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Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat in einem Brief an eine Homo-Gruppe erklärt, dass er Adoptionen durch Homo-Paare unterstützt.

"Wir müssen auch mehr tun für die Familien von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen", erklärte Obama in einem Brief an den Family Equality Council, der zuvor die Kandidaten um eine Stellungnahme gebeten hatte. "Gleichbehandlung in Fragen der Beziehung, der Familie und beim Adoptionsrecht ist kein abstraktes Konzept. Es geht darum, dass Millionen von Amerikanern endlich ihr Leben mit Würde und in Freiheit leben können. Darum müssen wir den ‚Defense of Marriage Act’ abschaffen". In diesem 1996 beschlossenen "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" ist festgehalten, dass der Bund und die Staaten keine gleichgeschlechtlichen Ehen anerkennen müssen. Daher werden verheiratete Homo-Paare aus Kalifornien oder Massachusetts etwa bei der Bundeseinkommenssteuer wie Fremde behandelt, während sie bei der Landeseinkommenssteuer als Ehe-Paar anerkannt werden. "Wir müssen jede Diskriminierung gegen Homo-Familien abschaffen. Darum brauchen wir Gleichbehandlung in unserenm Familien- und Adoptionsgesetz", so Obama weiter.

Obama selbst lehnt die Öffnung der Ehe zwar ab, setzt sich aber für Eingetragene Partnerschaften mit gleichen Rechten und Pflichten ein. Sein republikanischer Kontrahent John McCain steht der Anerkennung von Homo-Beziehung kritischer gegenüber und lehnt ausdrücklich die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare ab (queer.de berichtete).

Schwul-lesbische Paare dürfen nach Angaben der Human Rights Campaign in 46 von 50 Bundesstaaten Kinder adoptieren. Nur in Florida, Michigan, Mississippi und Utah gibt es (wie in Deutschland auch) ein Verbot der Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare. (dk)



Kalifornien ist nicht Utah

Homorechte sind niemals sicher. Das ist die Erkenntnis des politischen Erdbebens in Kalifornien, das bis gestern noch als liberal galt.
Kalifornien: Erstmals Homo-Ehe wieder abgeschafft

In den vergangenen Monaten haben rund 20.000 Homo-Paare in Kalifornien geheiratet - damit ist jetzt dank Volkes Wille Schluss.
Sieg für Obama - Niederlage für Homo-Ehe

Um 5:00 Uhr deutscher Zeit verkündete CNN, dass Barack Obama neuer US-Präsident ist. Auch Schwule und Lesben setzen große Hoffnungen auf den Demokraten. Dagegen gab es bei vier Homo-Referenden vier Niederlagen - die schmerzhafteste in Kalifornien: Dort wurde (mit großer Wahrscheinlichkeit) die Homo-Ehe abgeschafft.

17 Kommentare

#1 InfernoProfil
  • 07.08.2008, 15:09hBerlin
  • Das ist sehr schön, das Obama das sagt.

    Nur, was sagt der gute nach der Wahl?

    Obama wechselt seinen Standpunkt öfter, als so manch schwuler den Liebhaber (*gg*). Erst letztens hat er auf einmal doch für Ölborungen vor der US-Küste plädiert. Nach der er es vorher kategorisch abgelehnt hat.

    Nein, Obama ist Politiker, kein Messias und kein neuer Jesus. Wo er politisch steht ist schwer zu sagen, hat er doch in seiner Senatorenzeit an keinem relevanten gesetz mitgearbeitet, sondern viel lieber 2 Biografien veröffentlicht.

    Es wäre zu schön, würde er es ernst meinen....

    Abgesehen davon hat der US-Präsident da wenig Macht. Solche Gesetze obliegen den Bundesstaaten. Und da haben mehr als 40% der US-Bundesstaaten bereits Gesetze verabschieded die selbst eingetragene Partnerschaften für Homosexuelle verbieten.

