3 von Tim_Chris
  • Irgendwo im weiteren Umkreis von 200 km wird schon eine Schwerpunktpraxis sein. Und generell genügt es erstmal sich alle 3 Monate untersuchen zu lassen! Dafür kann man auch mak eine kleine Reise auf sich nehmen!
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#5 Tim_ChrisProfil
  • 08.08.2008, 02:15hBremen
  • Antwort auf #4 von Hannibal
  • Na, stimmt schon. In eine solche Praxis muss man ja nicht so oft, wie zu einem Therapeuten. Wenn man wöchentlich oder auch alle 14 Tage 200 km fahren müsste, wäre es heftig.
    Wie sieht es denn in Allgemeinpraxen heute aus? Also jetzt nicht in den Großstädten, sondern eher die Praxen auf dem Land. Gibt es da irgendwelche Studien über deren Wissen, bezüglich HIV Behandlungen und Untersuchungsschwerpunkte? Das sie dort zumindest wissen, wann sie ihre Patienten am besten zu welchen Kollegen überweisen und weitere Untersuchungen anordnen sollten? Oder sind die heute immer noch eher auf Mittelalterstand?
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#6 AntichristProfil