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Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe will Crystal-Dealer härter bestrafen – die Mode-Droge hat in den letzten Jahren einen Erfolgszug durch die US-amerikanische Homo-Szene begonnen und wird u.a. für die steigende Zahl von HIV-Infektionen verantwortlich gemacht.

Der Zweite Strafsenat des BGH setzt sich wegen der Gefährlichkeit von Metamphetamin nun dafür ein, dass die Definition von "nicht geringe Menge" von 30 Gramm auf fünf Gramm gesenkt wird. Dealern droht beim Handel über dieser Grenze eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr.

Der Strafsenat muss nun bei den anderen Senaten anfragen, ob sie diese Verschärfung mittragen. Auslöser war die Verurteilung eines 43-jährigen Philippiners durch das Landgericht Frankfurt. Dieses verurteilte den Dealer zu vier Jahren und drei Monaten Haft, obwohl bei ihm "nur" 22 Gramm Crystal beschlagnahmt werden konnten. Auslöser war das Urteil von Sachverständigen über die Gefährlichkeit der Droge.

Crystal ist eine vergleichsweise preiswerte Droge, die auch unter dem Straßennamen Tina, Glass, Ice oder Hitler-Speed gehandelt wird. Sie wird meist wie Kokain geschnieft, hat aber weitaus schwerwiegende Nebenwirkungen. So steigert Crystal die Aggression und unter anderem zu schneller Alterung und Zahnausfall. Außerdem macht es schnell abhängig und reduziert die Kritikfähigkeit, wodurch insbesondere schwule Partygänger häufiger ungeschützten Sex haben.

Bereits 2005 schlug die US-Seuchenschutzbehörde Alarm, weil sie den Anstieg von HIV-Infektionen unter Schwulen auf die Modedroge zurückführte (queer.de berichtete). Immer öfter wurden auch Prominente Crystal-Konsumenten bekannt. So hat der auf ein keusches Image bedachte Evangelist Ted Haggard 2005 von seinem Callboy auch die Droge erworben (queer.de berichtete). Zuletzt wurde der CNN-Reporter Richard Quest verhaftet und zu einem Reha-Aufenthalt verurteilt (queer.de berichtete).

In den USA, Australien und Großbritannien ist Crystal mehreren Umfragen zufolge nach wie vor populär innerhalb der schwulen Szene, während der sich Konsum in Deutschland noch auf recht niedrigem Niveau befindet. (dk)



11 Kommentare

#1 mok120Profil
  • 07.08.2008, 16:58hNürnberg
  • Ob sich von härteren Strafen auch nur ein einziger Dealer abhalten lässt wage ich zu bezweifeln, denn wer dealt geht sowieso davon aus, nicht erwischt zu werden (warum sollten sie es denn sonst tun?) und höhere Strafen wirken grundsätzlich ja eher selten abschreckend. Sowas würde nur bei einer extremen Verhärtung wirken. Beispiel: wenn Falschparken von einer Ordnungswidrigkeit zu einer Straftat hochgestuft würde, würden wahrscheinlich weniger Leute falsch parken. Das ist natürlich absolut unrealistisch. Kurz gesagt: härtere Strafen zur Vorbeugung/Abschreckung sind Quatsch. Da muss man schon ganz woanders anpacken, wenn man was ändern möchte.
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#2 JanXAnonym
  • 07.08.2008, 20:08h
  • Stimme ich meinem Vorredner nicht zu. Ich glaube schon, dass höhere Strafen einen Einfluss haben. Und zwar proportional. Wenn man die Strafe nur ein bißchen erhöht, dann gibt es auch nur ein bißchen weniger Täter. Erhöht man sie drastisch (wie in deinem Beispiel vom Falschparken), dann gibt es umso weniger Täter. Trifft natürlich nicht auf jede Straftat zu. Ein Ehemann der im Affekt seine Frau umbringt, überlegt sich vorher die Strafe nicht. Aber bei "chronischen", immer wieder begangenen, Delikten schon. In New York wurde extrem hart durchgegriffen schon bei kleinen Straftaten. Die Kriminalitätsrate ging rapide in den Keller. Allerdings: Ich bin der Ansicht, dass es sich beim Handel mit Rauschgift überhaupt nicht um ein Verbrechen handelt sollte, da hier niemand anderes geschädigt wird. Vielmehr sollte es nach vorheriger Aufklärung kontrolliert an über 18-jährige in Apotheken abgegeben werden. Der Staat hat angeblich chronisch wenig Geld. Aber anscheinend immer noch Genug, um Polizei und Gerichte mit so einem Unsinn zu beschäftigen. Und ein Jugendlicher "Intensivtäter" kann fast konsequenzlos 60 Körperverletzungen, Diebstähle usw am Stück begehen. Aber wehe er verkauft jemandem etwas, was dieser haben will. Komisches Land hier.
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#3 mok120Profil
  • 07.08.2008, 22:01hNürnberg
  • Antwort auf #2 von JanX
  • "Ich glaube schon, dass höhere Strafen einen Einfluss haben. Und zwar proportional."