    Ich denke, im Rahmen des US-Wahlkampfes muss man sowas nicht unbedingt auf die Goldwaage legen.
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#2 MaxAnonym
  • 07.08.2008, 16:19h
  • Klar ist das Wahlkampf und Stimmenfang, aber es ist wenigstens ein Statement für Gleichberechtigung, immerhin. Das ist ja seit 35 Jahren fällig. 1973 nämlich als die APA Homosexualität aus der Liste der psychischen Entwicklungstörungen strich, um weitere Diskriminierung zu verhindern. Pustekuchen.
    Wer über Obama gut informiert ist, weiss dass er genauso Pro-ex-gay ist. Eigentlich eine Entwicklung, wie ich sie mir wünsche:gleiche Rechte, ohne medizinische Erkenntnisse ausser Acht zu lassen, und denen, die alternative Lebensmöglichkeiten suchen, Hilfe anbieten.
    Ich befürchte nur, dass Obama dies auf seiner Religion begründet sieht.
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#3 mok120Profil
  • 07.08.2008, 16:59hNürnberg
  • Schön, von Brarack Obama endlich auch mal etwas konkretes zu hören, anstatt der ewigen "wir-schaffen-das"-Parolen.
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#4 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 07.08.2008, 17:38h
  • Antwort auf #1 von Inferno
  • in der tat, wechselt obama seine positionen ständig aus. in mindestens 6 fällen hat er seine meinung geändertund genau das gegenteil gesagt.
    ich weiß nicht sorecht - hat vor und nachteile, wenn er präsident würde, aber das sehe ich noch gar nicht mal so.
    schwer einzuschätzen der mann.
    und es gibt doch schon in fast allen bundesstaaten das recht auf adoption -hm.!?
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#5 Luke12
  • 07.08.2008, 18:55h
  • "Obama selbst lehnt die Öffnung der Ehe zwar ab, setzt sich aber für Eingetragene Partnerschaften mit gleichen Rechten und Pflichten ein."

    Das ist es, was ich an Politikern so hasse. Immer schön die halbgaren Lösungen propagieren und ja keine Stellung beziehen. Eine eingetragene Partnerschaft ist in meinen Augen eine halbgare Lösung, weil sie Einschränkungen mit sich bringt, die ich nicht tolerieren kann. Warum dann überhaupt einen Unterschied zwischen Ehe und eingetragener Partnerschaft machen? Ist das vielleicht das erste zarte Zeichen von weichen Knien?

    Er will auch Soldaten nach Hause holen, wie heroisch von ihm. Drei Mal dürft ihr raten, wer es dann richten soll? Wer das in Afghanistan und im Irak dann hinterlassene Chaos auf die Reihe kriegen soll? Wer trägt wohl dann den Haupteil der Kosten für die Millitäreinsätze? Natürlich, die Weltgemeinschaft und auch wir, jeder mit seinen Steuern. Wir haben es ja!

    Aber wir sind alle so besoffen von der liberalen Haltung des Barrack Obama, die sich bei den großen innen- und aussenpolitischen Problemen der USA wahrscheinlich gar nicht halten läßt, dass wir es verdrängen, dass das, was Obama sagt und was durchsetzbar ist, zwei ganz verschiedene Paar Stiefel sind. Er wird die Stimmen der Republikaner brauchen und ganz schnell einknicken. Jetzt dürft ihr wieder raten, wer dabei auf der Strecke bleibt und wessen Probleme ganz schnell unter den Tisch gekehrt werden?

    Keiner wünscht sich mehr als ich, dass Obama seine vollmundigen Vorhaben durchringt. Aber bitte, wir sollten realistisch bleiben. Die Rechte von Schwulen und Lesben haben auch unter Obama ganz bestimmt keine Priorität und werden in Anbetracht der wirtschaftlichen und aussenpolitischen Probleme wahrscheinlich komplett in den Hintergrund gedrängt werden! Die USA befinden sich im Wahlkampf und wie jeder weiß, können US-Wahlen sehr knapp ausgehen. Jede Stimme zählt, zur Not auch die von Lesben und Schwulen, vor allem dann, wenn man selbst Vertreter einer Minderheit ist.
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#6 SaschaEhemaliges Profil
  • 07.08.2008, 21:46h
  • Antwort auf #3 von mok120
  • Mein lieber @mok120,

    Barack Obama hat zu allen relevanten Politikfeldern und Themen des Wahlkampfes ausführliche und detaillierte Policy Papers erstellt, die in ihrer Fundiertheit alles überbieten, was ich in dieser Form bislang von Kandidaten für politische Spitzenämter gesehen habe. Also, bitte nicht nur die unzutreffende rechte Propaganda nachplappern, die auch in unseren Mainstream-Medien mitunter gern verbreitet wird, sondern besser selbst genau informieren.

    Auch die Unterstellung, Obamas Aussage zur Homo-Adoption sei bloße "Wahlkampf-Rhetorik" ist an Lächerlichkeit und vor allem an Unkenntnis der politischen Realitäten in den USA nicht zu überbieten. Bis jetzt hat kein Präsidentschaftskandidat es fertig gebracht, sich im Wahlkampf derart deutlich für Homo-Rechte zu engagieren, und Barack Obama plant eine ganze Reihe von BUNDESpolitischen Maßnahmen (z.B. Antidiskriminierungsgesetz; Ausweitung des Gesetzes gegen Hassverbrechen; Aufklärungskampagnen) in diesem Bereich - alles sehr ausführlich schriftlich fixiert und auch verbal unmissverständlich geäußert.

    Und das ist deshalb so erstaunlich, weil die politische Rechte bei den letzten Wahlen immer wieder mit Stimmungsmache gegen Homosexuelle auf Stimmenfang gegangen ist. Barack Obama hat sich aber mit ganz anderen Themen (Armutsbekämpfung, Umwelt-/Klimaschutz, Förderung sozial engagierter Basisorganisationen) selbst aktiv an religiöse Wähler gewandt. Auch deshalb scheint die rechte Stimmungsmache bei dieser Wahl nicht wirklich zu verfangen.

    Zu anderen angeblichen "Positionswechseln" kann man nur sagen: DAS ist Strategie und Taktik! Denn Obama weiß sehr wohl, dass es Jahre dauert, bis überhaupt nur ein Tropfen Öl aus Offshore-Bohrungen fließen würde. Wenn ihn aber sein mit der Öl-Industrie verbandelter Gegenkandidat auf dieses Thema festnageln und damit populistisch punkten will, dann ist es sehr viel klüger, in dieser Hinsicht eine gewisse Kompromissbereitschaft zu signalisieren, um die anderen, großen Vorhaben (erneuerbare Ennergien, Steigerung der Energieeffizienz etc. - da hat sich Obama übrigens sehr wohl auch zahlenmäßig konkret festgelegt) wieder in den Mittelpunkt der Debatte zu rücken!

    Die Behauptung, man könne nicht wirklich sagen, wo Obama politisch steht, gilt nur dann, wenn man seinen Lebenslauf und seine politischen Aktivitäten im Senat des Bundesstaates Illinois gänzlich ignoriert. Dann wird man nämlich feststellen, dass er sich so deutlich wie kaum ein anderer für links-progressive Überzeugungen eingesetzt hat. Bestes Beispiel war seine seinerzeit reichlich einsame Ablehnung des Irak-Krieges. Aber er hat auch früh genug gelernt, sich nicht immer und überall in die Karten blicken zu lassen. Das macht die enorme Intelligenz und Raffinesse aus, ohne die er - noch viel mehr angesichts seiner sozialen Herkunft und seiner Hautfarbe - niemals in die Position gekommen wäre, in der er sich jetzt befindet.