    Das ist ja genau das, was ich gemeint habe. Und in dem Fall, wie im Artikel beschrieben, halte ich den Enfluss eben für verschwindend gering.
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#4 stromboliProfil
  • 08.08.2008, 06:13hberlin
  • Antwort auf #2 von JanX
  • NY,die dealer zogen ins umland, was dort eine kriminalitätssteigerung proporzional zur abnahme in city zur folge hatte...
    ist wie beim abdrängen der dealer von der citylage in die aussenbezirke. Lieber sankt florian, behüt mein haus , zünds andere an!
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#5 holgerAnonym
#6 RabaukeAnonym
  • 08.08.2008, 10:24h
  • Nicht nur in der Homoszene, auch die Heteros haben das Zeug "entdeckt". 12 Jahre hörte und sah ich von meinem jüngeren Bruder nix. Jetzt plötzlich Telefon und "hüüülllfe". 12 Jahre die Birne weggebeamt und alles "lustig, cool und sowas von funny". Wer sowas "einwirft" ist selber Schuld. Auch wenn mich jetzt meine "Superkritiker" hier angreifen. Ich habe für Leute die so einen Mist nehmen, null Verständnis, null Tolleranz.

    Ich begrüße die Bekämpfung jeder Art von Drogenhandel, der zum "funbetrieb" gedacht ist.
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#7 Thom_ass1973
  • 08.08.2008, 14:14h
  • Zunächst mal schön das wir diesmal in Deutschland´s Gay Szene nicht die Trendsetter sind - HOFFENTLICH BLEIBT DAS AUCH SO !!!

    Das Thema mit der Bestrafung ist so eine Sache, manchmal wünscht man sich in seinem tiefsten Inneren doch das Auge-um-Auge, Zahn-um-Zahn zurück, eine Bestrafung im deutschen Strafvollzug kommt da manchem Dealer eher als "Kuraufenthalt" vor ...
    Manchmal erkenn ich mich schon bei dem Gedanken zu hoffen das die Jungs die mit so ´ner Scheisse handeln, ihre eigene Ware mal konsumieren sollten ...
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#8 xyAnonym
  • 09.08.2008, 01:56h
  • Ach, jetzt kommen wieder die allerletzten USA-Fans an und stellen dieses Land als leuchtendes Vorbild dar. Oh ja: Kriminalität ist dort ja gar kein Problem, Drogen sind es schon gar nicht, und man hat auch nicht einen monströs hohen Anteil von Gefängnisinsassen, bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Und letzteres, obwohl man sich noch immer an der Todesstrafe ergötzt, da das US-"Rechts"-System eher auf Rache denn auf Resozialisierung aus ist - letzteres übrigens etwas, das der Gesellschaft durchaus nutzt, denn Gefängnisinsassen liegen der Gemeinschaft auf der Tasche. Und leider können gerade schlimme Verbrechen auch durch noch so drakonische Strafen nicht wiedergutgemacht werden.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Ob die Strafverschärfung für dieses Dreckszeugs "Crystal Meth" etwas bringt, bezweifle ich sehr stark. Aber was will man von einem Land erwarten, wo ansonsten die Bekämpfung von Tabakrauchern und die Jagd auf Leute, die sich zuhause drei Cannabispflanzen für den Eigenverbrauch ziehen, als wichtige Themen verkauft werden?
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#9 Sunbear
  • 09.08.2008, 15:08h
  • So ein Blödsinn. Wer Drogen nehmen will kommt an die dran und kann sie konsumieren. egal ob mit verschärften Recht oder nicht.

    Deshalb langweilte mich diese Info in den Nachrichten nur.
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#10 Tufir