    Die ganze Welt kann sich nur wünschen, dass dieser Mann und seine beispiellose Basisbewegung eine Chance bekommen, zumindest einen kleinen Teil seines ausgesprochen fundierten, gut durchdachten Programmes auch umzusetzen.
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#7 mok120Profil
  • 07.08.2008, 22:07hNürnberg
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • Mein lieber @Sascha

    Natürlich soll der gute Mann Präsident werden. Einfach deshalb, weil er nicht Republikaner. Ob er jetzt das große Heil über die Welt bringen wird wie es Jesus nie getan hat, wage ich dennoch zu bezweifeln. Mir scheinen seine öffentlichen Reden zu selbstverliebt-oberflächlich-propagandistisch, da kann er in seine Policy Papers reinschreiben (lassen) was er will. Dass dies John McCain genauso sieht, mag sein, aber, naja, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
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#8 SaschaEhemaliges Profil
  • 08.08.2008, 00:58h
  • Antwort auf #7 von mok120
  • An eben dieser Aussage wird deutlich, dass du dich nicht wirklich mit der Biographie und dem Programm von Barack Obama beschäftigt hast. Sonst würdest du nämlich feststellen, dass große Teile seines Programmes unmittelbar mit seine Perspektive eines Community Organizers, also "bottom-up" statt "top-down", reflektieren und dass er sich in seiner bisherigen politischen Laufbahn immer konsequent an das gehalten hat, was jetzt in seinem Programm steht.

    Dass McCain mit Obama "übereinstimmt" - du beziehst dich offenbar auf die Frage der Offshore-Öl-Bohrungen - ist eine völlige Fehlinterpretation. Obama ist im Grunde nach wie vor gegen solche Bohrungen, große Teile der amerikanischen Öffentlichkeit sind aber dafür. Daher war es klüger, in diesem Punkt teilweise (und nur innerhalb eng gesetzter Grenzen) Kompromissbereitschaft zu signalisieren, um die grundsätzlichen, frappierenden Unterschiede in der Energiepolitik deutlich zu machen. McCain möchte weitgehend die Politik von George W. Bush fortsetzen und beispielsweise den Öl-Konzernen weitere Steuergeschenke in den Rachen schmeißen, während Obama in seinem Programm ganz KONKRET (!) Steuererhöhungen für die Öl-Industrie und schärfere Maßnahmen gegen Preisspekulation festgeschrieben hat.

    Wie gesagt: Wenn man schon Behauptungen hinsichtlich der Programmatik von Politikern aufstellt, dann sollte man wissen, wovon man überhaupt redet. Ansonsten verfällt man im Falle Obamas nämlich in die gleichen billigen, denunzierenden Taktiken, wie er sie derzeit aus dem Lager der Republikaner immer wieder abwehren muss. Nur weil jemand Menschen inspiriert und über gute rhetorische Fähigkeiten verfügt, heißt das noch lange nicht, dass er nicht auch über inhaltliche Substanz verfügen kann. Ich habe bis jetzt nur wenige Spitzenpolitiker gesehen, die mit ihrer Biographie und ihrem gesamten persönlichen Hintergrund so sehr für sich beanspruchen können, über inhaltliche Substanz zu verfügen, wie Barack Obama.
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#9 SaschaEhemaliges Profil
  • 08.08.2008, 01:10h
  • Antwort auf #2 von Max
  • Verbreite hier gefälligst keine Menschen verachtende und letztlich kriminelle Propaganda, die sogar von unserer aktuellen Bundesregierung auf Anfrage als eben solche geächtet worden ist. Was erlaubst du dir, einen Politiker, der sich in seiner direkten Arbeit mit den Menschen seit jeher für die Gleichberechtigung von Homosexuellen eingesetzt hat, mit der "Ex-Gay"-Bewegung, einem demagogischen Euphemismus für perverse Umpolungspraktiken, in Verbindung zu bringen??? In einer Gesellschaft, in der alle Menschen effekt gleich sind und gleich behandelt werden als diejenigen, die sie sind, käme niemand auf die Idee, seine sexuelle Identität "verändern" zu wollen.
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#10 AntichristProfil
  • 08.08.2008, 08:56hHH
  • Antwort auf #2 von Max
  • @Max: "Ich befürchte nur, dass Obama dies auf seiner Religion begründet sieht."
    Welche Religion? Soweit mir bekannt lebt der gute Mann nach keiner Religion mehr, seit er seine Kirche verlassen hat, da diese ihm zu radikal war. Ich lasse mich aber gerne aufklären, wenn du anderes darüber weißt.
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